Urdorf
Die Geistesblitze dieser Limmattaler Maturanden werden ausgezeichnet

Im Zürcher Stadthaus wird unter dem Motto «Geistesblitz» die Ausstellung der fünfzig besten Maturitätsarbeiten aus den Zürcher Mittelschulen eröffnet wird, sind auch zwei ausgezeichnete Arbeiten von Jugendlichen der Kantonsschule Limmattal dabei.

Christian Murer
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Die Maturitätsarbeiten von Seraina Brügger und Tinet Ruch werden im Zürcher Stadthaus ausgestellt. mu

Die Maturitätsarbeiten von Seraina Brügger und Tinet Ruch werden im Zürcher Stadthaus ausgestellt. mu

Seraina Brügger aus Obfelden ist mit ihrer Arbeit «The Creation of a Movie Trailer» und Tinet Ruch aus Urdorf mit «Papierbrücken» vertreten. Wir stellen die beiden Jungtalente vor.

Seraina Brügger wusste schon nach ihrem Austauschjahr in Neuseeland, dass ihre Maturitätsarbeit nichts Theoretisches sein wird. «Ich wollte nicht stundenlang vor dem Computer sitzen», sagt sie. Und da sie ohnehin schon die ganze Zeit Klavier und Trompete spielte, dachte sie zuerst, dass sie eine Arbeit zum Thema Musik realisieren würde. Etwas später liebäugelte sie dann mit dem Film. Bis sie sich entschied, sich einer Kombination von beidem zu widmen. «Je mehr Filme ich gesehen hatte, desto mehr fiel mir die Musik dazu auf», so die 18-Jährige. Und ihr Betreuer Patrik Elsaid unterstützte sie bei ihrer Themenwahl.

So entdeckte Brügger den Streifen «The Legend of 1900» des italienischen Filmregisseurs Giuseppe Tornatore. Darin geht es um die dramatische Geschichte eines Pianisten auf einem Ozeanschiff. Der weltbekannte Komponist Ennio Morricone schrieb dazu die Filmmusik. Auf der Homepage heisst es dazu: «Die Reinterpretation des bereits existierenden Films führte zu einem eigens entwickelten Movie Trailer, dessen filmischer Inhalt unterstützt wird durch den ursprünglichen Soundtrack, der auf dem Klavier aufgenommen wurde.» Die grundlegendste Aufgabe für Seraina Brügger sei es gewesen, den fünf erarbeiteten Jazz-Stücken eine eigene Note zu geben. So organisierte die Kantischülerin im Februar dieses Jahres in der reformierten Kirche Obfelden selbstständig ein Abschlusskonzert mit allem Drum und Dran. Dort zeigte sie vor rund 150 Personen ihren neuen Trailer zum Film, während sie auf dem Klavier die Handlung untermalte.

Brügger beginnt im September ein Studium als Umweltingenieurin an der ETH Zürich. Die Musik soll sie aber auch in Zukunft begleiten. «Denn Musik ist für meine Leidenschaft», so die 18-Jährige.

Da Tinet Ruch seit seiner Kindheit gerne mit Papier bastelt, dachte er bei seiner Maturitätsarbeit vorerst «etwas in Richtung Papierflieger». Gleichzeitig zeigte der 18-jährige Urdorfer Interesse an Naturwissenschaften. So erzählte ihm sein Betreuer Christian Helm von Papierbrücken-Wettbewerben, «bei denen sehr viel getüftelt werden muss». Zusammen gelangten Lehrer und Schüler auf den wissenschaftlichen Weg.

Im Beschrieb von Ruchs Maturitätsarbeit heisst es: «Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, eine solche Brücke zu konstruieren, theoretisch und experimentell zu analysieren und schliesslich zu testen.» Dabei wird die Belastung von über 200 Papierstäben und -streifen gemessen, die sich in der Form des Stabquerschnitts, der Anzahl der Papierschichten, der Länge und Durchmesser der Stäbe, der Verleimungsart sowie der Art der Papiermaserung unterscheiden.

Dazu konstruierte der junge Forscher eine spezielle Testapparatur, um Papierstäbe auf Druck und Zug zu messen. «Mit diesem theoretischen Modell ist für den Prototyp eine Maximalbelastung von ungefähr 100 Kilogramm möglich», betont Ruch, als er nicht ohne Stolz das weisse Papiermodell aus der Schachtel nimmt, das schliesslich im Stadthaus Zürich ausgestellt wird. «Offenbar ist es mir und dem Betreuer gelungen, eine solche Forschungslücke wertschätzend zu finden», bilanziert Ruch, der nach der Matura ein interdisziplinäres ETH-Studium mit Physik und Chemie beginnen will. Doch erst heisst es ab in die RS für Ruch: In Thun wird er diese bei der Abteilung atomar-biologisch-chemische Abwehr absolvieren.