Der Neubau des Pfarreizentrums der Schlieremer Katholiken bringt die benachbarte Feuerwehr in die Bredouille. Dies hat zwar nicht direkt etwas mit dem geplanten weissen Bauwerk aus der Feder von «Stöckli Grenacher Stäubli»-Architekten zu tun, viel eher wird mit dem Baustart, der im kommenden Juli erfolgen soll, ein Parkplatzproblem entstehen – bei der Feuerwehr kann ein solches aber schnell ernsthafte Konsequenzen haben.

Der Neubau entsteht im Spickel zwischen Uitikonerstrasse und SBB-Gleisen auf einem Kiesplatz, der heute der Kirche als Parkiermöglichkeit dient. Auf diesem ist es Mitgliedern der Feuerwehr Schlieren erlaubt, ihre Privatfahrzeuge abzustellen, wenn sie ins nur wenige Meter Richtung Stadtzentrum gelegene Feuerwehrdepot im Büelhof einrücken müssen. Wenn jedoch der Bau der 9,4-Millionen-Pfarrei startet, ist es damit vorbei.

Längere Wegzeit zum Depot

Dieses Problem fiel dem Schlieremer SVP-Gemeinderat Hans-Ulrich Etter auf. Er reichte deshalb gemeinsam mit sechs Mitunterzeichnern ein Postulat beim Stadtrat ein. Darin bittet er die Exekutive, legale Parkiermöglichkeiten für Privatfahrzeuge der Mitglieder der Feuerwehr Schlieren im Ausrückfall und während Übungen zu schaffen. Vergleichbare Alternativen zum kirchlichen Kiesplatz würden in der Gegend nämlich fehlen.

Die öffentlichen Parkplätze bei der Trublerhütte, so Etter, seien einerseits kostenpflichtig und würden andererseits intensiv genutzt. «Normalerweise hat es dort nicht genügend freie Parkplätze», konstatiert er. Bei der sogenannten Lemp-Schüür wiederum bestehe ein Parkverbot. «Zudem müssen die Mitglieder der Feuerwehr von diesen beiden Parkiermöglichkeiten aus noch einen längeren Fussweg bis zum Feuerwehrdepot zurücklegen. Im Alarmfall würde dies die Ausrückzeit der Feuerwehreinsatzwagen verlängern», so Etter.

Problem bleibt länger bestehen

Auch das Parkieren an der Uitikonerstrasse sei keine Option. Denn rechts und links auf Höhe des Feuerwehrdepots seien an der Kantonsstrasse Parkierverbotstafeln sowie entsprechende Bodenmarkierungen angebracht. «Aufgrund der Breite des Trottoirs ist es auch nicht zulässig, sein Fahrzeug dort abzustellen.» Aus verständlichen Gründen diene auch der Vorplatz des Feuerwehrdepots nicht zu diesem Zweck.

Die Parkplatzknappheit betrifft zudem nicht nur die Zeit, in der die Kirche am Bauen ist. Ist die neue Pfarrei samt dazugehörenden Parkplätzen erstellt, sollen die Angehörigen der Schlieremer Feuerwehr diese nicht mehr nutzen dürfen. Hubert Zenklusen, Präsident der katholischen Kirchenpflege, bestätigt, dass man der Feuerwehr die Plätze bis anhin zur Verfügung gestellt habe. «Ist der Bau nach etwa 16 bis 18 Monaten nach Baueingabe abgeschlossen, sind die neuen Parkplätze den Besuchern von Kirche und Pfarrei vorbehalten», sagt er.

Ob der Baustart wirklich bereits im Juli stattfinden kann, ist jedoch noch offen. «Dabei handelt es sich um den frühestmöglichen Termin für den Baustart, je nach Termin der Baueingabe kann sich dies noch verschieben.»

Projekt ohne Parkplätze

Nicht nur die Kirche will bauen: Erst Anfang April wurde bekannt, dass der Stadtrat die Überbauung Büelhof mit 18 Kleinwohnungen und dem Feuerwehrdepot für rund 6,1 Millionen Franken sanieren will. Einen Betrag für die Erstellung des Sanierungsprojekts sprach der Stadtrat bereits. Neben den Lift- und Sanitäreinrichtungen sollen unter anderem auch die Haustechnik und das Flachdach saniert werden. Dass neue Parkplätze erstellt werden, davon war in den ersten Umrissen des Projekts nichts zu lesen.