Fotografie

Die Fotografin hätte ihre Leidenschaft fast aufgegeben

Elfi Rasser stellte an der Photo Schweiz 2020 aus.

Elfi Rasser stellte an der Photo Schweiz 2020 aus.

Sie zaubert für ihre Fotos. Für Elfi Rasser sind das Fotografieren und die Bildbearbeitung gleichermassen wichtig.

Elfi Rasser hätte ihre Leidenschaft fast aufgegeben. Nachdem sie für lange Zeit keine Fotos mehr gemacht hatte, begann sie in Zürich mit ihrer ersten Digitalkamera von neuem. Und wurde bitter enttäuscht. Die Fotos, die sie auf dem Bildschirm ihres Laptops betrachtete, bildeten die Realität in schlechter Qualität und leblos ab. Dadurch schwand ihre Lust zu fotografieren kontinuierlich. Als sie den alten Laptop schliesslich durch einen neuen Computer ersetzen konnte, war ihre Begeisterung schnell wieder entfacht. Auf dem besseren Bildschirm konnte sie endlich das Potenzial der Digitalkamera erkennen. Sie ging ihrem Hobby mit neuem Eifer nach. Nun ist sie Fotografin von Beruf. An der Photo Schweiz 2020 in Zürich stellte sie ihr Projekt «Men in Black and White» aus.

Die Photo Schweiz ist die grösste Schweizer Werkschau für Fotografie. Sie findet jedes Jahr im Januar statt. Rasser war eine von über 250 nationalen Fotografinnen und Fotografen, die 2020 ihr Projekt ausstellen durften. Auf den sechs Bildern von Rasser sind drei bärtige Männer jeweils in heller und dunkler Umgebung abgelichtet. Rassers anfängliche Idee war, Männer mit Bart abzubilden. Situationsbedingt habe sich das Projekt dann weiterentwickelt. «Die Bilder wurden in Farbe aufgenommen. In Schwarz und Weiss haben sie aber deutlich besser harmoniert», so Rasser.

An der Photo Schweiz 2020 in Zürich stellte sie ihr Projekt «Men in Black and White» aus.

An der Photo Schweiz 2020 in Zürich stellte sie ihr Projekt «Men in Black and White» aus.

Begonnen hat sie als Hochzeitsfotografin

Ihre ersten Fotos schoss Rasser, die 1962 in der österreichischen Steiermark geboren wurde, mit einer analogen Kamera bereits als Kind. Da Fotografin damals nicht als richtiger Beruf angesehen wurde, begann Rasser eine KV-Lehre. Bei Gelegenheit fotografierte sie weiterhin mit ihrer analogen Kamera – bis diese wegen Sandkörnern kaputt ging. Danach liess Rasser das Fotografieren aus zeitlichen und finanziellen Gründen ruhen. Nachdem sie 2003 nach Zürich gezogen war, kaufte sie dort ihre erste Digitalkamera. 2015 fotografierte sie an einer Hochzeit von Freunden erstmals beruflich. Von positiven Rückmeldungen ermutigt, vertiefte sie ihre Fähigkeiten durch Kurse und nahm weitere Aufträge an. Heute wohnt sie in Geroldswil und erstellt vor allem Porträts für Einzelpersonen und Firmen. Doch auch an Events wie dem Zürcher Filmfestival war sie 2019 unterwegs.

«Fotografie besteht daraus, Fotos zu schiessen und sie anschliessend zu bearbeiten», sagt Rasser. Beim Fotografieren müsse man einen passenden Bildausschnitt finden. Erst während der Bildbearbeitung am Computer würden dann Kontrast und Farbe des Bildes erarbeitet werden. In der richtigen Kombination ergebe sich so ein für jeden Fotografen individuellen Look.

Rasser hat schon einige Ideen für neue Projekte: «Eine Idee wäre, Stillleben mit in der Luft hängendem Gemüse auf farbigem Hintergrund zu fotografieren. Ausserdem will ich, wenn ich Zeit habe, mit Hilfe einer Freundin aus Ruanda eine Bilderreportage über die dort lebenden Frauen machen.»

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