Dietikon
Die Gäste des Kirchenkonzerts wurden in die Prärie entführt

Im Kirchenkonzert der Stadtmusik spielten abenteuerliche Schauplätze eine wichtige Rolle. Den gut 120 Zuhörern dürfte es leicht gefallen sein, sich in die abenteuerlichen Schauplätze der Geschichten von Mark Twain hineinzuversetzen.

Christian Murer
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26. Kirchenkonzert der Stadtmusik Dietikon
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Schon zum 26. Mal lud die Stadtmusik zum Kirchenkonzert
Die Stücke waren durchaus anspruchsvoll
Gespielt wurde in der reformierten Kirche Dietikon
Dirigent Marco Nussbaumer führte die Musiker sicher durch das Konzert
Das Publikum war nach dem Konzert des Lobes voll
Das feierliche Konzert kam beim Publikum gut an
Das Posaunensolo Adrian Tonolla war ein Highlight

26. Kirchenkonzert der Stadtmusik Dietikon

Limmattaler Zeitung

Mit den Jahren komme die Routine, die Erfahrung und die Qualität, so heisst es. Zumindest für die Stadtmusik Dietikon trifft dies zu. Obwohl sie am Wochenende schon zum 26. Mal zum Kirchenkonzert in der reformierten Kirche Dietikon lud, war von Langeweile keine Spur - im Gegenteil. Virtuos unterhielten die Musizierenden mit einem Repertoire, das nicht zu den einfachsten zählt.

«Freude, wenn Energie drin steckt»

Pompös und packend gab schon das Intro mit der Fanfare «The Benefaction from Sky and Mother Earth» von einem der talentiertesten japanischen Nachwuchstalente, die Richtung des gut eine Stunde dauernden Konzerts vor. Aus der Feder von Satoshi Yagisawa stammte auch «Moses and Ramses», das als symphonisches Gedicht vom Leben in der Sklaverei und der biblischen Geschichte von Moses erzählte. Mal sanft melancholisch, dann wieder rumorend und mit einem tosend Schluss interpretierte die Stadtmusik das Stück mit dem nötigen Feingefühl.

«Das ist eines meiner Lieblingsstücke», verriet der Dirigent Marco Nussbaumer, «ich habe Freude, wenn Energie drin steckt.» Noch nicht ganz ein Jahr gibt Nussbaumer als musikalischer Leiter den Ton an und zieht bisher ein sehr positives Fazit. «Mir gefällt es unglaublich, die Musiker sind alle engagiert», so der Solothurner. «Auch dieses Konzert war toll. Wir spielten nicht bloss, sondern konnten gestalten.» Davon liess sich auch Stadtrat Rolf Schaeren überzeugen, der nicht nur gekommen war, um seine Stadtratskollegen Johannes Felber und Jean-Pierre Balbiani spielen zu hören.

Das hohe Niveau zog sich durch das ganze Programm. Immer wieder gab es dabei besondere Höhepunkte - beispielsweise, als Adrian Tonolla im Stück «Morceau Symphonique» des Komponisten Alexandre Guilmant ein Posaunensolo spielte.

Gegen Ende standen vor allem Literatur und Film im Zentrum. Lebendig, mit einer grossen Portion Schalk versetzt, kam die «Huckleberry Finn Suite» von Franco Cesarini daher.

Unterteilt in vier musikalische Szenen präsentierte sich das Stück als kleine akustische Rundreise. Manchmal hörte man förmlich die Pferde über die Prärie galoppieren oder wähnte sich in einem Western-Film: Den gut 120 Zuhörern dürfte es leicht gefallen sein, sich in die abenteuerlichen Schauplätze der Geschichten von Mark Twain hineinzuversetzen. Sogar ein kleiner Abstecher in die Tiefen des Walt-Disney-Meeres fehlte nicht: «The Little Mermaid», von Alan Menken komponiert und von Takashi Hoshide arrangiert, markierte den offiziellen Schlusspunkt eines abwechslungsreichen und genussvollen Konzerts.

Viel Lob aus dem Publikum

Das Publikum war des Lobes voll: «Vor allem die melodiösen Stücke im ersten Teil haben mir sehr gefallen», sagte der in Dietikon aufgewachsene Robert Leuthold. Kurt Lehner bezeichnete das Konzert als «sehr spannend und intensiv mit überraschenden Elementen», während Cornelia Wigger schwärmte: «Es war grossartig. Ich konnte es richtig geniessen.»