Schlieren
Die Harmonie reist in zwei Stunden musikalisch um die Welt

Die Harmonie Schlieren lud im ausverkauften Salmensaal zur musikalischen Weltreise nach Jules Verne ein und landet zum Abschluss in Zürich.

David Hunziker
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Beim Zwischenhalt in Paris spielte das Orchester ein Stück aus dem Musical «Les Misérables».

Beim Zwischenhalt in Paris spielte das Orchester ein Stück aus dem Musical «Les Misérables».

David Hunziker

Besonders viel Applaus erntete die Harmonie Schlieren an diesem Abend, als sie sich in einer neuen musikalischen Disziplin versuchte: An einem Punkt des Konzerts versammelten sich sämtliche Musikerinnen und Musiker im hinteren Teil des restlos ausverkauften Salmensaals und gaben eine A-cappella-Nummer zum Besten. Auch ohne Instrumente machte die Harmonie dabei eine erstaunlich gute Figur.

Das Stück fügte sich gut in die Geschichte ein, an der das Galakonzert der Harmonie vom vergangenen Samstagabend aufgehängt war: Jules Vernes «In 80 Tagen um die Welt». Passepartout, der Diener des Protagonisten Phileas Fogg, versuchte zu diesem Zeitpunkt nämlich gerade, sich auf den Strassen der japanischen Stadt Yokohama mit einigen Ständchen etwas Geld zu verdienen, um wieder zu seinem zuvor verlorenen Meister aufschliessen zu können. Vernes Roman beginnt damit, dass der reiche englische Gentleman Fogg eine hohe Summe darauf wettet, dass er die Erde in 80 Tagen umrunden könne.

Jedes Lied des Konzerts markierte eine Station auf Foggs Reise: Beim ersten Zwischenhalt in Paris etwa stimmte die Harmonie ein Stück aus dem Musical «Les Misérables» an. In Hong Kong ertönte eines aus dem James-Bond-Klassiker «The Man with the Golden Gun» von 1974, der unter anderem in der asiatischen Weltstadt spielt und in Dublin stimmte das Orchester eine Musical-Nummer aus «Lord of the Dance» an. Teil des Programms war auch der ursprünglich für die Opfer der Tsunami-Katastrophe von 2011 komponierte «Song for Japan». Neben der geografischen Vielfalt sorgten auch die teilweise ausgefallenen Arrangements des Dirigenten Tobias Zwyer für ein abwechslungsreiches Musikerlebnis.

Spielerischer Rollenwechsel
Gekonnt führte der Schauspieler Christof Bühler am Konzertabend im eleganten Frack durch Vernes Geschichte und wechselte dabei zwischen den Rollen des Geschichtenerzählers, des Ansagers und des Stand-up-Comedian. Immer wieder konnte er das Publikum, zu dem auch Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin sowie einige Stadträte gehörten, zum Lachen bringen.

Als letzte Zugabe stimmte die Harmonie den Sechseläutenmarsch an, was ein paar Gäste besonders gefreut haben wird. Die Zunft zum Widder, welche die Harmonie Schlieren jeweils durch den Zürcher Traditionsumzug begleitet, hatte nämlich ebenfalls eine Delegation in den Salmensaal geschickt.