«In den letzten Jahren ist unser jüngeres Personal in immer kürzeren Abständen wieder gegangen. Wir können als kleine Gemeinde nichts Gleichwertiges bieten», sagte Liegenschaftenvorstand Meinrad Kobler am Mittwochabend vor 46 Stimmberechtigten. Deshalb wolle der Gemeinderat vermehrt mit Teilzeitangestellten aus der Region arbeiten, die sesshaft seien. Teilzeitangestellte bedeuteten auch mehr Arbeitsplätze, zudem seien die Stellenprozente jüngst um 40 Prozent auf 340 erhöht worden, wie Kobler weiter ausführte. Momentan werden diese von fünf Personen bestritten.

Im 1986 erstellten Gemeindehaus seien die Räumlichkeiten nicht mehr optimal, das Mobiliar 25 Jahre alt und abgenutzt, sagte Kobler weiter. Ein Umbau der Verwaltung sei unumgänglich. Dafür verlangte der Gemeinderat von den Stimmberechtigten die Genehmigung eines Investitionskredits von 280000 Franken. Die Investitionen sollten für die nächsten 10 bis 15 Jahre reichen und nicht verloren sein, wenn man später – angesichts des bevorstehenden Wachstums von Aesch – die Verwaltung weiter ausbauen sollte.

Im Erdgeschoss zu eng?

Der Umbau sieht vor, das Gemeinderatszimmer im Erdgeschoss für Bürozwecke umzubauen. Die ganze Verwaltung soll mit sieben Arbeitsplätzen im Erdgeschoss untergebracht werden. Das Sitzungszimmer des Gemeinderats will man laut Kobler in den ersten Stock verlegen, wo man ein Bürozimmer und das Zimmer einer Wohnung zusammenfügen will. Der Vorteil dieser Lösung: Das Büro kann über eine Aussentreppe direkt erreicht werden. «Das könnte zu einer besseren Ausnutzung führen», gab sich Kobler zuversichtlich.

Ein Versammlungsteilnehmer äusserte Bedenken über das Projekt. Es sei zu eng im Erdgeschoss, sieben Arbeitsplätze seien die Minimalvariante und die Kosten für das gemeinderätliche Sitzungszimmer zu knapp bemessen. Kobler entgegnete, mindestens zehn Jahre lang sollte man mit sieben Plätzen arbeiten können. Man hätte jedoch die Möglichkeit, im ersten Stock weitere Räume zu beanspruchen. Im Sitzungszimmer habe man an alle notwendigen Einrichtungen gedacht, jedoch auf Luxus verzichtet.

Weitere Bedenken wurden aus der Versammlung keine gemeldet. Sie genehmigte die 280000 Franken einstimmig.

Rechnungen genehmigt

Sowohl die Rechnung 2010 der Politischen Gemeinde als auch diejenige der Schulgemeinde passierten einstimmig. Diego Bonato, Finanzvorstand der Politischen Gemeinde, präsentierte einen Aufwandüberschuss von 104490 Franken bei Aufwendungen von total 4,109 Millionen. Damit schloss man um 162000 Franken besser ab als budgetiert. Bonato erwähnte, dass die Steuerkraft pro Einwohner derart gestiegen sei, dass man wieder Finanzausgleich zahlen müsse. Im kommenden Finanzplan gehe es darum, die Steuerertragssteigerung gegen die Infrastrukturkosten im Hinblick auf den Bewohnerzuwachs abzuwägen.

Markus Foitek, Finanzvorstand der Primarschule, präsentierte bei einem Aufwand von 1,934 Millionen Franken einen Aufwandüberschuss von 120000 Franken, budgetiert war ein solcher von 278000 Franken. Er verwies auf das 1,782 Millionen Franken betragende Eigenkapital, das im Zielbereich von 1,5 bis 2 Millionen Franken liege und eine stolze Summe darstellen würde.

Die Politische Gemeinde genehmigte bei einer Gegenstimme eine Teilrevision der Verordnung über die Entschädigung von Behörden. Aesch wird der Friedensrichterin weiterhin Fallpauschalen in der Höhe von 650 Franken ausrichten. Allerdings erhält sie für die ersten fünf Geschäftsfälle ab 1.Januar 2011 eine jährliche Grundbesoldung von 3250 Franken.

Ausserordentliche «Gmeind»

Gemeinderat und Schulbehörde orientierten über weitere wichtige Geschäfte. So werde sich der Gemeinderat in Sachen Tempo-30-Zone zunächst eigene Überlegungen zu Verkehrsberuhigungsmassnahmen machen, die zu einem eigenen Konzept führen könnten. Man werde eine Arbeitsgruppe mitsamt Verkehrsplaner einsetzen, 2012 allenfalls Gutachten einholen und 2013 Massnahmen realisieren.

Sowohl Gemeindepräsident Hans Jahn als auch Primarschulpräsidentin Petra Mörgeli sprachen über die ausserordentliche «Gmeind», die am Mittwoch, 28.September, stattfinden wird. Die Politische Gemeinde wird über eine Zonenänderung für die Erweiterung des Schulhauses Nassenmatt befinden, die Schule über Landerwerb und Projektierungskredit.