Melchior fragt die Sternenguckerin, ob der neue Stern am Himmel schon aufgetaucht sei. Bald darauf versucht Maria ihrem geliebten Joseph zu erklären, dass sie einen Messias zur Welt bringen wird. Am Sonntagabend drehte sich in der reformierte Kirche Weiningen alles um die Geschichte des Sterns von Bethlehem. Die Bühne gehörte für einmal ganz den Kindern. Denn die kunterbunt verkleideten, vier- bis elfjährigen Darstellerinnen und Darsteller – allesamt Sonntagschulkinder aus Oetwil, Geroldswil, Unterengstringen und Weiningen – sangen sich am diesjährigen Weihnachtsmusical ihre weihnachtliche Vorfreude aus dem Leibe. Kindlicher Charme und Engagement begleiteten das Stück, bis der Messias geboren und der Stern von Bethlehem am Himmel aufgetaucht war.

Die Mischung macht es aus

Komponiert wurde das Musical von Markus Hottiger, dem Gründer der Jugendorganisation Adonia. «Dieses Stück ist in der Art und Weise, wie es eine komplexe Geschichte in Kindersprache übersetzt, einzigartig», sagte Tabea Schenk, Sozialdiakonin der Weininger Sonntagsschule. So war es dann besonders rührend, als die Kinder über die Steuererhöhung diskutierten oder die Hirten sich über ihren Beruf beklagten – so, als wären sie schon lange erwachsen. Ebenfalls für Schmunzeln gesorgt haben die ganz Kleinen in der vordersten Reihe, die das Geschehen noch nicht so richtig einordnen konnten. «Ab Kindergarten bis zur 5. Klasse darf jeder hier mitmachen. Es ist die Mischung der Kinder, die die Aufführung letztendlich so lebendig macht», so Schenk. «Etwas mehr Knaben könnte es aber haben», fand der 7-jährige Jim Battalia aus Unterengstringen, der einen Hirten spielte.

Ob Gesang oder Schauspielerei – das Musical machte den Kindern Spass. «Das Schönste an dieser Geschichte ist für mich, dass Jesus auf die Welt kommt», sagte die 10-jährige Julia Schmitter aus Oetwil, die Maria spielen durfte. Sternenguckerin Luisa Jost aus Weiningen liebt alles an diesem Stück. «Am allerbesten gefällt mir jedoch die Szene, in der wir nach dem Stern von Bethlehem Ausschau hielten», erklärte sie.

Tosender Applaus

Die verschiedenen Szenen wurden nach Sonntagschule aufgeteilt und einzeln einstudiert. Zudem übten die Kinder mit ihren Eltern zu Hause, um die Texte zu verinnerlichen. Erst bei der Generalprobe spielten die Gruppen das Stück gemeinsam durch. «Aller Aufwand lohnt sich – aller spätestens dann, wenn man bei der Aufführung die strahlenden Kindergesichter sieht», betonte Schenk.

Dieses Strahlen übertrug sich bis in die hintersten Reihen der Kirche. Die stolzen Eltern und Grosseltern sowie die sonstigen Zuschauer belohnten den Einsatz mit einem tosenden Applaus. Auch Pfarrer Christoph Frei war begeistert von der Leistung der Kinder. Mit einem Gebet und einem gemeinsam gesungenen «Oh du Fröhliche» fand der Abend seinen weihnachtlichen Ausklang. Spätestens jetzt waren alle in der Adventszeit angekommen.