Dietikon
Die jungen Kräutersammler essen zum Zvieri Brennnesselchips

Dick eingepackt waren sie, die elf Kinder zwischen vier und acht, die trotz kalt-nassem Aprilwetter von Montag bis Mittwoch auf dem Gigelibode, dem Wald hinter der Freizeitanlage Chrüzacher, Kräuter pflückten.

Gioia Lenggenhager(Text und Fotos )
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Ilona hackt Schnittlauch und Löwenzahn für gesunde Dipsaucen.
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Selina malt mit ihrer Kreide lieber Jonas an als Blumen auf den Boden.
Susanne Ernst frittiert die gesammelten Brennnesselblätter.
Kinder lernen in Dietikon, welche Kräuter giftig sind
Zweifel mal ganz anders: Die Kinder probieren vorsichtig die Brennnesselchips. Nur etwas Salz fehlt noch.

Ilona hackt Schnittlauch und Löwenzahn für gesunde Dipsaucen.

Gioia Lenggenhager

Die Beute dufte sich sehen lassen: Luis mochte am liebsten den Brombeertee, Selina die Brühe aus den selber gepflückten Brennnesseln. Ilona und Ana hackten Seite an Seite Löwenzahn und Schnittlauch, um ihre Quark-Dipsaucen zu verfeinern, während Susanne Ernst, Waldspielgruppenleiterin, in einem Pfannendeckel über dem Feuer Brennnesselblätter frittierte.

«Hier können die Kinder die Natur mit allen Sinnen erfassen – sie sehen, spüren, schmecken und riechen», sagte Ernst. Der Hintergedanken des Ferienkurses sei, den Mädchen und Buben eine Welt zu öffnen, zu der sie sonst selten Zugang hätten.

Pädagogik unter freiem Himmel

«Wir wollen den Kindern die Natur und ihren Schutz näherbringen», sagte Renate Müller. Die Wald- und Umweltpädagogin geht mit den Dreikäsehochs darum zu jeder Jahreszeit und bei jeder Witterung nach draussen.

Tatsächlich hatte Petrus kein Erbarmen mit den jungen Kräutersammlern: Am Dienstag wurden sie weder von Windböen noch vom Hagel verschont. Dennoch: überall fröhliche Gesichter trotz schmutzigen Regenhosen und durchnässten Turnschuhen. Oder gerade deshalb?