Schlieren

Die Geissweid soll nicht bebaut werden

Der Geissweidplatz in Schlieren soll doch nicht bebaut werden. Die Initianten von «Attraktive Geissweid für Alle» freuen sich über die Umsetzungsvorlage.

Der Geissweidplatz in Schlieren soll doch nicht bebaut werden. Die Initianten von «Attraktive Geissweid für Alle» freuen sich über die Umsetzungsvorlage.

Für rund 90 000 Franken weniger will der Stadtrat ein abgeändertes Platzprojekt umsetzen.

Die im vergangenen Januar von Exponenten der SP, Grünen und GLP lancierte Volksinitiative «Attraktive Geissweid für Alle» verlangt einen von Wohn- und Gewerbebauten freien Chilbiplatz mit Bäumen. Erst im Dezember sagte das Schlieremer Parlament dezidiert Nein zu einem solchen Projekt des Stadtrates. Nun veröffentlichte die Exekutive ihre Umsetzungsvorlage zur Initiative, die mit leichten Abänderungen ihrem ursprünglichen Projekt entspricht.

Dabei verlangten mehrere Exponenten des Parlaments anstelle einer Bepflanzung mit 80 Bäumen eine Bebauung der Geissweid. Etwa von einem Genossenschafts-Wohnbau war die Rede. Die Liberale Baugenossenschaft (LBS) trat gar mit einem konkreten Projekt an die Öffentlichkeit, wonach ein Mehrfamilienhaus erstellt werden könnte. Dieses wäre teils auf dem Geissweidplatz und teils auf dem nördlich angrenzenden Kohler-Areal platziert worden. Dabei würde die Tramlinie 2 unter dem Haus durchfahren.

Dem will der Stadtrat noch immer nicht entsprechen. Er setzt sich für eine direkte Umsetzung der Initiative ein. Denn: «Es ist zweckmässig und effizient, den Geissweidplatz koordiniert mit der ersten Etappe der Limmattalbahn zu realisieren», schreibt der Stadtrat. Eine spätere Umsetzung wäre viel teurer, da der Bahnbetrieb gewährleistet werden müsste und die Kostenbeteiligung der Limmattalbahn AG nicht sicher wäre. Eine Bebauung des Platzes sei zwar grundsätzlich möglich, so der Stadtrat weiter. «Aufgrund der speziellen Situation etwa mit der Wendeschlaufe überwiegen die Nachteile, wie die hohen Erstellungskosten und bewilligungstechnischen Hürden.»

Projekt wurde verbessert

Voraussichtlich in diesem Herbst beginnen die Arbeiten an der Verlängerung der Tramlinie 2 von Altstetten Farbhof bis Schlieren Geissweid, wo das Tram auch wenden wird. Ab 2022 wird die Limmattalbahn dort halten.

Der Stadtrat geht mit den Initianten überein, dass die Bepflanzung des Platzes mit Bäumen die Qualität erhöhen würde und der Geissweidplatz der Stadt so eine Identität verleihen würde. Weil er zudem als Umsteigeknoten zwischen Limmattalbahn und dem Schlieremer Bahnhof fungiere, müsse der Platz fussgängerfreundlich gestaltet sein. Doch hält der Stadtrat nicht auf Biegen und Brechen an seinem Projekt fest. So baue das aktuelle Projekt zwar auf jenem, welches im Dezember abgelehnt wurde auf, doch habe man es seither überarbeitet und verbessert.

Besonders bezüglich Aufenthaltsqualität und Kosten gebe es Veränderungen. Neu verfügt der Platz über eine freie Innenfläche, die von 58 einheimischen Bäumen gesäumt werden soll. Zuvor hätten 80 Bäume gleichmässig über den Platz verteilt gepflanzt werden sollen. Und die Gesamtkosten von neu 1,2 Millionen Franken werden zwischen Stadt und Limmattalbahn AG aufgeteilt. Mit rund 900 000 Franken fällt der Anteil, den Schlieren übernehmen soll, rund 90 000 Franken tiefer aus als beim ursprünglichen Projekt.

Andreas Kriesi, einer der Initianten der Unterschriftensammlung und GLP-Parlamentarier, ist erfreut über die Umsetzungsvorlage. Zwar habe sich das Komitee noch nicht im Detail darüber beraten, doch sei das Ziel, den Geissweidplatz unbebaut zu lassen, eindeutig erfüllt, so Kriesi. Welche Chancen die Vorlage im Parlament habe, lasse sich nur schwer einschätzen. «Gut möglich, dass sich nun eine Mehrheit finden lässt, nachdem immerhin über 600 Unterschriften gesammelt werden konnten, die verlangen, dass der Platz frei von Gebäuden bleibt», so Kriesi.

Er glaubt zudem, dass auch die Einsparungen von rund 90 000 Franken den einen oder anderen Parlamentarier ins Ja-Lager wechseln lassen dürften. «Und wenn das Parlament Nein sagt, entscheidet das Volk. Das ist mir auch recht», so Kriesi. Dann könnte es jedoch knapp werden mit der zeitgleichen Umsetzung von Tramverlängerung und Platz. Bei einem Ja des Parlaments zur Vorlage würde der Baustart auf 2018/2019 fallen. Wann eine allfällige Urnenabstimmung durchgeführt würde, ist noch nicht klar.

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