Wackere Männer stellen zusätzliche Tische und Bänke auf, die aber im Nu erneut besetzt sind. Beim Eingang zum Stadthaus verkaufen Maya Herzig und Irene Brioschi Gutscheine für Getränke und Würste. Am Grill hantiert Ernst Berweger, assistiert von Agnes Matt. Die halbe Dietiker Kulturkommission ist da engagiert. Es fehlt nur noch Philipp Rellstab, seines Zeichens Bandleader, Trompeter und Sänger der «New Riverside Jazzband».

38 Jahre Altersunterschied

In wenigen Augenblicken werden die «Glorreichen Sieben» um Philipp Rellstab die Freilichtbühne betreten. Es sind dies der Klarinettist Ernst Klos, Leo Nart am Saxofon, Posaunist John Service, Hans-Peter Hotz am Banjo, Albert Gabriel am Sousafon sowie der Sänger und Schlagzeuger Flavio Ferrari. Mit dem Dixie «The First Chicago» beginnt die ursprünglich im Jahre 1972 in Schaffhausen gegründete Jazzband. Es folgen ein Blues von Duke Ellington sowie ein paar Stücke aus dem Dixieland Medley Nummer 4. Den bekannten und auch weniger bekannten musikalischen Darbietungen klatscht das Publikum begeistert Beifall. Denn der originale Dixiestil kommt bei der Jazz-Fan-Gemeinde bestens an. Das freut den Dietiker Rellstab natürlich. Mit seinen 30 Jahren ist er der Jüngste – der Älteste sei 68 Jahre alt, so der gelernte Schrift- und Werbegrafiker.

Inzwischen ist es auf dem Stadthausplatz dunkel und ziemlich frisch geworden. Am Firmament flackern ein paar Sterne durch die Wolken. Die Bühnen-Scheinwerfer tunken die sieben Musiker in romantisches Licht. Die Sitzreihen haben sich langsam gelichtet. Doch die Stimmung ist nach wie vor ausgezeichnet. Auch Stadtrat Jean-Pierre Balbiani ist von der Band vollends beeindruckt: «Hier auf diesem Platz fühle ich mich gerade vierzig Jahre jünger.» Denn vor vierzig Jahren habe er als Banjo-Spieler auch solche Musik gemacht, verrät der jetzige Piccolo-Spieler, der bei der Dietiker Stadtmusik kürzlich sein 50-Jahres-Jubiläum feiern konnte. «Ich bin gerne an Orten, an denen die Musik eine Rolle spielt. Deshalb bin ich hier total glücklich», sagt Hans Hunn, Reisemarschall des Männerchors Dietikon. Der fein gespielte und abwechslungsreiche Jazz unter dem freien Himmel habe auch ihm wunderbar gefallen.