Hypothekarblasen-Index

Die Immo-Blase rückt ein Stück näher - Limmattal ist Risikozone

Bauboom im Limmattal. Bild von der Baustelle im Limmatfeld.

Bauboom im Limmattal. Bild von der Baustelle im Limmatfeld.

Limmattal Der Hypothekarblasen-Index der UBS stieg im zweiten Quartal markant an – die Branche gibt sich gelassen, rät Käufern aber zur Vorsicht.

Die Wahrscheinlichkeit einer Immobilien-Blase steigt – das Limmattal ist eine der 17 Regionen mit hohem Risiko. Der Swiss Real Estate Bubble Index (Hypothekarblasen-Index) der UBS steht im aktuellen zweiten Quartal bei einem Wert von 1,37 Punkten, noch vor drei Monaten war er bei 1,27 Punkten. Einen derart starken Anstieg gab es seit dem Jahr 2012 nicht mehr. Ab einem Wert von 2 spricht die UBS von einer Hypothekarblase. Zu den Gefahrenregionen gehören neben dem Limmattal auch das Glatt- und Furttal sowie die Stadt Zürich. Schweizweit sind auch Basel-Stadt, die Genferseeregion sowie Teile der Innerschweiz aufgeführt.

In ihrer Mitteilung schreibt die Grossbank, dass das Hypothekarvolumen der privaten Haushalte in der Schweiz im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent zulegte, während sich die Eigenheimpreise um knapp 2 Prozent verteuerten: «Solche Wachstumsraten scheinen moderat, sind jedoch angesichts der stagnierenden Wirtschaftsleistung eher hoch», schreibt die UBS in ihrem Bericht. Der Anstieg des Indexes bestätige, dass auf dem Eigenheimmarkt noch keine Entwarnung gegeben werden könne. «Einerseits ist die Nachfrage nach den eigenen vier Wänden aufgrund der günstigen Hypothekarzinsen hoch, andererseits hat die Investitionsnachfrage nach Immobilien auf dem Eigenheimmarkt an Wichtigkeit gewonnen», heisst es weiter.

HEV: Kein Szenario wie 1980

Der Präsident des Schweizerischen Hauseigentümerverbands (HEV) und Aescher SVP-Nationalrat Hans Egloff hält die Situation keineswegs für prekär: «Von einer Blase wie etwa in den 1980er-Jahren sind wir noch weit entfernt.» Dass sich Käufer vom Anstieg des Indexes verunsichern lassen und Limmattaler Bauherren auf ihren Eigentumswohnungen sitzen bleiben, glaubt Egloff nicht. «Nur der Absatz von Eigenheimen im Hochpreissegment schwächelt derzeit. Solche gibt es in der Region aber eher weniger, dafür viele im Mittelpreissegment, wo die Nachfrage noch immer gross ist.»

Auch Leiter Business Development bei der Halter AG, Alex Valsecchi, glaubt nicht, dass die Lage so ernst ist. «Die aktuellen Angebotspreise im Wohneigentum sind inzwischen für weniger Haushalte tragbar, damit reguliert sich der Markt selbst», sagt er. Die Gefahr einer Immobilienblase sieht Valsecchi eher in ländlichen Gebieten als in Zentrumsregionen und Agglomerationen. Dies begründet er damit, dass in ländlichen Regionen eher eine Immobilien-Überproduktion stattfindet.

Sollte ein Preiszerfall der Immobilien eintreten, dann falle dieser in den Ballungszentren der Schweiz sicherlich geringer aus als in ländlichen Regionen. «Trotz der stagnierenden Wirtschaftsleistung sind die Zentren attraktiv. Dies wird sich kaum ändern», so Valsecchi. Durch den UBS-Index verunsicherten Käufern rät Valsecchi, sich nicht von den tiefen Hypothekarzinsen täuschen zu lassen. Heute gibt es eine 10-jährige Ersthypothek für rund 2 Prozent Zins. Davor sei dieser Wert längerfristig bei rund 4 bis 4,5 Prozent gelegen. «Legt der Käufer die Differenz auf die Seite, dann wird er im schlimmsten Fall eine Korrektur des Hauswertes problemlos ausgleichen können.»

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