Urdorf
Die Kameras richten sich auf Leroy: Zwölfähriger spielt in Kinofilm mit

Der Urdorfer Schüler Leroy Tapsell spielt eine Nebenrolle in Kinofilm «Shipbreaker» von Roland Emmerich. Für ihn wird ein Traum zur Realität. Er erzählt, wie er zu seiner Rolle kam.

Lydia Lippuner
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Ein Traum wird wahr: Das Gesicht Leroy Tapsells flimmert in zwei Jahren im Kinofilm «Shipbreaker» über die Leinwand.

Ein Traum wird wahr: Das Gesicht Leroy Tapsells flimmert in zwei Jahren im Kinofilm «Shipbreaker» über die Leinwand.

Lydia Lippuner

Leroy Tapsell mag die Musik des Rappers XXXTentacion. «So wie viele in meiner Klasse», sagt der 12-Jährige. In seinem Zimmer hängt ein übergrosses Plakat von Justin Bieber. Das sei noch von früher.

Dass der Urdorfer Schüler bald mit grossen Stars auf der Leinwand zu sehen sein wird, war für ihn lange nur ein Traum. Dieser wird nun Wirklichkeit im Science-Fiction-Film «Shipbreaker». «Eine Freundin machte uns auf das Casting für den Film aufmerksam», sagt Simone Tapsell, die Mutter Leroys. Ihr Sohn hätte schon immer gerne im Theater mitgespielt. Das sei auch seinem Lehrer aufgefallen, der ihm folglich die Hauptrolle im Schultheater «Die Brüder Löwenherz» von Astrid Lindgren gab.

«Seit ich sieben bin, ist Schauspieler mein Traumberuf», sagt Leroy. Einen Lieblingsfilm hat er nicht. Die Superhelden machen ihm aber auf alle Fälle Eindruck: «Einer der besten ist Superman, der ist noch besser als Batman. Denn er hat wirklich Kraft.»

Zuerst nichts als warten

Doch auch nach der Anmeldung schien die ersehnte Rolle in weiter Ferne. Zuerst sandte die Mutter ein Video von Leroy ein. Als die Einladung für das Casting kam, freuten sich alle. «Doch wir mussten einige Kilometer unter die Räder nehmen, da Leroy gerade im Klassenlager in St. Gallen war.»

Gleichzeitig mit ihnen seien Dutzende andere Mütter mit ihren Kindern in Zürich am Casting gewesen. Das Klima sei ziemlich angespannt gewesen. «Manche Frauen machten ihren Kindern richtiggehend Druck», sagt Tapsell. Doch das sei gar nicht ihre Absicht. «Mein Sohn muss es nicht für mich machen. Er soll einfach die Chance bekommen, zu probieren, ob Schauspielern ihm gefällt», sagt Simone Tapsell.

Der Regisseur liess sich Zeit

Als Erstes hiess es jedoch warten. Der Basler Regisseur, Tim Fehlbaum, liess sich Zeit mit der Auswahl seiner Schauspieler. Bis heute weiss Leroy nicht, wer die Hauptrolle im Film spielen wird. «Ich hoffe, es ist ein Star», sagt er. Erst als Leroy und seine Mutter bereits die Hoffnung auf einen positiven Bescheid aufgegeben hatten, erhielten sie die Zusage der Produzenten, dass Leroy im November im Kinofilm mitspielen darf.

Fehlbaum gewann mit seinem Debütfilm «Hell» den Förderpreis Deutscher Film. In seinem Folgefilm «Shipbreaker», der von Roland Emmerich produziert wird, hat eine Flut den Planeten unter Wasser gesetzt. Einige Menschen im Film wurden daher umgesiedelt und haben auf einem anderen Planeten Zuflucht gefunden. Schliesslich wird eine Expedition zur Erde vorbereitet, um die Lebensmöglichkeiten auf dem Heimatplaneten zu erforschen. Leroy wird ein Schulkind spielen, das der Expedition erklärt, wie die Lage auf dem Planeten aussieht.

Futuristische englische Reime

Leroys Rolle ist klein: Neben den fünf Sätzen wird er aber auch ein Gedicht rezitieren. Der Film wird in Englisch gedreht. «Das ist nicht so schwierig für mich. Mein Vater kommt ja aus Neuseeland», sagt Leroy. Einzig ein paar sehr futuristische Ausdrücke habe er googeln müssen.

Bis im November die Dreharbeiten stattfinden, wird Leroy aber nicht mehr viel mit der Rolle zu tun haben. «Ich kann bereits alles auswendig», sagt er. Danach heisst es nochmals warten. Bis in zwei Jahren, erst dann wird der Film fertig produziert sein und im Kino erscheinen. «Diesen gehe ich auf alle Fälle schauen, selbst wenn die Alterslimite bei 16 Jahren läge!»