Urdorf
Die Kinder lernen in Urdorf die Tiere in ihrer Umgebung kennen

Der Natur- und Vogelschutzverein Urdorf (NVU) und der Familien-Verein sind zwei der aktivsten Vereine in Urdorf. Nun haben sie sich zusammengetan, um Kindern und deren Eltern die Lebenswelten der Tiere in der unmittelbaren Umgebung näherzubringen.

André Moita Saraiva
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Ein weiterer Dachsbau wurde entdeckt – nicht aber der Bewohner.

Ein weiterer Dachsbau wurde entdeckt – nicht aber der Bewohner.

André Moita Saraiva

Das Pilotprojekt hat zum Ziel, die Kinder schon früh auf den richtigen Umgang mit den Lebewesen um die Siedlungen herum zu sensibilisieren. Aber auch die Eltern zu entlasten, die in ihrer Freizeit nicht dazu kommen, ihre Kinder in die Natur einzuführen.

Wo wohnen Tiere?

Pünktlich um 14 Uhr konnte die Exkursion beginnen. Das Thema des Tages war: Wo wohnen Tiere? Dass der Mensch in Häusern wohnt, wussten die Kleinen bereits, nun ging es darum, ihnen die «Nachbarn» zu zeigen.

Als erstes Beispiel wurde eine Schildkröte in die Gruppe gebracht. Ein Tier, das es bequem hat, so stellten die Kinder fest. Immerhin habe es sein Haus ständig dabei.

Es steigerte die Neugierde der Kinder, als gefragt wurde, wo denn welche Tiere wohnen würden. Zuerst widmete man sich den Tieren im Untergrund, dann denen auf dem Boden und zum Schluss den Vögeln.

Mit zwei Sondergenehmigungen konnte der NVU eine einzigartige Führung in ein Naturschutzgebiet und über einen privaten Acker eines Bauerns anbieten.

Schon die ersten Schritte im Naturschutzgebiet zeigten den anwesenden Erwachsenen, dass die Kinder keineswegs ohne Vorwissen gekommen waren. Ohne jemals die Konzentration zu verlieren, erfuhren sie, wie und wo Würmer, Ameisen, Holzwürmer, Mäuse und auch Maulwürfe lebten.

Plüschtiere suchen

Um trotz dem kalten Aprilwetter Tiere vorzeigen zu können, griff Regula Ungricht vom NVU auf Bilder ausgestopfter Exemplare und Plüschtiere zurück. Letztere mussten die Kinder aufgrund des erworbenen Wissens dann auch suchen gehen.

Auch bei der nächsten Etappe konnten keine Dachse oder Füchse erblickt werden, doch auch die ausgestopften Modelle sorgten für sehr viel Staunen bei den Kindern. Genauso wie der Fakt, dass diese Tiere in Bauten lebten, nicht fern von ihren Quartieren. Und während die Kinder brennende Fragen über die Tiere stellten und versuchten, doch noch irgendwo ein Exemplar ausfindig zu machen, konzentrierten sich die Erwachsenen auf blanke Zahlen und Statistiken. So fragten sie, wie viele Tonnen Erde denn ein Regenwurm umgraben kann, wie lange Dachse austragen oder wie gross Ameisenhügel werden können.

Weitere Projekte in Zukunft

Bei der letzten Etappe, den Vögeln, bewiesen die Kinder, dass sie vieles bereits gelernt haben. Sie diskutierten mit, machten Nester und Vögel ausfindig. Und war dann doch ein Nest oder Vogelhäuschen zu weit oben für die Kleinen, kamen die Grossen gerne zu Hilfe und hievten sie hoch. Etappenführer Hans Ernst war ein gefragter Mann. Die Kinder löcherten ihn mit brennenden Fragen und trugen ihre Entdeckungsberichte vor.

Alle Teilnehmer des Anlasses waren begeistert vom kurzweiligen Nachmittag. Eltern lobten, vieles gelernt zu haben, und die Leiter die Kinder und Eltern für ihre Bereitschaft mitzumachen. «Es ist ein voller Erfolg für uns», bestätigten dann auch Bruno Völlmin vom NVU und Peter Kronenbach vom Familien-Verein. In Zukunft werde man weitere gemeinsame Projekte in Angriff nehmen.

Das nächste steht bereits im Herbst an. Was das Thema ist, hält der NVU allerdings noch geheim. Empfehlenswert wird es auf jeden Fall sein.