Die Planung für die Umnutzung des Hotel Geroldswil kann losgehen. Der Sieger des Architekturwettbewerbs steht fest. Das Architekturbüro Baumberger & Stegmeier aus Zürich wird die Sanierung und Erweiterung des rund 50 Jahre alten Gemeindezentrums, das das Hotel, die reformierte Kirche sowie Wohnungen der Baugenossenschaft Schönheim umfasst, in Angriff nehmen.

Dabei sollen unter anderem die Hotelzimmer im ersten und zweiten Obergeschoss in altersgerechten Wohnraum verwandelt und im Parterre das Restaurant und der Gemeindesaal erneuert werden. Doch nicht nur dies: Geplant ist auch ein Neubau mit Familienwohnungen. Baumberger & Stegmeier setzten sich gegen 42 andere Mitbewerber durch. Die Architekten sind keine Unbekannte. Der Gemeinderat engagierte das Team von Peter Baumberger bereits für das Projekt Baufeld Ost. «Es ist ein Zufall, dass sich die Jury für dieses Projekt entschieden hat und trotzdem überrascht es mich nicht. Das Team versteht es, die Architektur und die Struktur dieses denkmalgeschützten Gebäudes zu lesen und auf das Bestehende aufzubauen», sagte Gemeindepräsident Michael Deplazes (parteilos) an der gestrigen Dialogveranstaltung im Gemeindesaal.

Die Gemeinde hatte die Bevölkerung zur Präsentation des Siegerprojekts eingeladen. Für Deplazes ein freudiger Moment: «Es ist ein weiterer Meilenstein für die Zentrumsentwicklung.» Überzeugt hat die Jury das Projekt mit den «präzisen und wirksamen Eingriffen im Hotelgebäude und in der reformierten Kirche», heisst es im Bericht. «Es ist ein Weiterbauen an einem ausserordentlichen Zeitzeugen», sagte Peter Baumberger. Sein Team, das sonst eher Neubauten entwirft, habe genau diese Vorgabe gereizt.

Baumberger erklärte den 140 Anwesenden, was sie in Zukunft zu erwarten haben. Der Dorfplatz spielt dabei eine wichtige Rolle. «Unsere Überlegungen zielen darauf ab, den Platz als soziales Zentrum zu stärken», sagte Baumberger. Dazu sollen die Eingänge zum etwas kleiner werdenden Gemeindesaal, aber auch zur Bibliothek im Gebäude der reformierten Kirche direkt am Platz zu liegen kommen. Vorgestellt wurde zudem der Neubau, in dem 80 bis 100 Quadratmeter grosse 3,5- und 4,5-Maisonnette-Wohnungen entstehen sollen. Platz für vermietbare Büroräume gibt es im Obergeschoss der reformierten Kirche.

Was jedoch am meisten interessierte, waren die altersgerechten Wohnungen im Hotelgebäude. Ein am Anlass erschienener Senior gab während der Fragestunde im Anschluss an die Präsentation bereits eine Reservation für eine Wohnung auf. Entstehen sollen Einzimmer-Studios bis zu 3,5-Zimmerwohnungen von 40 bis zu 75 Quadratmetern mit je einer Loggia. Betreutes Wohnen ist nicht vorgesehen. Man wolle das Seniorenzentrum Im Morgen in Weiningen nicht konkurrenzieren. Dafür gebe es die Spitex, sagte Liegenschaftenvorstand Peter Christen (FDP). Einige Anwesende gaben bei der Fragerunde zu verstehen, dass dies aber explizit gewünscht wird. «Die Spitex kann das nicht alles übernehmen. Die Gemeinde muss weiterdenken», sagte eine Einwohnerin.

Während die Architekten nun das Vorprojekt ausarbeiten, entwirft der Gemeinderat den Gestaltungsplan. Die Kosten dafür sind mit dem 2017 an der Gemeindeversammlung gesprochenen Projektierungskredit von 1,946 Millionen Franken gedeckt. Wenn das Stimmvolk im Dezember 2021 an der Urne Ja sagt zum Baukredit, kann im Frühjahr 2022 mit dem Bau begonnen werden. Ende 2021 läuft nämlich der Pachtvertrag mit den Hotelbetreibern aus. Fertiggestellt soll alles im Jahr 2024 sein. Nicht mehr so lange dauert es beim Baufeld Ost. Der Bau, der 35 Millionen Franken kostet, soll 2020 beendet sein.