Schlieren

Die Fusionsgerüchte um die SVP Schlieren sind vom Tisch

Interimspräsident Rudolf Dober.

Interimspräsident Rudolf Dober.

Als Interimspräsident übernahm Rudolf Dober 2010 sein Amt an der Spitze der Schlieremer SVP von Pierre Dalcher – schliesslich blieb er zwei ganze Amtszeiten. In Kürze packt er in Schlieren seine Koffer und zieht nach Altendorf.

Für die SVP wurde die Frage nach Dobers Nachfolge deshalb immer dringlicher. Anfang Jahr ging gar das Gerücht um, dass Pläne für eine Fusion mit einer Schwesterpartei in einer Nachbargemeinde im Raum ständen, weil die wählerstärkste Schlieremer Partei nicht genug Freiwillige für den Vorstand finden konnte. Nun erfolgte die Entwarnung: An der Generalversammlung der Schlieremer SVP wurde Beat Kilchenmann als Präsident gewählt. Und damit nicht genug: Der Vorstand wächst auf kommende Amtsperiode gar um zwei auf sieben Mitglieder an.

Spass am Amt entwickelt

Waren die Fusionsgerüchte also aus der Luft gegriffen? «Ja», sagt Dober auf Anfrage, «für mich wäre ein Zusammenschluss mit einer anderen SVP-Sektion nie denkbar gewesen.» Doch wie kam es, dass er als Interimspräsident zwei Amtszeiten an der Spitze der SVP blieb? Er sei zwar zu Beginn skeptisch gewesen, habe aber bald viel Spass an seiner Arbeit entwickelt, sagt der 77-Jährige. «Natürlich drängte sich nach den ersten zwei Jahren niemand für das Präsidium auf», räumt Dober ein. Als Pensionär sei für ihn der grosse Arbeitsaufwand eines Parteipräsidenten leichter bewältigbar gewesen, als für die arbeitstätigen Parteikollegen.

Auch sein Nachfolger, Beat Kilchenmann, erklärt, dass der erforderliche Zeitaufwand viele Parteikollegen abgeschreckt haben könnte, sich für das Präsidentenamt zu stellen. «Ausserdem ist es auch nicht jedermanns Sache, sich vorne hinzustellen und den Wagen zu ziehen», sagt er.

Er habe seine Kandidatur an die Bedingung gebunden, dass die Aufgaben des Vorstands künftig auf sieben, statt wie bisher auf fünf Personen verteilt werden, so Kilchenmann. Diese zu besetzen sei anschliessend ein Leichtes gewesen: «Wir konnten dazu gar eine Person engagieren, die mich bei den administrativen Aufgaben unterstützt», erklärt er.

Neben den Bisherigen Thomas Bolliger, Boris Steffen und Hans-Ulrich Etter, ergänzen Thomas Grädel, Stanislav Gajic und Hans Wiedmer den Vorstand unter Kilchenmanns Präsidentschaft. Gajic übernimmt voraussichtlich ausserdem auch Dobers Platz im Schlieremer Gemeinderat. Aus dem Parteivorstand zurückgetreten ist Nicole Bachmann – aus zeitlichen Gründen, wie Dober erklärt.

«Das Rad nicht neu erfinden»

Die Ziele, welche die Ortspartei unter dem neuen Vorstand verfolgen wird, wurden bisher noch nicht definiert, wie Kilchenmann sagt: «Wir tagen in Kürze zum ersten Mal. Dann werden wir diese Themen beraten.» Revolutionäre Neuerungen seien dabei aber nicht zu erwarten, betont er: «Wir müssen das Rad nicht neu erfinden. Die SVP betreibt weiterhin Sachpolitik für Schlieren. Das Parteibuch stellen wir dem hintan.»

Dober begründet seinen Wegzug damit, dass seine 6-Zimmer-Wohnung an der Rohrstrasse im zweiten Stock liege. Sie sei damit für zwei ältere Personen zu gross und mangels Lift auch nicht ideal. Dennoch hat sich der zurücktretende SVP-Präsident noch nicht ganz von der politischen Bühne in Schlieren verabschiedet. Er wird auch weiterhin im Vorstand des Vereins «Limmattalbahn – so nicht» verbleiben. Beruflich wird er weiterhin mit einem 20-Prozent-Pensum bei seiner ehemaligen Firma tätig sein. An seinem neuen Wohnort wolle er keine neue politische Funktion übernehmen, sagt Dober.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1