Wahlen 2015
Die Kantonalparteien lassen die Limmattaler Politiker links liegen

Die Limmattaler haben keine Spitzenplätze auf den Nationalratslisten ergattert. Kandidierende aus dem Bezirk Dietikon laufen lediglich unter ferner liefen – mit zwei Ausnahmen.

Jürg Krebs
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Die Fragen aus Sicht des Bezirks Dietikon: Schafft Hans Egloff (SVP, Aesch) die Wiederwahl in den Nationalrat? Und vermag Josef Wiederkehr (CVP, Dietikon) diesmal den Sprung nach Bern zu machen, trotz grosser weiblicher Konkurrenz?KEY/Peter Klaunzer

Die Fragen aus Sicht des Bezirks Dietikon: Schafft Hans Egloff (SVP, Aesch) die Wiederwahl in den Nationalrat? Und vermag Josef Wiederkehr (CVP, Dietikon) diesmal den Sprung nach Bern zu machen, trotz grosser weiblicher Konkurrenz?KEY/Peter Klaunzer

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Politikerinnen und Politiker aus dem Bezirk Dietikon scheinen bei ihren Kantonalparteien nicht gerade beliebt zu sein. Das zeigt der Blick in die Wahllisten 2015 für den Kanton Zürich. Nur gerade Nationalrat Hans Egloff (SVP, Aesch) und Kantonsrat Josef Wiederkehr (CVP, Dietikon) sind auf einem vorderen Platz zu finden.

Hans Egloff ist der einzige mit einem Spitzenplatz, dem sechsten Listenplatz – die SVP hat elf Sitze zu verteidigen. Josef Wiederkehr rangiert auf dem vierten Listenplatz – die CVP hält aktuell zwei Sitze. Alle anderen Kandidierenden aus dem Bezirk Dietikon dienen ihren Parteien als Stimmenlieferanten, die meisten auf Unterlisten. 2011 mischte mit Kantonsrätin Rosmarie Joss (SP, Dietikon) noch eine weitere Politikerin aus dem Bezirk vorne mit, sie steht ihrer Partei in diesem Jahr aber nicht zur Verfügung.

Die Parteilisten zeigen, dass sich vor allem Hans Egloff auch parteiintern durchgesetzt hat. Kein Wunder: Als Präsident des einflussreichen Hauseigentümerverbands Schweiz (HEV) konnte sie den Juristen nicht mehr übergehen. 2011 hatte ihn die SVP Kanton Zürich noch auf den 15. Listenplatz gesetzt, mit dem er keinen Sitz im Nationalrat hätte einnehmen können. Doch Egloff kämpfte sich nach vorne und zog als erster Nationalrat aus dem Bezirk Dietikon ins nationale Parlament ein seit dem Ausscheiden von Roland Wiederkehr (LdU, Aesch) im Jahr 2003. Die Wiederwahl müsste Egloff aufgrund seiner Platzierung eigentlich gelingen.

Josef Wiederkehr

Josef Wiederkehr

SK Werbefotografie

Josef Wiederkehr startet wie bereits 2011 auf dem vierten Listenplatz, doch mittlerweile hält die CVP Kanton Zürich nur noch deren zwei, was Wiederkehrs Ausgangslage umso schwieriger macht. In den beiden Nationalrätinnen Kathy Riklin und Barbara Schmid-Federer hat er kaum einholbare Konkurrentinnen vor sich. Dass es Bauunternehmer und Kantonsrat Wiederkehr aber ernst ist und er dennoch alles versucht, um erfolgreich zu sein, das zeigt sein aufwendiger und kostenintensiver Wahlkampf.

Hans Egloff

Hans Egloff

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Die Stimmensammler

Auf den wichtigsten Stammlisten finden sich unter ferner liefen folgende Namen aus dem Bezirk Dietikon: Pierre Dalcher (SVP, Schlieren), Yvonne Brändle Amolo (SP, Weiningen), Manuel Peer (SP, Dietikon), Olivier Barthe (FDP, Dietikon), Sonja Gehrig (GLP, Urdorf), Lucas Neff (Grüne, Dietikon), Dominic Müller (CVP, Schlieren), Stefano Kunz (CVP, Schlieren), Thomas Bernegger (CVP, Oetwil), Rolf Wegmüller (CVP, Schlieren), Sandra Rottensteiner (EVP, Urdorf) und Kurt Leuch (EVP, Oberengstringen).

Auf Listen zu finden sind auch bekannte Personen wie Dauerkandidat Stefan Bolz (AL, Oberengstringen), Jungpolitikerin Nadine Burtscher (Junge EVP, Dietikon), Schriftstellerin Erica Brühlmann-Jecklin (Kunst + Politik, Schlieren), alt Kantonsrätin Blanca Ramer (CVP 60+, Urdorf) oder alt Stadtrat Peter Schnüriger (CVP 60+, Schlieren), um ein paar zu nennen.

Einen Ständeratskandidaten hat der Bezirk Dietikon keinen vorzuweisen. Letztmals wurde 2007 der Bankenprofessor Hans Geiger aus Weiningen von seiner Partei, der SVP, nominiert, im Laufe der Kampagne aber durch Ueli Maurer ersetzt.

Der Kanton Zürich hält im 200-köpfigen Nationalrat derzeit 34 Sitze. Aufgrund des Bevölkerungswachstums stehen ihm 2015 sogar 35 Sitze zur Verfügung – kein anderer Kanton hat annähernd so viele. Um diese Sitze kämpfen gemäss dem Statistischen Amt des Kantons Zürich 873 Männer und Frauen, die auf 35 Listen verteilt sind. Die Wahl in den National- und Ständerat findet am kommenden 18. Oktober statt.