Schlieren
Die Hartgesottenen haben die Badisaison im Limmatal eröffnet

Mit dem «Möösli» ging gestern die erste Badi im Limmattal auf – noch nicht alle Gäste wagten sich ins Wasser

Carla Stampfli
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Die Hartgesottenen haben die Badisaison eröffnet
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Stammgäste (r.) geniessen im Restaurant den ersten Kaffee der Saison
Restaurantleiterin Cécile Gigon empfängt an der Kasse die Badegäste.
Die Freibadsaison im Möösli ist eröffnet
Kraulend in die Freibahnsaison gestartet
Badegäste wagten zum Saisonauftakt den Sprung ins kalte Wasser

Die Hartgesottenen haben die Badisaison eröffnet

Limmattaler Zeitung

«Das Wasser ist 19 Grad?», bemerkt eine ältere Dame im Badeanzug fragend, als sie auf die Leuchttafel beim Restaurant blickt. «Ah, das geht ja noch», sagt sie und steigt ins Wasser. Es ist kurz nach 9 Uhr, im Freibad «Möösli» in Schlieren ziehen bereits die ersten Badegäste ihre Bahnen. An der Kasse verkauft Restaurantleiterin Cécile Gigon Saisonabonnements - gut 20 Stück werden es in den ersten Paar Stunden sein.

Weitere Stammgäste stossen dazu, begrüssen sich gegenseitig und lachen herzhaft. «Guten Morgen miteinander. Schon langen nicht mehr gesehen. Wie geht es denn?», ertönt es aus der Runde. An den Tischen beim Eingang wird geplaudert, Kaffee getrunken, die Sonne und die angenehme Temperatur genossen.

Chefbadmeister Mihajlo Nikic kontrolliert den Reinigungsroboter, der neben dem Beckenrand liegt. Erfreut blickt er auf das Wasser. «Am 23. März haben wir die Umwälzpumpe in Betrieb gesetzt, das Wasser und das Becken wurden nach und nach gereinigt», sagt Nikic. Dieser Vorgang sei für ein Bio-Bad besonders wichtig, denn nach dem Winter sammle sich am Boden des Wasserbeckens bis zu drei Zentimeter Schlamm an.

Das schöne Wetter hat in den Vorbereitungen zum Saisonstart geholfen. Die Wasserqualität sei gut, die Temperatur liege heute etwas über 19 Grad. «Ich bin zufrieden», sagt der Chefbadmeister und schreitet zum Restaurant, wo er einige Worte mit den Gästen wechselt.
«Sie ist ein Vorbild für mich»

Nicht alle Besucher haben am ersten Tag der Freibad-Saison gleich auch den Sprung ins Becken gewagt. Für Maria Friedrich ist es beispielsweise noch zu kalt. Die 70-Jährige ist ins «Möösli» gekommen, um einer Bekannten etwas zu bringen, die zurzeit ihre Bahnen zieht. «Sie ist etwas älter als ich und ein Vorbild für mich. Es ist schön zu sehen, dass man auch im höheren Alter sportlich tätig sein kann», sagt Friedrich, die seit vielen Jahren Stammgast in der Badi ist.

Sobald die Wassertemperatur 20 Grad erreiche, werde sie ins Becken steigen. «Auf der Leuchttafel muss aber erst eine Zwei zu sehen sein», sagt sie lachend. Schwimmen wird sie jedoch nicht: Seitdem sie Rückenschmerzen plagen, betreibt Friedrich Aquafitness. Sie steige jeweils mit Gurt ins Wasser und führe gelenkschonende Übungen aus. «Das ist der Sport, den ich liebe.»

Training für die Seeüberquerung

Nicht mit Gurt, sondern mit Schwimmbrille spult hingegen Lukas Weidmann seinen Kilometer ab. Eine länge Brust, eine länge Freistil, Pausen legt er nur selten ein. «Ich bin den ganzen Winter hindurch ins Hallenbad schwimmen gegangen. Jetzt freue ich mich, dass das Freibad wieder offen ist. Auch gefällt es mir, im chlorfreien Wasser zu schwimmen», sagt der 27-jährige Student. Der Schlieremer wird nun regelmässig im «Möösli» anzutreffen sein: Sein Ziel ist die Seeüberquerung im Juli. Er werde vor allem am Morgen kommen, dann habe es genügend Platz zum schwimmen. «Wie heute, das war schön.»

Während Weidmann mit seinem Rollbrett unter dem Arm die Anlage verlässt, empfängt Restaurantleiterin Gigon an der Kasse schon die nächsten Badigäste. Sie ist sowohl für die Kasse, als auch das Restaurant zuständig. Anfang April begann sie, die Ware zu bestellen und die Regale aufzufüllen. Im Vergleich zum letzten Jahr habe es nun einige Snacks und Speisen mehr im Angebot. «Wir haben auch geplant, ab Juni neu ein Mittagsmenü anzubieten.»

Zurzeit können im Selbstbedienungsbereich nur warme Getränke, Back- sowie Süsswaren gekauft werden. Mitte Mai werde die Küche ihren Betrieb vollständig aufnehmen. Dann seien auch wieder das beliebte Birchermüesli und der Kartoffelsalat erhältlich. «Natürlich selbst gemacht», sagt die Restaurantleiterin.