Die Imker profitieren von Subventionen

Die Gemeinde Birmensdorf zahlt Imkern seit drei Jahren Beiträge für ihre Bienenvölker. Urdorf hat einen Antrag eines Züchters hingegen abgelehnt.symbolbild/archiv

Die Gemeinde Birmensdorf zahlt Imkern seit drei Jahren Beiträge für ihre Bienenvölker. Urdorf hat einen Antrag eines Züchters hingegen abgelehnt.symbolbild/archiv

Limmattal Imkern ist eine Ehrensache und soll Freude machen. Geld zu verdienen steht dabei nicht im Vordergrund.» In Uitikon werden Bienenzüchter neu mit 50 Franken pro Bienenvolk finanziell entschädigt

Wer bei Bienen nur an den süssen Honig denkt, liegt daneben. Denn die kleinen Tiere leisten viel mehr als das. Sie sind für die Bestäubung von Pflanzen und Obstanlagen unabdingbar. Ein Drittel unserer Nahrungsmittel gäbe es ohne die Honigbiene nicht.

Die Bienenzucht ist aber aufwendig. Zudem werden durch Krankheiten wie Varroamilbe, Sauer- oder Faulbrut immer wieder ganze Völkerstämme vernichtet. Deshalb gelangten Uitiker Imker mit einem Gesuch an den Gemeinderat. Ihre Forderung: Für die 68 Bienenvölker im Dorf sollten Subventionen pro Bienenvolk ausgerichtet werden. Der Gemeinderat bewilligte diesen Antrag. Die Imker werden nun für zwei Jahre mit einem finanziellen Beitrag von 50 Franken pro Bienenvolk und Jahr unterstützt. Im Gegenzug soll der produzierte Honig im Dorf zum Verkauf angeboten werden.

In Birmensdorf werden Imker von der Gemeinde schon seit drei Jahren finanziell unterstützt. Der Beitrag beträgt ebenfalls 50 Franken pro Bienenvolk und Jahr. Imker Urs Heusser hat zwei Bienenhäuser und ist froh um die Unterstützung der Gemeinde. «Wir können das Geld gut gebrauchen. Vor allem weil wir in den letzten Jahren einige Verluste zu verzeichnen hatten», sagt er. Krankheiten würden immer wieder ganze Bienenvölker vernichten. Zur Bekämpfung der Varroamilben behandelt der Imker seine Bienen zwei Mal 14 Tage lang mit Ameisensäure. Im November wird nachbehandelt.

Jetzt gehe es seinen Bienen wieder besser, so Heusser: «Wir haben einen durchschnittlichen Honigertrag gehabt dieses Jahr.» Auch die Gemeinde hatte kürzlich Erfreuliches mitzuteilen: Die Gesamtanzahl aller Bienenvölker in Birmensdorf sei im Jahr 2013 auf 152 gestiegen. Gegenüber dem Jahr 2012 sind das 25 Völker mehr.

Zustupf gibt es nur vereinzelt

Robert Sieber, Vizepräsident des Verein Deutschschweizer und Rätoromanischer Bienenfreunde (VDRB), befürwortet die Subventionierung von Imkern durch einzelne Gemeinden hingegen nicht. «Imkern ist eine Ehrensache und soll Freude machen. Geld damit zu verdienen steht dabei nicht im Vordergrund», sagt er. Der VDRB setze sich vielmehr dafür ein, dass die Rahmenbedingungen für Imker optimal sind. «Dazu gehört es etwa, dass die Imker optimalen Zugang zu Varroa-Behandlungen haben. Ausserdem fördern wir die Ausbildung von Imkern.» Zudem sei es in der Schweiz auch nicht die Regel, dass Imker von Gemeinden finanziell unterstützt werden. «Das sind eher Einzelfälle», so Sieber.

Die Gemeinde Urdorf hat vor kurzem ebenfalls eine Anfrage eines Imkers um Subventionsbeiträge erhalten. Der Antrag sei vom Gemeinderat abgelehnt und der Imker an den zuständigen Bund weiterverwiesen worden, sagt Patrick Müller, Leiter Stab der Gemeinde Urdorf. Denn auf eidgenössischer Ebene ist im Nationalrat ein Vorstoss in Sachen Bienenschutz hängig. Der Bundesrat hat die Ausarbeitung eines Aktionsplanes zur besseren Koordination bestehender Massnahmen sowie zur Prüfung weiterer Möglichkeiten in Auftrag gegeben.

In Unterengstringen erhalten Imker ebenfalls keine direkten Subventionen. Trotzdem wurden dieses Frühjahr an der Weidstrasse oberhalb des Ortsmuseums zwei neue Bienenvölker angesiedelt. «Wir stellen dort das Bienenhaus gratis zur Verfügung. Die Imkerin Ruth Guillén pflegt die Bienen gerne ehrenamtlich», sagt Gemeindepräsident Peter Trombik. Den Unterengstringer Honig gibt es bereits zu kaufen.

Für die Imker hat das Bienenjahr soeben erst begonnen. Ende Sommer steht die Züchtung der Winterbienen an. Ihre Lebensdauer beträgt rund sechs Monate. Die Sommerbienen, die nur rund vier Wochen leben, reduzieren sich allmählich. Für die Limmattaler Imker heisst das, die neuen Tiere nach der Honigernte für den Winter mit Zuckersirup aufzufüttern. Doch ob die Bienen die kalte Jahreszeit überleben, kann nicht vorhergesehen werden. «Nur ein starkes Bienenvolk übersteht den Winter unbeschadet», sagt Imker Heusser.

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