«Der Wolf kann Angst machen, deshalb freue ich mich, wenn Erwachsene oder ältere Geschwister die kleinen Kinder zum Theater begleiten», sagte Heidi Thüring-Loosli, Vizepräsidentin des Kulturkreises Birmensdorf, in ihrer Begrüssung vor dem 170-köpfigen Publikum.

Vor allem die ganz Kleinen konnten vor freudiger Aufregung kaum noch still sitzen. «Der Vorhang hat sich bewegt», flüsterte ein Dreikäsehoch.

Gross und Klein kennen die Rotkäppchen-Geschichte der Gebrüder Grimm bereits. In der Bühnenfassung von Jörg Christen beginnt aber alles mit Rotkäpplis Geburtstag. Zusätzlich zum Jäger, zur Mutter und zur Grossmutter kommen neu auch noch ein Förster und ein Pfurri dazu, eine lustige Krämerin und eine Angsthäsin, die für die Lacher sorgt.

Kinder warnten Rotkäppchen nicht

Als der Jäger jedoch am Geburtstagsfest vor dem bösen Wolf warnte und diesen ausführlich beschrieb, klammerten sich einige Kinder gleich am Stuhl oder an ihrer Mutter fest. Trotzdem liess sich Rotkäppli nicht einschüchtern und wollte das kranke Grosi im Wald besuchen. Die Spannung im Saal erreichte da einen weiteren Höhepunkt. Die Kinder fieberten gebannt mit. Einige hielten vor Angst ihre Ohren zu oder schlüpften gar unter den Sitzplatz.

Indessen versuchten Förster und Jäger, dem Wolf aufzulauern. Das Publikum giggelte. Als jedoch der Wolf auftauchte, schrien die Kinder nur noch: «Der Wolf, der Wolf!» Ein Schuss fiel, aber der Wolf schaffte es trotzdem, das Grosi zu fressen. Und kurze Zeit später auch das Rotkäppli.

Christen war aufgefallen, dass die Kinder den Jäger und den Förster vor dem Wolf warnten, nicht aber Rotkäppli. «Die Kinder wollen, dass Rotkäppli gefressen wird», folgerte Christen. Der vierjährigen Noemi Csendes und dem sechsjährigen Janis Ghale gefiel die Schlussszene, in der alles wieder gut kommt, der Wolf ins Trinkfass fällt und Rotkäppli gerettet wird. «Toll gespielt», fand auch Grossmutter Idi Braun. «Der Auftritt des Wolfes am Anfang hat etwas Amüsantes. Das finde ich sehr gut, denn dann haben die Kinder weniger Angst», meinte Katharina Csendes, die ihre Kinder begleitete.