Für Peter Gertsch war es eine schöne Überraschung, als ihn seine ehemalige Klassenkameradin Ursula Stöckli vor fünf Jahren kontaktierte. Lange war er weg. Bereits 1973 kehrte er Oetwil den Rücken. 17 Jahre, bis 2004, lebte er unter anderem in Neuseeland, ehe es ihn wieder in die Schweiz zog.

Seit der Kontaktaufnahme seiner ehemaligen Schulkollegin über die Internetplattform «Stay Friends» stehen die beiden in Verbindung – und entwickelten die Idee, nicht nur untereinander Erinnerungen auszutauschen. Das Vorhaben, eine Klassenzusammenkunft zu organisieren war geboren. Morgen ist es nun so weit. Gertsch und Stöckli werden am Oetwiler Kellerfest ein Wiedersehen mit ihren alten Schulkollegen feiern. «Anfangs hatten wir nur sporadisch Kontakt. Dann trafen wir uns vergangenen Herbst im Hotel Geroldswil nach über 40 Jahren wieder und redeten fast sieben Stunden miteinander», sagt Gertsch. Dabei seien sie auch auf die ehemaligen Kameraden aus der Primarschule zu sprechen gekommen. «So ist die Idee geboren, eine Klassenzusammenkunft der Jahrgänge 1958 und 1959 auf die Beine zu stellen», so Gertsch.

Ursula Stöckli hat vor fünf Jahren wieder Kontakt mit Peter Gertsch aufgenommen.

Ursula Stöckli hat vor fünf Jahren wieder Kontakt mit Peter Gertsch aufgenommen.

Schon am ersten Fest dabei

Dass das Treffen im Rahmen des Kellerfests stattfindet, ist kein Zufall. So startete das Organisationskomitee des Anlasses schon letztes Jahr einen Aufruf, um Interessierte zu einem Jahrgangstreffen zu bewegen. Unter anderem boten es Unterstützung bei der Verpflegung und beim Versand der Einladungen an. «Als ich davon erfahren habe, fand ich das eine tolle Idee», so Gertsch. Also machte sich Ursula Stöckli daran, die alten Kollegen ausfindig zu machen. «Von den 28 Schulkameraden, die noch leben, haben 25 zugesagt, dass sie kommen werden», sagt Stöckli.

Neben dem Angebot des OK, bei einem Klassentreffen Unterstützung anzubieten, hätten aber noch weitere Gründe dafür gesprochen, das Kellerfest als Treffpunkt zu wählen, sagt Gertsch. «Wir waren alle zehn oder elf Jahre alt, als 1969 das erste Kellerfest durchgeführt wurde. Für uns Kinder war das immer ein besonderer Anlass», so Gertsch. Er sei mit seinen Klassenkameraden regelmässig ans Fest gegangen. Doch die Verbindungen zum Kellerfest gehen noch weiter. «Mein Vater gehörte zu den Gründern des Kellerfests», sagt Stöckli. Es habe also alles dafür gesprochen, das Treffen an diesem Anlass zu organisieren.

«Kommt hinzu, dass ich es gerne lebendig mag. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich meine alten Schulkollegen in einem Restaurantsaal wiedersehe», sagt Gertsch. Am Kellerfest biete sich auch die Möglichkeit, weitere Bekannte zu treffen. Er freue sich jedenfalls, in Erinnerungen zu schwelgen.

Doch nicht nur deshalb wird die Klassenzusammenkunft für Gertsch ein besonderer Anlass. Der Liebe wegen ist er vor einem halben Jahr wieder nach Oetwil gezogen. «Es war für mich ein spezieller Moment, dass ich nach all den Jahren wieder zurückkehrte», sagt er. Von seinem heutigen Wohnort könne er auf sein ehemaliges Kinderzimmer blicken. «Bei meinem ersten Rundgang durchs Dorf nach meiner Rückkehr kamen weitere Erinnerungen in mir hoch.»

Gemeinsam über die alten Zeiten plaudern wird an diesem Kellerfest übrigens eine weitere ehemalige Klasse. Die Schüler gingen damals allerdings nicht in Oetwil zur Schule, stammen aber ebenfalls aus dem Limmattal.

Das Kellerfest im alten Oetwiler Dorfkern findet am 5. und am 6. September statt. Am Freitag ist um 19 Uhr Festbeginn, am Samstag um 10 Uhr.