Geroldswil
Die Kleinen Kneten und schnetzeln für die Grossen

Die 3. Limmattaler Kulturparty ist gestern mit dem «Chinderfäscht» eröffnet worden. Alles wird selbst gemacht, ganz nach dem Motto des «Chinderfäschts»: Produzieren statt konsumieren.

Katja Landolt
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Chinderfäscht Geroldswil
9 Bilder
 Der Profi machts vor, die Kinder kommen gleich dran.
 Spargelstechen auf dem Feld von Andreas Tschanz.
 Die kleinen Bäcker quetschen die Zitronen von Hand aus.
 Emsiges Treiben rund um den Bäckertisch.
 Spargelstechen ist fast kinderleicht.
 Zwei kleine Köche schnetzlen für den Fruchtsalat.
 Turmbau zu Geroldswil auf der Chlötzlibaustelle.
 Wilde Fahrt aufs Spargelfeld auf dem Anhänger.

Chinderfäscht Geroldswil

Limmattaler Zeitung

Zaghaft fährt Seraina mit der Kelle durch die sandige Erde, vorsichtig am weissen Köpfchen der Spargel entlang. Bauer Andreas Tschanz beobachtet sie aufmerksam, schaut, dass die Stange keinen Schaden nimmt. «Die Spargel ist ein hochempfindliches Ding», sagt Tschanz. Die Stange liegt frei, Seraina sticht mit dem Messer zu, einmal, zweimal – die erste Spargel ist geerntet, Seraina schüttet das Loch wieder zu.

Die ersten paar Gramm von fünf Kilo; so viel müssen die neun Kinder vom Spargelfeld zurück auf den Geroldswiler Dorfplatz bringen. Dort findet nämlich das «Chinderfäscht» statt, die Eröffnungsveranstaltung der vom Kulturverein «Spektrum» organisierten Limmattaler Kulturparty: 37 Kinder kochen ein Nachtessen für 120 Personen. Es gibt Spargelrisotto, Fruchtsalat und Apfeljalousie.

«Produzieren statt konsumieren»

Während die «Spargelgruppe» auf dem Feld ist, sind die anderen Kinder nicht untätig: Die Kleinsten kümmern sich um die Tischdekoration; mit Handmalfarben zeichnen sie Muster und Tiere auf die weissen Tischtücher. Die grösseren Kinder kümmern sich in der Back- und der Kochgruppe um die Zubereitung des Menus. «Wer kocht, für den gilt: Erst Hände waschen», mahnt Heini Surber, Mitglied von Spektrum und Organisator des «Chinderfäschts».

Die Kochgruppe schnetzelt am einen Tisch kiloweise Wassermelonen, Ananas, Äpfel und Trauben für den Fruchtsalat. Am zweiten Tisch quetschen die kleinen Bäcker Zitronen aus, zerwürfeln Äpfel und verrühren letztlich alle Zutaten mit Mandeln und Haselnüssen zu einer süssen Füllung. Alles wird selbst gemacht, ganz nach dem Motto des «Chinderfäschts»: Produzieren statt konsumieren. «Mir war wichtig, dass die Kinder lernen, woher ihr Essen kommt», sagt Surber, der das Motto bestimmt hat.

Nach dem Kochen sind die Kinder reif für eine Belohnung: Mit einer musikalischen Detektivgeschichte liefert die Band Silberbüx einen Leckerbissen für die Ohren.