Eisenbähnler

Die Herren und ihr Spielzeug leben in einer eigenen Welt

Zwei Eisenbähnler diskutieren ihre Leidenschaft.

Zwei Eisenbähnler diskutieren ihre Leidenschaft.

Modelleisenbahnen bringen Männer zum Spielen. Die volle Halle des Gemeindezentrums Brüelmatt zeigt, dass das Bedürfnis dazu noch immer gross ist.

Die Modelleisenbähnler haben ihre eigene Welt. Das musste auch ein Vater bald erfahren. An den Modelleisenbahn-Markt in Birmensdorf war er gekommen, um seinen Söhnen ein Spielzeug zu kaufen. Dort war er auf einen Mann getroffen, der sich auskennt. Spurgrösse H0 oder kleiner, Gleichstrom oder Wechselstrom, digital oder analog – so kompliziert hatte er sich das nicht vorgestellt.

Die überwiegend männlichen Sammler und Händler können sich stundenlang in die Feinheiten ihrer Leidenschaft vertiefen. An jeder Ecke kann man hier ihren Gesprächen über die Qualität bestimmter Achsen oder die Vorzüge einer neuen Wagenkollektion lauschen.

Die Halle ist bereits am Morgen gut gefüllt, ein weiteres Mal konnte jeder Tisch an einen Händler vermietet werden. Für die Reppischtaler Eisenbahnamateure ist das erfreulich, denn der Markt ist ihr wichtigster Anlass. Der Präsident, Hansruedi Obrist, ist daher sehr zufrieden. «Wir befürchten jedes Jahr, dass zu wenige kommen – nun hatten wir sogar zu wenige Tische.» An solchen Anlässen seien zwar immer wieder bekannte Gesichter zu sehen, es kämen aber auch neue hinzu, sagt Obrist. «Von uns gibt es zwei Sorten: die älteren Herren, die ein lieb gewonnenes Hobby verbindet, und die Väter, die mit ihren Söhnen spielen.» Wenn Letztere dabei bleiben, gibt es die Eisenbähnlerwelt noch eine ganze Weile.

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