Sie prägen das Strassenbild in der ganzen Schweiz, die roten Planzer-Lastwagen. Doch besonders häufig sind sie im Dietiker Industriegebiet Silbern anzutreffen: Denn der Hauptsitz der Firma Planzer an der Lerzen-strasse ist das Herzstück des 1936 gegründeten Familienunternehmens. Von hier schwärmt regelmässig ein Teil der mehr als 1200 Fahrzeuge aus und kehrt nach getaner Arbeit wieder zurück.

Planzer will in Dietikon bleiben

Doch der Platz im Industriegebiet wird knapp für das Dietiker Traditionsunternehmen, wie Geschäftsführer Nils Planzer auf Anfrage sagt. «Wir können uns hier nicht mehr weiterentwickeln.» Doch als Dietiker Familienunternehmen wolle man den Hauptsitz nicht in eine andere Gemeinde verlegen: «Wir beabsichtigen, hierzubleiben», so Planzer.

Doch wohin? Der Geschäftsführer und Verwaltungsratspräsident hat bereits konkrete Vorstellungen: «Wir würden unseren Hauptsitz gerne ins Niderfeld verschieben und dort entlang der Gleise aufbauen.» Doch obwohl die Firma bereits einige Parzellen Land im Gebiet zwischen der Überlandstrasse und den Bahngleisen gekauft hat, betont Planzer, es sei noch nichts spruchreif: «Das Ganze ist erst eine Vision.»

Trotzdem: Es ist eine Vision, die dem Transportunternehmen erlauben würde, sich in die gewünschte Richtung zu entwickeln, wie Planzer sagt. Denn im ganzen Limmattal gebe es sonst kaum Möglichkeiten, sich entlang der Gleise anzusiedeln. Gerade dies sei aber zentral, so Planzer. Schliesslich wickelt die Firma bereits heute 60 Prozent ihrer Warentransporte über die Schienen ab. «Es wäre schade, wenn wir wieder einen Teil dieses Verkehrs auf die Strasse zurückverlagern müssten», sagt Planzer.

Stadt ist «vehement» dagegen

Doch es gibt noch andere Gründe, wieso ein möglicher Hauptsitz im Niderfeld nur entlang der Gleise möglich wäre. «Das Gesamtverkehrskonzept darf nicht überstrapaziert werden», sagt Planzer. Die Stadt Dietikon sei denn auch «vehement» dagegen, dass sich die Transportfirma mitten im Niderfeld ansiedeln würde. Planzer kann dies nachvollziehen: «Das würde auch nicht passen.» Für die Weiterentwicklung der Pläne sei man nun in einem «konstruktiven Dialog» mit der Stadt, aber auch dem Kanton und den SBB.

Tatsächlich stellt der Wunsch der Firma Planzer, ins Niderfeld zu ziehen, die Stadt vor eine heikle Aufgabe. Denn das Gebiet soll «modellhaft» sein und Vorbildcharakter haben, wie Stadtpräsident Otto Müller einst sagte. Dies bezieht sich nicht zuletzt auf die Ökologie, auf die im neuen Stadtteil besonderer Wert gelegt wird. Wie Müller nun auf Anfrage sagte, hat der Stadtrat eine Nutzungsstrategie für das Niderfeld verabschiedet. Die Erschliessung sei auf «einen überdurchschnittlich hohen Anteil des öffentlichen Verkehrs und des Fuss- und Veloverkehrs» auszurichten. Spätere Nutzungen sollen zudem «in hohem Masse auf die Limmattalbahn abgestimmt» sein.

Dass eine Transportfirma nicht unbedingt in diese Strategie passt, scheint offensichtlich. Müller kann sich dazu zurzeit jedoch nicht konkret äussern, wie er sagt. Wie weit ein Bau der Firma Planzer im Niderfeld möglich sei, werde durch die Bauordnung und die übergeordneten Vorgaben bestimmt. Jedoch wolle Planzer als Dietiker Firma versuchen, eine Perspektive in der Stadt zu bieten – soweit dies im Rahmen der Zielsetzungen für das Niderfeld möglich sei.

Rund 100 Grundeigentümer

Zurzeit werden die Parameter für die Entwicklung der letzten grossen Baulandreserve der Stadt erst festgelegt. Die rund 100 Grundeigentümer, denen das mehr als 40 Hektaren grosse Gebiet gehört, wurden im Dezember 2011 über die Verfahrensschritte und den Zeitplan informiert.

Es sei vorgesehen, sagt Stadtplaner Jürg Bösch, diesen Sommer ein Studienverfahren mit verschiedenen Planerteams zu starten, um einen städtebaulichen Plan für die Bebauung des Niderfelds zu entwickeln. Zudem sollen «Vorstellungen über das Mass und die Art der Nutzung und deren Verteilung im Raum erarbeitet werden», so Bösch. Gestaltungs- und Quartierplanverfahren folgen in den nächsten Jahren. Mit den grossen Grundeigentümern führe man zudem separate Gespräche. Dabei gehe es zurzeit insbesondere darum, «eine geeignete Form der Beteiligung» an der Planung zu finden, so Bösch.