Die Grippewelle kommt – wie jedes Jahr. Laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) häufen sich die Verdachtsfälle: Der Epidemie-Stellenwert von 67 Verdachtsfällen auf 100000 Einwohner wurde in der ersten Januarhälfte zwar nicht überschritten, die Zahl der Verdachtsfälle aber ist im Vergleich zur Vorwoche um ein Drittel angestiegen.

Auffallend sei aber, dass im Sentinella-Meldesystem – in dieses System tragen Hausärzte Fälle übertragbarer akuter Erkrankungen ein – die Nordostschweiz mit den Kantonen Zürich, Appenzell Innerrhoden und Ausserrhoden, Glarus, St. Gallen und Thurgau an vorderster Stelle stehe, also am meisten Krankheitsfälle verzeichne. Das sei ungewöhnlich, sagt Marco Bellafiore vom Kantonsspital Baden gegenüber az Online: «Häufig starten die Grippe-Epidemien in der Westschweiz und rücken nach Osten vor.»

Ruhiger als im Vorjahr

Von der angekündigten Grippewelle kann im Limmattal bis jetzt keine Rede sein: «Von einer Welle spüren wir noch nichts, wir verzeichnen im Moment keine Zunahme von Patienten mit Grippeverdacht», sagt Roberto Buonomano, verantwortlicher Oberarzt Infektiologie am Spital Limmattal. Es sei eher ruhiger als noch zur gleichen Zeit im Vorjahr.

Ähnlich tönt es auch bei Limmattaler Hausärzten: «Die Anzahl Patienten liegt im normalen Rahmen, einen Anstieg spüren wir bisher noch nicht», sagt Nadia Ballo, Arzthelferin in der Praxis von Laszlo Kis in Schlieren. Keinen Anstieg verzeichnet auch die Praxis von Christopher Meerwein und Florian Schmitt in Urdorf. Und selbst die Apotheken spüren noch kei-nen Anstieg: «Wir haben Kunden mit typischen Erkältungskrankheiten, also Schnupfen und Husten», sagt Thomas Dössegger von der Löwen-Apotheke in Dietikon. Von einer Grippewelle könne aber noch keine Rede sein.