Zwei Millionen Franken kosten dabei nur schon die zwingenden baulichen Massnahmen, wie Robert Eigenmann, Vizepräsident der Kirchenpflege, gegenüber der az Limmattaler Zeitung erläuterte. Sowohl die Kirche, wie auch das Pfarrhaus, seien in sehr schlechtem Zustand. Das sehe man an den Fassaden von Kirche und Turm, an der unverantwortlichen energetischen Situation, an den Dächern, am Glockenstuhl und am Pfarrhaus, das noch im Zustand des Baujahrs sei und lediglich hin und wieder repariert worden sei.

Zwingend sei auch der Raumbedarf bei der Pfarrwohnung: Sie sei zu klein, das Büro stehe im Korridor und habe kein Gästezimmer. Küche und Bad seien überfällig, zudem sei die Raumkonzeption ungeeignet.

2 Millionen gebundene Ausgaben

Wie Eigenmann betont, sei etwa die energetische Sanierung nicht einfach zu bewerkstelligen. Ein Einpacken der Kirche bringe nicht viel, weil die kostbaren Fensterbilder energetisch schwer zu sanieren seien. Man strebe jedoch eine automatische Steuerung an, welche die Temperatur in der Kirche auf tiefem Niveau belasse und sie bei Anlässen auf lediglich 16 Grad anhebe. Die Fenster werde man durch Glas ausserhalb des Gebäudes zumindest vor der Witterung zu schützen versuchen. Die zwingenden baulichen Sanierungsmassnahmen kosten rund zwei Millionen Franken. «Es sind gebundene Ausgaben. Wir werden sie an der nächsten Gemeindeversammlung vom 12.Mai der Versammlung vorlegen. Sie sind jedoch Zwangsbedarf.»

Der Vizepräsident ist sich bewusst, dass bei der Lösung des Raumbedarfs «einiges auf uns zu kommt». So fehle ein Besprechungszimmer für seelsorgerische Belange, ein Büro für einen Gemeindeleiter, die Räume für Sekretariat und Infrastruktur sind zu klein, ein Empfangsraum fehlt, genauso wie ein Sitzungszimmer für Besprechungen. Der Arbeitsraum für Katecheten, bisher im Stauraum neben der Bühne, sei fragwürdig. Dann sei auch die Bibliothek zu klein und es fehle ein geeignetes Unterrichtszimmer.

Mehrere Varianten diskutieren

Die Kirchenpflege hat einige Varianten ausarbeiten lassen:

Das Projekt «Esch», das vor vier Jahren an der «Gmeind» knapp gescheitert ist, sieht einen Umbau und einen Anbau ans Pfarrhaus vor. Damalige Kosten: 1,75 Millionen Franken.

Man baut ausschliesslich Räume für die Administration ins Pfarrhaus ein. Der Pfarrer wohnt auswärts. Die Kantonalkirche untersagt dies, weil der Pfarrer vor Ort zu wohnen habe und man bei ihm jederzeit müsse läuten können.

Man reisst das ganze Pfarrhaus ab und stellt einen Neubau mit dem effektiven Raumbedarf für die Pfarrei hin. Zudem baut man Wohnungen, die zum Teil vermietet werden könnten. Somit könnte der Bau teilamortisiert werden. Eigenmann schätzt, dass 40 bis 60 Prozent des Neubaus als Wohnraum zu vermieten wären. Man verfüge für eine solche Lösung auch über genügend Land.

Robert Eigenmann betont, man müsse sich vorbereiten, dass Pfarrer Max Kroiss, heute 67 Jahre alt, in ein paar Jahren in Pension gehen werde. Um einen neuen Pfarrer nach Urdorf zu holen, brauche man dringend eine anständige Wohnung nach heutigem Standard.

Im Herbst wirds konkret

An der Frühjahrs-«Gmeind» im Mai lässt die Kirchenpflege die einzelnen Varianten von ihrem Bauplaner vorstellen. «Anschliessend soll in einer lockeren Diskussion die Varianten besprochen werden», stellt sich die Kirchenpflege das Vorgehen vor.

An der Herbst-«Gmeind» erfolge ein Kreditantrag, mit dem ein Projekt auszuschaffen sei. Die Kirchenpflege ist der Ansicht, in der heutigen Wirtschaftslage würde man mit einem solchen Projekt ohne Steuererhöhung durchkommen. Derzeit seien die Kredite zudem noch günstig zu haben. Für die Renovation habe die Kirchgemeinde Geld auf die Seite getan.

Ein Grundgedanke werde sein, sowohl die dringenden Renovationen als auch allfällige Um- und Neubauten zur gleichen Zeit auszuführen. Damit erspare man 20 bis 30 Prozent Baukosten, rechnet Eigenmann vor. Die Projekte sollen innert der nächsten drei bis fünf Jahre realisiert werden.