Limmattalbahn
«Die Gegner der Limmattalbahn waren schon immer laut»

Die Limmattalbahn AG sieht keinen Grund für mehr öffentlichkeitswirksame Anlässe. «Wir kommunizieren dann, wenn es etwas zu kommunizieren gibt», findet Gesamtprojektleier Daniel Issler.

Florian Niedermann
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Die Limmattalbahn beim Bahnhof in Dietikon. ZVG

Die Limmattalbahn beim Bahnhof in Dietikon. ZVG

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Während der letzten Monate wurde die Kritik an der Limmattalbahn auf politischer Bühne und auf den Leserbriefseiten lauter. Während in Schlieren die IG Spitalquartier den Stadtrat dafür kritisierte, dass er die Allianz Pro Limmattalbahn mit 20 000 Franken unterstützt, drohten die Dietiker Katholiken wegen der Linienführung gar mit dem Rechtsweg. Gleichzeitig kommunizierte die Limmattalbahn AG weit nicht mehr so häufig und so öffentlichkeitswirksam, wie noch im vergangenen Frühling. Überlässt man den Kritikern das Feld? «Nein, ganz und gar nicht», findet Gesamtprojektleiter Daniel Issler. «Wir kommunizieren dann, wenn es etwas zu kommunizieren gibt.»

Parteianlässe ziehen weniger an

Man habe ausserdem seit der letzten Kommunikations-Grossoffensive der Limmattalbahn AG vor einem Jahr auf Anfrage immer wieder öffentlich kommuniziert. Zuletzt etwa an einem SVP-Anlass in Dietikon. «Dass solche Info-Anlässe für weniger Aufsehen sorgen, liegt auch daran, dass sie weniger Publikum anziehen, als offizielle, die wir organisieren», so Issler.

Er glaubt deshalb nicht, dass ein Zusammenhang zwischen der Kommunikation der Limmattalbahn AG und den kritischen Stimmen besteht, die man zuletzt vermehrt wahrnehmen konnte. «Die Gegner des Projekts waren schon immer sehr laut und äusserten ihre Meinung so, dass sie auch wahrgenommen wurde.»

Die Limmattalbahn AG ging im Verlauf des Sommers vor allem auf die Betroffenen selbst zu: Von April bis Anfang September des letzten Jahres hat sie mit allen Grundeigentümern entlang der geplanten Strecke Gespräche geführt. «Dabei waren die Rückmeldungen grossmehrheitlich positiv», sagt Issler.

Die nächsten Grossanlässe, an denen von offizieller Seite wieder über das Projekt informiert wird, finden Ende Juni und Anfang Juli in den sechs Gemeinden, durch die die Limmattalbahn einmal fahren soll, statt. Dabei wird im Hinblick auf die öffentliche Auflage die überarbeitete Detailplanung des Projekts vorgestellt.

Kritiker schossen denn aber nicht nur gegen die Limmattalbahn, sondern auch gegen das Komitee «Allianz Pro Limmattalbahn», und ihre Mitbegründerin, alt Regierungsrätin Rita Fuhrer. Die Allianz versteht sich als unabhängige Instanz, die die Bahn grundsätzlich befürwortet, und als Kommunikationsscharnier zwischen der Bevölkerung und der Limmattalbahn AG fungiert. Der Allianz wurde vorgeworfen, dass sie zum Instrument der AG und der politischen Gemeinden werde, weil sie Unterstützungsbeiträge von ihnen erhalte. Gegen diesen Vorwurf wehrt sich Fuhrer: «Wir machen keinen Abstimmungswahlkampf und lassen uns in unserem Handeln weder von der Politik noch von der Limmattalbahn AG beeinflussen.» Dass die Kritiker des Projekts auch die Allianz kritisieren, erstaunt sie ebenso wenig, wie es sie beunruhigt: «Die Lauten vertreten nicht immer die Meinung der Mehrheit.»

Unklarheit bestand im Zusammenhang mit der Allianz vor allem betreffend ihrer personellen Zusammensetzung. Erst letzte Woche - knapp drei Monate nach ihrer Gründung - veröffentlichte die Allianz eine Liste mit prominenten Mitgliedern (siehe Ausgabe vom Freitag). Wäre es nicht besser gewesen, die Mitglieder früher zu nennen? «Nein. Wir haben uns Zeit dabei gelassen, geeignete Leute zu finden. Wichtig war es uns, dass wir auch Stimmen ins Boot holen können, die nicht mit allen Elementen des Projekts einverstanden sind», so Fuhrer. Dies sei nun gelungen. Man habe dabei bewusst keinen Druck ausgeübt, und sich Zeit gelassen, die Kandidaten von der Allianz zu überzeugen.

Kommunikation auf Anfrage

Das Komitee hat nicht vor, von sich aus Informationsanlässe zu lancieren, wie Fuhrer erklärt: «Wir informieren nur dort, wo wir angefragt werden.» Es sei aber gut möglich, dass man auch grössere öffentliche Events organisiere, wenn dies gewünscht werde.