Der Weininger Gemeinderat will den zurückgewiesenen und neu beurteilten Gestaltungsplan für das Gebiet Unterdorf schon bald der Gemeindeversammlung vorlegen. Ergänzend wird er zudem ein Modell ausarbeiten lassen, das die räumliche Auswirkung der Planungen aufzeigen soll. Letzteres hat die Gemeindeversammlung am Donnerstagabend beschlossen. Dort stand die Frage im Zentrum, wie stark der Gemeinderat den an der ausserordentlichen Versammlung vom 6. März zurückgewiesenen Gestaltungsplan überarbeiten muss.

Denn der damals gestellte Rückweisungsantrag beinhaltete neben der Forderung, die räumlichen Auswirkungen aufzuzeigen, noch zwei weitere Aufträge zuhanden des Gemeinderates. So sollte er eine Auslegeordnung für weitere Parkierungsmöglichkeiten, abgesehen von Tiefgaragen, erstellen sowie ein Mobilitätskonzept für das Unterdorf ausarbeiten. Die letzte Forderung beinhaltet die Erarbeitung eines Masterplans für Gemeindebauten. Dabei sollte geprüft werden, ob die Möglichkeit bestehe, Teile der Verwaltung in ein anderes Gebiet auszulagern, beispielsweise ins Schlössli.

Während sich der Gemeinderat dafür aussprach, ein Modell zu erstellen, lehnte er die beiden anderen Forderungen ab. «Eine Tiefgarage führt zu einer wesentlichen Qualitätssteigerung für das Unterdorf. Zudem wird der Schulraum dadurch besser geschützt», sagte der neue Bauvorstand Hans-Peter Stöckl. Gemeindepräsident Hanspeter Haug erklärte derweil, dass es ineffizient wäre, gewisse Teile der Verwaltung auszulagern. «Wir wollen alle Dienste unter einem Dach anbieten», so Haug. Zudem würde die Erarbeitung eines Masterplans zu zeitlichen Verzögerungen führen. Die Verwaltung brauche aber dringeng mehr Platz. Und auch bei der Schule sei der Handlungsbedarf ausgewiesen.

Roger Weber, der damals den Rückweisungsantrag gestellt hatte, erklärte, dass er sich bei den Parkplätzen eine Mischform zwischen unterirdisch und oberirdisch vorstelle. «Das ist mit dem vorliegenden Gestaltungsplan nicht möglich», so Weber. Zudem sei zu überprüfen, ob wirklich sämtlicher zusätzlicher Platz für die Verwaltung im Unterdorf realisiert werden müsse. «Ich halte den Gestaltungsplan für das richtige Instrument. Allerdings muss er gewissen Punkten noch verfeinert werden», so Weber.

Die Mehrheit der 90 anwesenden Stimmberechtigten folgten der Argumentation des Gemeinderates. Der Antrag zur Erstellung eines Modells mit Kosten von 35 000 Franken wurde mit grosser Mehrheit genehmigt. Mit 50 zu 31 Stimmen lehnten die Stimmberechtigten den Antrag zur Erarbeitung einer Auslegeordnung für weitere Parkierungsmöglichkeiten ab. Die Erstellung eines Gemeindebauten-Masterplans wurde mit 58 zu 29 Stimmen verworfen. Damit war der Rückweisungsantrag bereinigt. Nun gilt es, laut Haug, schell vorwärts zu machen mit dem Gestaltungsplan.

Mit dem Gestaltungsplan sollen auf das schutzwürdige Ortsbild abgestimmte Baubereiche ausgewiesen, sowie Aussen- und Freiräume gekennzeichnet werden. Unter anderem sind Baufelder für die Erweiterung des Schulhauses Schlüechti ausgewiesen sowie zwei Tiefgaragen und ein öffentlicher Platz geplant. (ZIM)