Limmattal

Die Jugendhäuser des Limmattals sind noch immer trendy

Sofas, Grafitis und Handyladestationen: Das Jugendhaus soll den Jugendlichen ein angenehmes Umfeld bieten.

Sofas, Grafitis und Handyladestationen: Das Jugendhaus soll den Jugendlichen ein angenehmes Umfeld bieten.

Sind Jugendhäuser noch zeitgemäss? Die Zahlen sprechen für die Jugendarbeit: Pro Abend besuchen zwischen 50 und 60 Jugendliche das Kultur- und Begegnungshaus Kube. Wie sieht das in anderen Jugendhäuser der Region aus?

Dietikon:

Midnightsports, Billard, Pingpong so wie Beratungsangebote , Partys und Bewerbungshilfe - das Jugendzentrum Dietikon bietet Unterstützung für die verschiedensten Belange der Jugendlichen. Der Treff ist vom Dienstag bis Freitag geöffnet und wird von bis zu 40 Jugendlichen besucht. «Hängen, Musik hören, rappen, Spiele spielen und mit uns Jugendarbeitenden quatschen, das macht den Jugendlichen am meisten Spass», sagt der Jugendarbeiter Michel Duc.

Urdorf:

In Urdorf sind viele der Jugendliche in Vereinen verankert. In der Gemeinde gibt es einen Treff für die Oberstufenschüler und das Jugendcafe der reformierten Kirche, welches hauptsächlich für Kinder und Veranstaltungen der Kirche genutzt wird. «Die offene Jugendarbeit der Gemeinde Urdorf verfügt über keine eigenen Räumlichkeiten speziell für Jugendliche. Für Kurse, Workshops und Veranstaltungen der Jugendarbeit werden jeweils Räumlichkeiten wie die Turnhalle oder der Embrisaal reserviert», sagt Andrea Köbeli, Jugendbeauftragte der Gemeinde Urdorf. Der Gemeinderat wird bis Ende Jahr, unter Berücksichtigung seines Leitbildes «Urdorf 2030», seine Jugendstrategie diskutieren und neue Beschlüsse fassen.

Oberengstringen:

Das Jugendhaus in Oberengstringen bietet von Hip-Hop für Girls über einen Mittagstisch bis zur Jugendinfo, einer Anlaufstelle für Jugendliche und Erwachsene, ganz verschiedene Angebote. «Im Jugendhaus dürfen die Jugendlichen die Räumlichkeiten und das Programm selber mitgestalten und sich kreativ nach ihren Vorstellungen ausleben», sagt Sandra Jenny, Oberengstringer Jugendbeauftragte. Pro Woche nehmen zwischen 80 und 100 Jugendliche an den Angeboten des Oberengstringer Jugendhauses teil. Die schnelle Entwicklung der Jugendlichen sowie die sich verändernden Bedürfnisse seien eine grosse Herausforderung für das Team. «Die Kunst ist, auf Augenhöhe dabei zu sein und nicht hinterher zu hinken», so Jenny. Das Oberengstringer Jugendhaus ist regelmässig von Mittwoch bis Samstag offen.

Birmensdorf:

Der Jugendtreff Traffic in Birmensdorf wird regelmässig von 30 bis 50 Jugendlichen besucht. «Natürlich sind das Wetter und die Temperaturen ein Faktor für steigende oder eben sinkende Besucherzahlen», sagt Beat Feubli. Er leitet die Abteilung für Soziales und Gesellschaft. Für ihn ist es wichtig, dass die Jugendlichen durch den Treff zum ersten Mal alleine am Freitagabend «in den Ausgang» können und dabei einen geschützten Rahmen vorfinden. «Die Jugendlichen möchten sich gerne frei bewegen können und gerade in diesem Alter auch ohne ihre Eltern unterwegs sein», sagt er. Zu diesem Zweck können die Jugendlichen im «Traffic» Billard spielen oder Tögele. Dabei sei es eine Herausforderung, dass die freiwilligen Mitarbeiter des Treffs Angebote ausschreiben, die von den Jugendlichen genutzt werden.

Geroldswil, Weiningen, Oetwil und Unterengstringen:

Der Jugendtreff Geroldswil ist ein Freizeit- und Begegnungsort für Jugendliche ab der 6. Klasse bis zum 18. Geburtstag. Er richtet sich an die Dörfer Geroldswil, Weiningen, Oetwil und Unterengstringen. Einmal im Monat wird ein spezieller Anlass wie ein Pizzaabend oder eine Diskussionsrunde organisiert. «Die Jugendlichen werden bei Hausaufgaben oder der Lehrstellensuche unterstützt und können sich bei schulischen Schwierigkeiten an die Leitungspersonen wenden», sagt Sarah Aemisegger, Sozialdiakonin und Hauptleiterin des Treffs. Pro Woche besuchen rund 60 Jugendliche den Geroldswiler Jugendtreff. Das Team bestehe dabei aus drei Angestellten und einigen jungen Erwachsenen, die im Jugendtreff mitarbeiten. Zudem können auch Jugendliche im Jugendtreff mitarbeiten und schon in der Schulzeit Verantwortungsaufgaben übernehmen, was ihnen für die spätere Lehrstellensuche dienlich ist.

Uitikon:

Über 60 junge Besucher sind jeweils am Mittwoch und Freitag den Uitiker Jugendtreff anzutreffen. «Die Jugendlichen brauchen eigene Räume, um am Leben teilzunehmen und sich altersgerecht entwickeln können», sagt die Jugendarbeiterin Danielle Misteli. Es seien grosse Schritte, die in diesem Lebensabschnitt stattfinden und für die Jugendlichen sei es wichtig, dass sie diese unter sich tun können, ohne das Beisein der Eltern und Erwachsenen. «In den 80 Jahren waren die Treffs ein grosses Thema, und die Jugend hat sich diese mit Gewalt geforderten Räume genommen.» Die Jugendunruhen von damals zeigen ihr wie notwendig diese Plätze damals und heute sind. «Die Jugend braucht Raum und Gehör und möchte als Teil der Gesellschaft wahrgenommen werden», sagt Mistelli.

Bergdietikon:

Im Jugendtreff Bergdietikon treffen sich die jungen Erwachsenen ab zwölf Jahren um sich zurücklehnen und zu chillen. Pro Woche kommen zwischen 60 bis 80 Jugendliche in den offenen Treff. «Die Herausforderung ist, den Überblick zu behalten, wenn sich die Jugendlichen in Gruppen an verschiedenen Orten aufhalten», sagt Markus Felix, Jugendtreffleiter. Er führt den Treff alleine. Die Grösse des Raumes sei besonders im Winter knapp. «Ansonsten läufts im Moment prima», sagt er. Die Stimmung sei harmonisch, kollegial, lebendig und friedlich. Der Treff ist jeden Freitag und an zwei Samstagen im Monat geöffnet.

Aesch:

Seit vier Jahren gibt es auch in Aesch einen Jugendtreff. Jeweils am Samstag trifft sich die Aescher Jugend mehrheitlich unbeaufsichtigt im «Container» vor dem Feuerwehrgebäude und geniesst die gemeinsame Zeit. «Die Jungen geniessen es für sich zu sein, Pizza oder Snacks zu essen und laut Musik zu hören», sagt Janine Vannaz, Aescher Gemeinderätin und Sozial- und Kulturvorständin. Momentan laufe es sehr gut und es kämen pro Abend jeweils rund zehn Jugendliche in den Treff. «Die Herausforderung ist, dass sie sich an das halten, was abgemacht ist», so Vannaz.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1