Fussball
Die Frauen des FC Schlieren steigen aus der höchsten Klasse ab

Das Abenteuer ist vorbei, die Nationalliga A für Schlieren Geschichte.Die Schlieremer NLA-Fussballerinnen unterliegen Schwyz deutlich mit 2:4 und müssen sich damit aus der höchsten Spielklasse verabschieden.

Maila Bermejo
Merken
Drucken
Teilen
Münevver Akyol weint, getröstet von Torhüterin Marilena Tufaro.

Münevver Akyol weint, getröstet von Torhüterin Marilena Tufaro.

Raphael Biermayr

Nach der Niederlage gestern gegen Schwyz müssen sich die Limmattalerinnen vorzeitig aus der höchsten Spielklasse verabschieden. Die Partie in zwei Wochen gegen Lugano, das hinter Schlieren in der Auf-/Abstiegstabelle klassiert ist, wird zu einem lockeren Teamausflug verkommen.

Fragwürdige Entscheidung

Die Schlieremerinnen haben es einmal mehr nicht geschafft, ihr Potenzial abzurufen. Erschwerend kam hinzu, dass FCS-Trainer Mircea Schaich mit einer höchst fragwürdigen Personalentscheidung Unruhe und Unsicherheit stiftete. Im wichtigsten Spiel der Saison stellte Schaich statt Stammtorhüterin Pascale Küffer tatsächlich Ersatzgoalie Marilena Tufaro auf. Eine Rochade, die auf und neben dem Platz für verdutzte Gesichter und heftiges Kopfschütteln sorgte. Schaich rechtfertigte seinen Entscheid damit, dass er Tufaro für ihren unermüdlichen Einsatz danken und ihr einen Auftritt vor dem Heimpublikum ermöglichen wolle. Ein gut gemeinter Gedanke, doch einen Gefallen hat er damit wohl niemandem gemacht – am allerwenigsten Tufaro.

Beherzter Kampf, wenig Effizienz

Die Ausgangslage versprach allerhöchste Spannung: Schlieren musste mindestens einen Punkt holen, um im Rennen zu bleiben, Schwyz konnte mit einem Sieg den Klassenerhalt sichern. Entsprechend verkrampft starteten beide Mannschaften in die Partie. Schwyz übernahm schnell das Zepter und schaffte es, Schlieren in seiner Platzhälfte mächtig unter Druck zu setzen. Die Limmattalerinnen wurden nur durch individuelle Aktionen gefährlich. Der FCS fand aber zunehmend besser ins Spiel und ging dank Sanja Mijovic in der 30. Minute in Führung. Doch schon sechs Minuten später konnten die Gäste ausgleichen und kurz vor der Pause sogar in Führung gehen.

Tufaro war nicht der Sündenbock

Der Rest des Spiels ist schnell erzählt: Die Schlieremerinnen, allen voran Isabelle Dreyer, Jessica Berger und die unermüdliche Münevver Akyol, mühten sich ab und kämpften beherzt um jeden Ball, doch Schwyz behielt die Überhand. Nachdem die Innerschweizerinnen mit zwei Toren in Führung gingen, erzielte Patrizia Dreyer vom Elfmeterpunkt aus noch den Anschlusstreffer (71.), doch das 4:2 in der 85. Minute durch Fabiola Scheiber setzte dem letzten Schlieremer Hoffnungsschimmer ein Ende.

Noch ein Wort zur unfreiwilligen Hauptfigur des Tages: Torhüterin Marilena Tufaro sah zwar bei zwei Gegentoren etwas unglücklich aus, spielte aber sonst äusserst aufmerksam mit und zeigte eine anständige Leistung. Trotzdem bleiben eine Menge Fragezeichen zurück. Fragen zur Personalpolitik des Trainers und Fragen zum schlummernden Potenzial der Spielerinnen.