Limmattal
Die Honigernte fiel ins Wasser, weil die Bienen nicht ausflogen

Wegen des schlechten Wetters mussten Imker Ernteeinbussen in Kauf nehmen. Regen und tiefe Temperaturen hinderten die Bienen daran auszufliegen.

Aline Ilk
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Wegen des schlechten Wetters mussten Imker Ernteeinbussen in Kauf nehmen

Wegen des schlechten Wetters mussten Imker Ernteeinbussen in Kauf nehmen

Thinkstock

Obwohl es inzwischen mehrheitlich schön und heiss ist: Die Honigernte in diesem Jahr fiel nur mässig aus. Schuld daran war das schlechte Wetter. Der Regen und die tiefen Temperaturen hinderten die Bienen daran, auszufliegen und Nektar zu sammeln. Auch das Limmattal ist von den Ernteeinbussen betroffen – im Sommer noch mehr als im Frühling. Denn Imker ernten normalerweise zweimal im Jahr: Mitte Mai den Frühlingshonig und Ende Juli den Sommerhonig.
«Im Frühling hatte ich Glück, da das Wetter zur richtigen Zeit gut war», sagt Imker Kurt Frick, der Bienenhäuser in Dietikon, Bergdietikon und Spreitenbach hat. «Im Sommer produzieren Bienen Honig zwischen Anfang Juni und Mitte Juli, danach werden die Honigräume heruntergenommen», sagt er. «Die Sommerernte war unterdurchschnittlich, weil sich genau in diesem Zeitraum das Wetter mehrheitlich von seiner nassen Seite zeigte.»

Frick ist nicht der Einzige, der einen schlechten Erntesommer hatte: «Ich habe bis zu 60 Prozent weniger Honig als im letzten Sommer», sagt Imker Rudolf Stauffer. Ebenso wie Frick startete er gut in den Frühling und konnte in seinen drei Bienenhäusern in Dietikon, Aesch und Bergdietikon bis zu 300 Kilogramm Honig ernten. «Der Sommer hingegen war miserabel», so Stauffer.

Mehr Honig dank Gärten

In Dietikon produzierten Stauffers Bienen mehr Honig, da es in der Umgebung viele Schrebergärten und Blumen auf Balkonen gibt. «Jedoch hatte ich auch in Dietikon im Jahr zuvor die doppelte Menge an Honig», sagt er.

Auch für Imker Urs Heusser, der zwei Bienenhäuser in Birmensdorf hat, war es eine mittelmässige Saison: «In guten Jahren habe ich bis zu 20 Kilogramm Honig. In diesem Jahr konnte ich im Frühling rund sieben Kilogramm und im Sommer nur rund fünf Kilogramm ernten.» Und das, obwohl er den letzten Winter sehr gut überstanden und fast keine Völker verloren habe. Aber: «Das Wetter kann man leider nicht ändern», so Heusser.

Die Honigernte von Imker Hans Thomas aus Aesch fiel ebenfalls nicht gut aus; doch er kann dem Regen auch etwas Positives abgewinnen: «Da es meistens nass war, waren die Pflanzen immer schön bewässert. Über das Frühjahr kann ich mich nicht beklagen.» Laut Thomas fliegen die Bienen aus, sobald es rund 12 Grad warm ist. Nur mit dem Waldhonig, der im Sommer produziert wird, hatte er Schwierigkeiten. «Es war kein guter Sommer», so Thomas. Seine Ernte könne er aber mit dem Vorjahr nur schlecht vergleichen, da er heute sieben Bienenvölker mehr besitze.

Tödlicher Parasit

Mittlerweile ist für die Imker aber bereits wieder Winter. Denn schon am 21. Juni, dem längste Tag im Jahr, stellen die Bienen auf Wintersaison um. Laut Heusser schlüpfen inzwischen schon seine ersten Winterbienen, die mit vier bis fünf Monaten eine besonders lange Lebensdauer haben. «Ich muss diese bereits jetzt füttern, um sie für die Wintermonate vorzubereiten», sagt er.

Vor allem aber müsse er seine Bienen gegen die Varroa-Milbe behandeln. Diese Milbe ernährt sich vom Blut der Bienen und macht diese durch die Bisswunden anfälliger auf Krankheiten. Sie vermehrt sich auf der Brut, was die jungen Bienen schon beim Schlüpfen schwächt. «Das Veterinäramt des Kantons Zürich empfiehlt unbedingt, Bienen gegen die Milbe zu schützen», sagt Heusser. Er behandelt seine mit 70-prozentiger Ameisensäure. «Einige gehen sogar mit Melkfett gegen die Milbe vor, indem sie die Böden der Bienenstöcke damit beschmieren. Darüber legen sie ein Gitter, damit nur die Milben und nicht die Bienen dort kleben bleiben.»

Mit Ameisensäure behandelt werden dürfen die Bienen aber erst, wenn sie keinen Honig mehr produzieren, sonst besteht die Gefahr, dass Überreste der Säure in den Honig gelangen. «Wichtig ist, dass man die Bienen im Herbst nachbehandelt, damit der Milbenbestand im nächsten Frühjahr so gering wie möglich ist», so Heusser.

Imker Andreas Berger aus Dietikon sagt, man kriege die Milbe langsam, aber sicher in den Griff. «Letztes Jahr betrug der Verlust der Bienenvölker weniger als zehn Prozent.»