Urdorf
Die Gemeinde will Sozialhilfe-Betrügern auf die Spur kommen

Urdorf hat wieder ein Instrument, um Sozialhilfemissbrauch zu bekämpfen. Das Aarauer Unternehmen «SoWatch», das Sozialinspektionen und Überprüfungen von Sozialhilfebezügern anbietet, hat mit der Gemeinde eine Leistungsvereinbarung abgeschlossen.

Alex Rudolf
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Urdorf hat wieder ein Instrument, um Sozialhilfemissbrauch zu bekämpfen. (Symbolbild)

Urdorf hat wieder ein Instrument, um Sozialhilfemissbrauch zu bekämpfen. (Symbolbild)

KEYSTONE/AP/ROBERTO PFEIL

Dies gab die Urdorfer Sozialkommission kürzlich in einer Mitteilung bekannt.

Auf Anfrage erklärt der Urdorfer Sozialvorstand Olivier Buchs (FDP) den Abschluss der Vereinbarung damit, dass die Gemeinde die Möglichkeit haben wolle, Verdachtsmomenten auf den Grund zu gehen. Zu einer «kleinen Pauschale», die Urdorf an SoWatch zu entrichten hat, kommen fallbezogene Kosten, die vom Aufwand abhängig sind. «In der Pauschale inbegriffen sind Schulungen unserer Mitarbeiter sowie Auskünfte in Bezug auf die Handhabung von Verdachtsmomenten in der Sozialabteilung», sagt Buchs weiter.

Vor gut einem Jahr wurde bekannt, dass die Zusammenarbeit zwischen dem Stadtzürcher Sozialinspektorat und der Gemeinde Urdorf sistiert wurde. Das definitive Aus folgte im vergangenen Winter (die Limmattaler Zeitung berichtete). Bis dahin konnten 24 Gemeinden rund um Zürich die Dienste dieses Inspektorats für die Untersuchung von Missbrauchsfällen der Sozialhilfe in Anspruch nehmen. Wegen Budgetkürzungen, die der Stadtzürcher Gemeinderat im Winter 2013 beschloss, sistierte oder kündigte die Stadt die Zusammenarbeit mit 21 Gemeinden. Einzig die Städte Dietikon und Adliswil sowie die Gemeinde Oberengstringen könnten die Leistungen weiterhin in Anspruch nehmen, da deren Bedarf ausgewiesen sei und sich die Zusammenarbeit gut etabliert habe, hiess es damals vonseiten des Sozialdepartements der Stadt Zürich.

Geroldswil seit 5 Jahren Kunde

Während des vergangenen Jahres, in dem Urdorf nicht mehr auf die Leistungen des Sozialinspektorats der Stadt Zürich und noch nicht auf diejenigen von SoWatch zugreifen konnte, seien keine Fälle liegen geblieben, bemerkt Buchs. «Laufende Fälle wurden vom Sozialinspektorat Zürich weiter bearbeitet, neue Verdachtsfälle sind seither nicht hinzugekommen.» In Urdorf sei derzeit kein Fall von Sozialhilfemissbrauch in Bearbeitung, sagt er weiter.

Auch andere Limmattaler Gemeinden nehmen das Angebot von SoWatch in Anspruch. Geroldswil habe seit rund fünf Jahren eine Zusammenarbeitsvereinbarung, wie Sozialvorsteherin Veronika Neubauer (SVP) auf Anfrage sagt. In dieser Zeit seien zwei bis drei Fälle zur Inspektion in Auftrag gegeben worden. «Die Kosten bewegten sich je nach Aufwand zwischen 2000 und 5000 Franken, was lohnenswerte Investitionen waren», so Neubauer.

Versuchsbetrieb in Schlieren

Erst im vergangenen März wurde bekannt, dass die Stadt Schlieren SoWatch damit beauftragte, in einem dreijährigen Versuchsbetrieb das Sozialinspektorat der Stadt zu führen. Dafür sprach die Exekutive einen Kredit in Höhe von 195 000 Franken und bewilligte das Versuchskonzept. SoWatch ist bereits seit längerem in Schlieren tätig und hat bereits Fälle von Sozialhilfemissbrauch geprüft.