Urdorf
Die Gemeinde Urdorf schaltet den Infokanal ab

Seit 1990 verbreitet die Gemeinde über den TV-Infokanal Informationen in die Urdorfer Haushalte. Doch damit ist ab 31. März Schluss. Nach mehr als 20 Jahren schliesst der Gemeinderat den Infokanal. Dafür will man noch mehr auf die Webseite setzen.

Flavio Fuoli
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Urdorf wird in Zukunft Informationen übers Web verbreiten. (Symbolbild)

Urdorf wird in Zukunft Informationen übers Web verbreiten. (Symbolbild)

Keystone

Er ist ein Relikt aus alter Zeit. Seit 1990 verbreitet die Gemeinde über den TV-Infokanal Informationen in die Urdorfer Haushalte. Damit ist ab 31. März Schluss. Der sanierungsbedürftige Infokanal wird abgeschaltet. «Er entspricht nicht mehr einem mehrheitlichen Bedürfnis und müsste zudem für 25000 bis 50000 Franken erneuert werden», erklärt Patrick Müller, Leiter Stab auf der Verwaltung gegenüber der Limmattaler Zeitung.

Umfrage brachte Klarheit

Schon einmal, 2001 bis 2004 wurde der Kanal, der übers analoge Kabelnetz empfangen wird, erneuert. Heute funktioniert beispielsweise die Hintergrundmusik nicht mehr und der Teletext kann nicht mehr aktualisiert werden. «Zudem kann er von immer weniger Haushalten empfangen werden», nennt Müller weitere Gründe für dessen Abschaltung. Dies hat einerseits mit einem Frequenzwechsel der Cablecom zu tun, andererseits mit der Tatsache, dass der Kanal im zunehmend mehr verbreiteten digitalen TV-Netz nicht aufgeschaltet ist.

Bevor man also viel Geld für die Sanierung des Infokanals ausgeben würde, wollte der Gemeinderat herausfinden, wie gefragt der Infokanal noch ist. Dazu führte er im vergangenen September eine Umfrage unter den Einwohnern zur «Kommunikation der Politischen Gemeinde» durch.

66 Prozent fanden Kanal unnötig

Dabei zeigte sich, dass sich die Teilnehmenden der Umfrage wie folgt informieren: 45 Prozent über die Webseite, 72 Prozent über die Limmattaler Zeitung, 97 Prozent über die Gemeindezeitschrift «Urdorf aktuell» und lediglich 24 Prozent über den Infokanal.

Gefragt wurden die Nutzer auch, für die Entwicklung welcher Medien sie sich einsetzen würden: Dabei schwang die Webseite mit 79 Prozent oben auf, gefolgt von 83 Prozent für die Gemeindezeitschrift und bloss 17 Prozent für den Infokanal. Gefragt danach, welches Medium nicht mehr nötig sei, nannten 66 Prozent der Teilnehmenden den Infokanal. Die Webseite wurde nur von 7 Prozent genannt, die Gemeindezeitschrift von 3 Prozent.

Der Gemeinderat schliesst aus diesen Ergebnissen, dass der Infokanal keinem grossen Bedürfnis mehr entspreche. Insbesondere aufgrund der angespannten finanziellen Situation hat er daher beschlossen, den Betrieb abzuschalten.

«Unser Fazit daraus ist», so Patrick Müller, «dass unsere Webseite www.urdorf.ch und auch die Gemeindezeitschrift, «Urdorf aktuell», weiter forciert werden. Vor allem die Webseite wird als zentrales Kommunikationsinstrument positioniert und laufend und bedarfsgerecht weiterentwickelt.» Das bedeute zum Beispiel, dass standardisierte Prozesse weiter auf die Webseite verlagert würden, womit man die Effektivität von Verwaltung und Gemeindebetrieben erhöhen könne. So stehe auch das Personal eher für individuelle Unterstützung zur Verfügung.

Möglichst viel online

Die Webseite umfasst schon heute eine umfassende Suchbegriffsfunktion nach Stichworten, eine Agenda sowie die elektronische Gemeindeverwaltung, bei der beispielsweise das persönliche Steuerkonto online verwaltet werden kann. Ausserdem hat die Gemeinde Urdorf eine Vereinbarung mit dem Kanton unterzeichnet, bei der es um die Vereinfachung von Online-Prozessen zur Information und Kommunikation gehe. Mediennutzer sollen die wichtigsten Amtsgeschäfte und Anliegen online über möglichst eine Anlaufstelle tätigen können. «Unsere Webseite soll unser zentrales Kommunikationsinstrument sein», sagt Patrick Müller.