Schlieren

Die Gewerkschaft kritisiert die Auslagerungspläne des Stadtrates

Die Stelle für Zusatzleistungen soll künftig nicht mehr im Stadthaus, sondern in Zürich sein.

Die Stelle für Zusatzleistungen soll künftig nicht mehr im Stadthaus, sondern in Zürich sein.

Dass ab Mitte 2021 die Zürcher Sozialversicherungsanstalt (SVA) die Betreuung der rund 600 Personen übernehmen soll, die Zusatzleistungen zur AHV- oder IV beziehen, ist für den Verband des öffentlichen Personals (VPOD) ein Fehler.

Der Verband des Personals öffentlicher Dienste (VPOD) ist erzürnt. Denn geht es nach dem Schlieremer Stadtrat, wird der Bereich Zusatzleistungen der Sozialabteilung ausgelagert. Die Zürcher Sozialversicherungsanstalt (SVA) würde die Betreuung von über 600 AHV- und IV-Beziehenden per Mitte 2021 übernehmen, sechs Angestellte der Stadtverwaltung verlören ihre Stelle. Laut Stadtrat liessen sich damit jährlich rund 300000 Franken einsparen. Der Entscheid des Parlaments steht noch aus. Nun schaltet sich die Zürcher Sektion des VPOD ein. In einer Medienmitteilung schreibt der Verband am Dienstag, dass der Schritt nicht nur einen Verlust der Stellen in der Stadtverwaltung bedeute, sondern auch einen Verlust an öffentlicher Dienstleistung für die Bevölkerung Schlierens.

Der Stadtrat von Schlieren begründet seinen Entscheid neben den Einsparungen auch damit, dass ab kommendem Jahr zusätzliches Personal in der Abteilung notwendig wäre. Dies aufgrund der Ergänzungsleistungsreform. Diesen Grund will der Personalverband aber nicht gelten lassen. Denn: «Auch die SVA wird den zusätzlichen Aufwand bewältigen und die dadurch anfallenden Kosten in die Fallpauschalen miteinrechnen müssen.» Für Schlieren bestehe daher die Gefahr, dass eine Auslagerung um ein Vielfaches teurer werde, als die heute vorliegende Berechnung aufweise. Diese basiere auf Annahmen.

«Nachteile der Auslagerung wiegen schwer»

Dies sehen auch anonyme Quellen aus der Schlieremer Stadtverwaltung so (die «Limmat­taler Zeitung» berichtete). Demnach rechne der Stadtrat lediglich mit den Personal-, nicht aber mit den Fallkosten. Die Fachleute in Schlieren würden etwa Rückerstattungen von Beziehenden einfordern, die bei der SVA wohl untergehen würden, mutmasst die Quelle weiter. Sozialvorstand Christian Meier (SVP) sagte dazu, dass man bisher ein sehr kompetentes Team aufweise und dies auch tun werde, wenn die SVA die Fälle übernimmt. Der VPOD räumt ein, dass die Aufgaben durch die SVA möglicherweise günstiger wahrgenommen werden. «Aber es fragt sich, ob die Nachteile nicht schwerer wiegen als diese eventuelle Einsparung.»

Trotz der Auslagerung werde sich eine Person mit einem 60-Prozent-Pensum vor Ort im Stadthaus um die Herausgabe von Formularen und Merkblättern sowie um die Entgegennahme von Anmeldungen kümmern, schreibt der Stadtrat in seinem Beschluss von vergangener Woche. Der VPOD zweifelt, ob dies ausreicht und stellt dem Stadtrat Fragen zu den konkreten Leistungen und Kompetenzen dieser Ansprechperson. Offen ist, ob die Kundinnen und Kunden, die vielfach ältere Leute oder Menschen mit Beeinträchtigung sind, auch nach der Auslagerung die Möglichkeit haben, im Stadthaus vorstellig zu werden.

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