Der Entwurf des Teams Dürig AG, das in Anlehnung an Stararchitekt Frank Lloyd Wrights Sommersitz «Taliesin» genannt wird, stach im mehrstufigen Auswahlverfahren 61 Konkurrenten aus. Ab morgen kann die Bevölkerung in der Letten-Turnhalle die eingereichten Entwürfe selbst unter die Lupe nehmen.

Layout ist «geradezu optimal»

Bereits durch seine detaillierte Ausarbeitung habe das Siegerprojekt die Jury überzeugt, die aus zwei Architekten, einer Landschaftsarchitektin, einem Bauingenieur, zwei Vertretern der Primarschulpflege und einer Lehrervertreterin besteht, sagt Primarschulpräsident Ernst Brand. Weiter sei auch die Raumanordnung im dreigeschossigen Projekt geradezu optimal: «Weil die Fluchtwege der Schulzimmer geschickt angelegt sind, können die Korridore als Lernzonen und für Veranstaltungen genutzt werden», so Brand. Dies sei für ihn das wichtigste Plus des Projekts der Dürig AG gewesen.

Auch können die Gruppenräume, die zu den Schulzimmern gehören, teilweise zusammengelegt werden, was eine flexiblere Nutzung ermöglicht. Darüber hinaus überzeugt «Taliesin» auch mit seinem Belichtungskonzept, das für alle Schulzimmer zwei in einer Ecke zusammenlaufende Fensterfronten vorsieht. Und schliesslich schafft die Lage des Schulhaus-Neubaus im Gelände laut Bericht des Preisgerichts «klar gegliederte, optimal nutzbare Aussenräume». So entsteht im Süden des Baus etwa ein grosser Freiraum entlang der Reppisch, der sich zum Pausenplatz im Westen hin öffnet. Im Osten ermöglicht eine breite Treppe die Aufrechterhaltung der Abkürzung vom Quartier her kommend zur kleinen Brücke über das Gewässer.

Flexibel dank Multifunktionsraum

Zum Raumprogramm des Schulhauses gehören gemäss Wettbewerbsausschreibung zehn Schulzimmer und ebenso viele Gruppenräume. Dazu kommt ein Multifunktionsraum, der bei Bedarf in drei Schulzimmer aufgeteilt werden kann. «Diese Option könnte uns etwa während der Sanierung des Schulhauses Reppisch sehr nützlich sein», sagt Brand.

Neu verfügt die Primarschule nach dem Bau des Schulhauses Haldenacher auch über eigene Musikzimmer, wie er erklärt: «Bisher mussten wir in dasjenige der Oberstufe ausweichen.» Neben Lehrerzimmern und Lagerräumlichkeiten rundet ein Psychomotorikraum das Anforderungsprofil ab.

Im kommenden Juni soll die Gemeindeversammlung über einen Kredit zur Ausarbeitung eines fertigen Bauprojekts befinden. 2015 soll schliesslich eine Schulhausvorlage an die Urne gelangen. Auf das Schuljahr 2017/18 will man das Schulhaus beziehen. Bis dahin wird es in den bestehenden Schulhäusern der Primarschule immer enger. «Angesichts der prognostizierten Schülerzahlen werden wohl weitere Massnahmen nötig, um Platz zu schaffen», erklärt Brand. Er schliesst nicht aus, dass unter Umständen gar ein weiteres Provisorium zugemietet werden muss. Sobald die Umsetzung des Schulhausneubaus beginnt, soll auch die Planung der Sanierung des Schulhauses Reppisch angegangen werden, wie Brand erklärt.

Ursprünglich war vorgesehen, dass das neue Schulhaus anstelle des Schulhauses Reppisch entstehen soll. Der Kanton drohte allerdings eine Unterschutzstellung des Schulhauses aus dem Jahr 1959 an.

Notlösung wird zur Wunschlösung

Nach diesem Rückschlag habe ein Umdenken stattfinden müssen, sagt Brand. Mit der Lösung im Haldenacher ist der Primarschulpräsident nun aber glücklich: «Das gewählte Gebiet ist ein guter Standort. Wir sind damit flexibler für die zukünftige Schulraumplanung.»