Schlieren

Die IG Familie löst sich auf – Stadt übernimmt den Kleinkindertreff im Familienzentrum

Das Kafi im Familienzentrum wird am 12. Dezember zum letzten Mal geöffnet sein.

Nun ist es raus: Die Interessengemeinschaft Familie in Schlieren wird aufgelöst. Ob Samichlausveranstaltung, Kasperlitheater oder Familienkafi: In den letzten Jahren übernahm der Verein die Kosten und den Aufwand für viele Aktivitäten rund um die Familie.

«Bisher haben wir das alles auf freiwilliger Basis gemacht», sagt Anna Walther, Präsidentin der Interessengemeinschaft Familie. Nun ist Schluss damit. Grund dafür ist die sinkende Zahl der ehrenamtlichen Helfer im Familienzentrum an der Badenerstrasse.

An der ausserordentlichen Vereinsversammlung am Dienstagabend wurde die Auflösung des Vereins definitiv beschlossen. Bis zum Schluss hofften die Vereinsmitglieder auf neue freiwillige Mitarbeiter oder finanzielle Unterstützung der Stadt. Nun ist klar: Die Stadt wird nur den Kleinkindertreff weiterführen. «Ohne staatlichen Auftrag können wir nicht handeln», begründet Markus Bärtschiger (SP), Schlierens Stadtpräsident.

Dieser könne einzig im Falle des Kleinkindertreffs geltend gemacht werden. Für das Familienkafi oder das Kasperlitheater kann die Stadt momentan keine Verantwortung übernehmen, da dort die gesetzliche Aufgabe fehle.

Ab dem neuen Jahr wird der Verein die Verwaltung des Gebäudes der Stadt abgeben. Private und Vereine, wie die Mütterberatung, Familie 5+ und andere, haben weiterhin die Möglichkeit, die Räume des Zentrums für ihre Veranstaltungen und Angebote zu mieten.

Bedauern über das Ende

«Auch wenn ich es persönlich schade finde, wenn Träume zu Ende gehen, sollten wir nicht auf geschlossene Türen starren», sagt Bärtschiger. Er hat die Hoffnung nicht aufgegeben, dass sich neue Türen öffnen werden und sich Freiwillige melden, die sich auch zukünftig für die Schlieremer Kinder und Familien engagieren wollen.

«Das Sinnvollste ist, wenn die politische Diskussion weitergeht», so Bärtschiger. Damit meint er insbesondere, dass im Stadtparlament sowie unter Privatpersonen weiter diskutiert werden soll, wie Familien und Kinder unterstützt werden können.

Obwohl auch Walther die Auflösung des Vereins bedauert, sagt sie: «Ich bin sehr froh über die Lösung, die wir mit der Stadt gefunden haben.» Für sie war es absehbar, dass die IG aufgelöst werden muss, wenn sich nicht noch jemand spontan für die ehrenamtliche Arbeit meldet.

Der letzte Samichlaus im Zentrum

Auch wenn das Engagement nun vorerst kleiner wird, ist für Walther die Arbeit mit dem Abschluss noch nicht zu Ende: Da sind einerseits die letzten Events— das Samichlaustreffen am 7. Dezember oder das letzte Familienkafi am 12. Dezember. Auch danach ist die To-do-Liste der Vereinspräsidentin nicht leer: «Ich werde auf alle Fälle die Übergabe des Zentrums an die Stadt begleiten», sagt Walther.

Wie das Angebot des Zentrums zukünftig ersetzt wird, ist noch nicht klar. Walther kann sich drei Varianten vorstellen: Entweder wird das Angebot des Vereins ersatzlos gestrichen, die Stadt Schlieren unterstützt mehr Familienangebote oder der Verein Freizeit Schlieren übernimmt einen Teil des Angebots.

«Welche Aufgabe oder Position ich übernehmen werde, kann ich noch nicht sagen, da ich im Sommer eine Weiterbildung starten werde und daneben noch eine eigene Familie und einen Job als Primarlehrerin habe.» Was Walther aber auf alle Fälle in Erinnerung bleibt, sind die vielen strahlenden Kinderaugen beim Adventskalender basteln oder die Eltern, die sich für die Zeit im Familienkafi bedankten.

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