Weiningen

Die gefiederten Gäste werden flügge

Die reformierte Kirche Weiningen ist schon seit langem ein beliebter Nistplatz für Turmfalken.  zim

Die reformierte Kirche Weiningen ist schon seit langem ein beliebter Nistplatz für Turmfalken. zim

Die im Turm der reformierten Kirche geschlüpften jungen Turmfalken fliegen aus. Am Wochenende haben die fünf jungen Vögel ihre ersten Flugversuche unternommen, eine Woche früher als sonst

Gemütlich ist anders. Die Fensterscharte unter dem Dach des Kirchturms ist eng und der Raum nur durch einen Holzboden von der darunter hängenden Glocke getrennt. Trotzdem haben es sich dort, hoch über den Dächern von Weiningen, Turmfalken häuslich eingerichtet. Am Wochenende haben die fünf vor kurzem geschlüpften jungen Vögel ihre ersten Flugversuche unternommen.

«Das ist eine Woche früher als sonst», sagt Karl Suter, Sigrist der reformierten Kirche. Normalerweise würden die Jungvögel Mitte Juli ausfliegen. Auch die Menge der Jungvögel sei dieses Jahr aussergewöhnlich. «Fünf auf einmal, so viele Junge sind noch nie geschlüpft», hält er fest.

Die Falken bauen kein Nest

Seit fast neun Jahren ist Suter für den Unterhalt der Kirche verantwortlich und jedes Jahr wiederholt sich die Geschichte. «Immer im März nisten sich die Falken im Turm ein und immer am selben Ort, der östlichen Fensterscharte mit Blick Richtung Unterengstringen», so Suter. Dort hätten die Vögel jeweils bis nach dem Mittag Sonne. Auch der Brutplatz sei jedes Jahr gleich beschaffen. «Ein eigentliches Nest wird von den Falken nicht gebaut. Beim Aufräumen finde ich weder Stroh noch Holz. Die Eier werden direkt auf den Beton gelegt», erklärt er. Dies geschehe jeweils etwa Mitte April. Im Juli würden die Jungvögel dann ausfliegen. «Aufgrund des sich wiederholenden Rituals gehe ich davon aus, dass der Kirchturm schon seit langer Zeit als Nistplatz genutzt wird» so Suter.

Bis es so weit ist, lassen sich die Vögel von nichts stören. «Von dem Glockengeläut lassen sie sich jedenfalls nicht vertreiben. Wie laut das ist, so direkt unter dem Dach, weiss ich aus eigener Erfahrung», sagt Suter. Auch eine spezielle Pflege der Tiere sei nicht notwendig. «Ich wische lediglich den Kot vor dem Eingang zur Sakristei weg», sagt der Sigrist. Zudem reinige er die Fensterscharte, sobald die Vögel ausgeflogen seien. «Da finden sich dann auch Reste von Mäusen und Spatzen. Diese jagen die Elternvögel im nahe gelegenen Weininger Feld», so Suter.

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