Die Bronzemedaille für die Schweizer Eishockey-Mannschaft der Frauen, beste Torhüterin des Turniers in Sotschi und Aufnahme ins All-Stars-Team: Die Oberengstringerin Florence Schelling wurde bei den Olympischen Winterspielen mit Auszeichnungen überhäuft.

Die Freude über Schellings Erfolg ist in ihrer Heimat gross: «Ich freue mich sehr, natürlich auch für die ganze Mannschaft. Das ist eine Sensation», sagt der ebenfalls aus Oberengstringen stammende ZSC-Spieler Chris Baltisberger. Nach dem 0:2-Rückstand im zweiten Drittel des Spiels habe er nicht mehr gedacht, dass das Team noch gewinnen könnte. Doch innert weniger als 20 Minuten erkämpfte sich die Mannschaft einen Punkt Vorsprung und besiegte die Schwedinnen schliesslich mit 4:3. «Dieses Match war unglaublich, die Mannschaft hat bis zum Schluss gekämpft», so Baltisberger. Die Auszeichnung habe Schelling verdient, sagt er. Der Erfolg der Schweizer Frauen im Eishockey und Schellings aussergewöhnlich gutes Ergebnis haben eine starke Signalwirkung, ist Baltisberger überzeugt: «Das wird dem Schweizer Frauen-Eishockey Schub geben. Zudem hat diese gute Leistung die Niederlage des Männer-Teams wettgemacht.»

Auch Daniel Hüni, lange Zeit Staff-Mitglied der Nationalmannschaft, lobt Schellings Leistung. Dass sie zur wertvollsten Spielerin gewählt wurde, sei mehr als verdient: Sie sei der einzige Goalie der Welt, der über zehn Jahre hinweg konstant eine Fangquote über 90 Prozent aufweise. «Manchmal habe ich das Gefühl, Schelling weiss noch vor der Schützin, wo der Schuss landen wird.» Für die Mitspielerinnen sei es «Gold wert, wenn jemand wie Florence im Tor steht und die ganze Zeit grinst. Für den Gegner hingegen ist das extrem zermürbend.»

Die Gemeinde freuts

Nicht nur die Limmattaler Sportprominenz, sondern auch die Gemeinde Oberengstringen freut sich über den Erfolg ihrer Torhüterin. Die heimgekehrte Schelling wird demnächst denn auch von der Gemeinde geehrt. Gemeindepräsident André Bender ist stolz auf die berühmte Einwohnerin der Gemeinde: «Das ist ein historisches Ereignis. Ich habe das Spiel sehr bewegt mitverfolgt.» Florence Schellings Mutter Gisèle Schelling arbeitet selbst bei der Kulturkommission der Gemeinde.

Die Angestellten der Gemeinde, die Florence persönlich kennen, fieberten besonders mit beim olympischen Turnier. «Sogar der Gemeindeschreiber, der sonst kein grosser Sportfan ist, hat mich sofort angerufen, als das Spiel zu Ende war», sagt Bender. Auch der ehemalige Gemeindepräsident Reto Cavegn hat Schellings Einsatz mitverfolgt. «Leider musste ich arbeiten. Der Wettkampf lief aber im Hintergrund auf dem PC. Florence habe ich zu ihrer Leistung bereits gratuliert.»

Florence Schellings Eishockey- Stock, der beim Spiel gegen Schweden im Einsatz war, kann übrigens bereits auf Ricardo ersteigert werden. Alle Mitspielerinnen des Teams haben den Stock signiert, der Erlös fliesst an die Sporthilfe.