Michael Seiler, Leiter der Standortförderung Dietikon: Seine jetzige Arbeitsstelle sei ideal für ihn, sagt Michael Seiler. Als Leiter der Standortförderung Dietikon könne er sich in seinem Beruf voll entfalten. Seiler sorgt dafür, dass Dietikon auf längere Zeit gesehen für die Wirtschaft und auch für die Bewohner an Attraktivität gewinnt. Wie aber kam er zu diesem Beruf?

Begonnen hat sein Weg auf einer Bank. Weil er nicht aufs Gymnasium wollte, begann er 1984 eine KV-Lehre bei der Schweizerischen Bankgesellschaft, der heutigen UBS. Der Anstoss dazu sei nicht unbedingt von ihm ausgegangen, sagt Seiler. Vielmehr hätte ihn der familiäre Hintergrund auf diese Schiene gebracht. Vater, Götti, Onkel – alle hätten im kaufmännischen Bereich gearbeitet. Zudem galt die Bank damals als besonders fortschrittlicher und sicherer Arbeitgeber.

Bereits vor der Lehrabschlussprüfung schrieb sich Seiler für die Zürcher Fachhochschule ein. Damals hätte es dafür noch Wartezeiten gegeben, erinnert er sich. Und so blieb er noch weitere vier Jahre auf der Bank, bis er sein Studium antreten konnte. An der Fachhochschule habe er dann eine wichtige Weichenstellung vorgenommen: Er setzte nicht auf Bankenwesen, sondern auf den Schwerpunkt Marketing. In diesem Bereich war er anschliessend in verschiedenen Unternehmen tätig, bis er sich als Marketing- und Kommunikationsberater selbstständig machte. Nach acht Jahren Selbstständigkeit entschied Seiler, wieder einen Arbeitsvertrag zu unterschreiben. Eine Entscheidung, mit der er nun sehr zufrieden ist.

Daniel Binz Geschäftsführer der Schreinerei Bau und Möbelmüller AG: Daniel Binz war Realschüler. Heute gehört ihm die Schlieremer Schreinerei Bau und Möbelmüller AG. Weil er als Legastheniker in der Schule Mühe hatte, kam für ihn damals nur eine handwerkliche Lehre infrage. Binz interessierte sich für drei Berufe: Schreiner, Gärtner und Koch. Letzteres sei dann aufgrund der unregelmässigen Arbeitszeiten nicht infrage gekommen, sagt er.

Beim Berufsberater kam schliesslich heraus, dass er sich als Schreiner gut eignen könnte. Eine Schnupperlehre hat das bestätigt. 1978 begann Binz sodann die damals noch dreieinhalbjährige Schreinerlehre. Danach stieg er bereits bei der Bau und Möbelmüller AG ein. Dort arbeitete er ein paar Jahre lang als Schreiner. Und bald einmal gelang ihm ein erster Aufstieg: Binz übernahm die Werkstattleitung und auch die Verantwortung für die Lehrlingsausbildung. Das machte er fünf Jahre lang, bis eine weitere Tür aufging: Er erhielt die Chance, in die Verkaufsabteilung zu wechseln.

Neben der Arbeit liess er sich daraufhin im Verkauf weiterbilden, insbesondere in den Bereichen Personalführung, Buchhaltung und Werbung. Mit 28 Jahren übernahm er erste Aktien der Firma. Seit drei Jahren ist Binz alleiniger Inhaber der Schreinerei.

Zwischenzeitlich absolvierte er in Zürich ein Nachdiplomstudium in Baubiologe und Bauökologe. Mit der Legasthenie hat er unterdessen gelernt umzugehen. Allerdings nicht ohne Mühe. «In der Lehre habe ich mich sehr angestrengt. Da bin ich schon ein rechter Streber gewesen.»

Angelo Umberg Gemeindeschreiber in Birmensdorf: Bereits in der Schule wusste er genau, was er werden will: Bauführer. Das wusste Angelo Umberg, weil er in den Ferien oft im Baugeschäft seines Göttis arbeitete. Ihm habe es gefallen, am Abend zu sehen, was man alles geleistet hat.

Als Schüler überlegte er sich dann, was er genau können muss, um Bauführer zu werden. So entschied er sich für zwei Lehren: Erst lernte er Tiefbauzeichner, was ihm die theoretischen Grundlagen gab, und anschliessend machte er eine Zusatzlehre als Maurer. Damit war er auch praktisch für seinen Traumberuf gerüstet.

1982, nachdem er ein paar Jahre Berufserfahrung gesammelt hatte, ging Umberg auf die Bauführerschule in Aarau. In einem Architekturbüro übernahm er anschliessend die Bauleitung. «Das war eine spannende Erfahrung. Ich stellte fest, dass ich gerne mit Leuten auf ein Ziel hin zusammenarbeite», sagt er. Das war auch für die nächste Stelle wichtig: Während 15 Jahren arbeitete Umberg sodann bei der kantonalen Feuerpolizei in Glarus, wo er für den Bereich Brandschutz zuständig war.

Dann der grosse Wechsel: Umberg zog von Glarus in den Kanton Zürich und übernahm die Leitung Hochbau auf der Gemeinde Richterswil. An der Fachhochschule in Winterthur erwarb er sich noch den Fachausweis Planung und Bau sowie das Diplom zum Gemeindeschreiber. In dieser Funktion arbeitet er nun seit drei Jahren. Dort gefällt es ihm besonders, als Drehscheibe zwischen Bevölkerung, Politik und den Mitarbeitern zu fungieren.