Wie Bauvorsteherin Susanne Bereuter im Gespräch mit der az Limmattaler Zeitung erklärte, sei 2010 ergänzend zu den Plänen eine Nutzungsanalyse durchgeführt worden. Dies vor allem auf Drängen der Planer, welche die öffentliche Nutzung im Gebiet regeln wollten. Der Auslöser dazu war die Frage, ob ein Mittelverteiler mit rund 1000Quadratmeter Verkaufsfläche einziehen könnte. Wenn dem so wäre, müssten die Zu- und Wegfahrten eingeplant werden.

Das Quartierplangebiet wird in vier Zonen unterteilt. Die äusserste Zone, von wo aus es zur Hauptsache erschlossen wird, ist der Waldeggplatz. Hier könnte ein Mittelverteiler zu liegen kommen. «Auf dem Waldeggplatz ist eher die kommerzielle Nutzung vorgesehen», erklärt Bereuter. «Hier liegt der Transitpol. Hier wird hingefahren, eingekauft und nach kurzer Verweildauer wieder weggefahren.»

Für Susanne Bereuter ist die Nutzungsanalyse keine blosse Spielerei der Planer. «Wir hatten schon Anfragen von Migros und anderen Grossverteilern. Die sind interessiert. So können die Planer nun die Zu- und Ablieferung planen. Das tönt simpel, aber für die Planer gestaltet es sich als Knacknuss, weil sie auch den Zugang für die übrigen Bewohner des Quartierplangebiets planen müssen.»

Hochwertige Angebote beim Leuen

Das lang gezogene Quartierplangebiet ist in vier Zonen unterteilt. Nach der Eingangszone Waldeggplatz folgt das Wohnareal Nord, der Leuenplatz und das Areal Süd. Im Wohnareal Nord sind familienfreundliche Eigentumswohnungen im mittleren oder gehobenen Segment vorgesehen, im Areal Süd sieht man eher preisgünstigere Wohnungen, eventuell im genossenschaftlichen Wohnungsbau.

Der Leuenplatz ist für hochwertige, attraktive Angebote vorgesehen. Hier finde laut Bereuter eine so genannte langsame Nutzung mit längerer Verweildauer statt. Hier entsteht ein Treffpunkt für alle. Hier will der Gemeinderat attraktive Aufenthaltsräume generieren. Mit dem öffentlichen Gestaltungsplan, welcher die Bau- und Zonenordnung ergänzt, will man eine höhere Qualität der Überbauung gewährleisten.

Diese höhere Qualität betrifft auch die Durchgangsstrasse zwischen Waldegg- und Leuenplatz, welche Bereuter eher als Gasse bezeichnet. Hier sind tiefes Tempo und ein «gutes Nebeneinander von rollendem Verkehr und Fussgängern vorgesehen». Die Parkierung soll weitestgehend unter den Boden verschwinden.

Leitbild zum Gestaltungsplan

Parallel zu den übrigen Plänen und Analysen erarbeitet der Gemeinderat ein Leitbild aus, das Teil des Gestaltungsplans sein wird. Darin wird der jeweilige Quartiercharakter definiert. «Die Bauherren müssen beweisen, dass ihre Bauten dem Leitbild entsprechen. Das wird sicher kein toter Buchstabe. Es gibt uns ein starkes Mittel zur Hand, mit welchem wir unsere Vorgaben überprüfen können», folgert Susanne Bereuter.

Kürzlich fand eine Informationsveranstaltung für die Grundeigentümer statt. Im Laufe des Sommers wird die erste offizielle Grundeigentümerversammlung über die Bühne gehen. Dort werde ein erster verbindlicher Entwurf für einen Quartierplan aufliegen, blickt Bereuter in die Zukunft. Er enthält die Form der Grundstücke, die Erschliessungen, Realersatz oder Wertausgleich fürs Land und Baufelderbegrenzungen. Danach können die Eigentümer Einwendungen einbringen. Hernach wird der Plan überarbeitet, was nach Aussage von Bereuter Monate in Anspruch nehmen könnte. Nach einer zweiten Eigentümerversammlung wird der Quartierplan dann nochmals bereinigt und anschliessend durch den Gemeinderat festgelegt. Danach läuft die Rekursfrist.

«Chance für die Gemeinde»

Für die Bauvorsteherin bedeutet der Quartierplan Leuen-Waldegg «eine grosse Chance für die Gemeinde». Erstmals könne man ein derart grosses unüberbautes Land nach einem Gesamtkonzept entwickeln. Man sei sich in Uitikon langsam wachsende Strukturen gewohnt, alles sei nachvollziehbar gewesen. Die Möglichkeit sei nun aber gross, dass hier schnell gebaut werde. Dies sei zwar Sache der Grundeigentümer, doch habe man sie anlässlich der Informationsveranstaltung bereits angefragt, wann die ersten Wohnungen zu kaufen seien. Bereuter: «Die Nachfrage wird gross sein.»