Wer heutzutage einen Ferienjob sucht, fragt nicht mehr den Onkel oder die Tante nach einer Beschäftigung. Auch Anschlagbretter und Stellenbörsen gehören mittlerweile vielfach der Vergangenheit an: Die Jobsuche hat sich in den letzten Jahren weitgehend ins Internet verschoben.

Ab dem 10. August 2015 bietet deshalb neu auch Bergdietikon eine Jobbörse im Internet an. In Zusammenarbeit mit der Jugendarbeit Baden schliesst sich die Gemeinde an die Ferienjobvermittler «job4teens.ch» an. Markus Felix, Jugendtreffleiter in Bergdietikon, sieht die Jobbörse als ideale Ergänzung zur bestehenden Jugendarbeit an. «Die Jugendlichen gewinnen einen ersten Einblick in die Berufs- und Erwachsenenwelt. Sie können Kompetenzen wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein üben und dabei ihre Selbstständigkeit, ihr Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl stärken», sagt er. Zudem würden sie die Möglichkeit erhalten, soziale Kontakte mit Erwachsenen aufzubauen und das Verständnis im Umgang mit Geld erlernen.

Durch die Jobbörse begegneten sich Jugendliche und Erwachsene aus unterschiedlichen sozialen Gruppen und unterschiedlicher Herkunft. Ebenfalls baue die Jobbörse Brücken zu verschiedensten Berufsbranchen, wie auch zu privaten Haushalten. Sie vermittle Generationenbegegnungen – die ältere Generation erhalte Unterstützung von den Jungen und die Jugendlichen wiederum lernten aus der Lebenserfahrung der Älteren.

In Uitikon fehlte es an Jobs

Aus derselben Motivation heraus hat auch Astrid Lienhart aus Uitikon vor drei Jahren eine Jobbörse im Internet ins Leben gerufen. Doch dieses Jahr sei die Jobbörse «schuelerjobs-uitikon.ch» leider regelrecht eingeschlafen, sagt die Initiantin des Projekts. «Wir hatten immer Mühe, genügend Jobangebote zu erhalten und so haben auch die Kinder sich nicht mehr gross darum gekümmert», so Lienhart. Nun seien seit Monaten keine Jobs mehr reingekommen.

Schon im vergangenen Jahr waren die Uitiker nur schwer zu motivieren, obwohl das Elternforum in jedem Gemeindekurier Werbung für die Jobbörse machte. Nur selten meldete sich jemand, der einen Job zu vergeben hatte. Die Schüler waren damals aber noch sehr aktiv und freuten sich über Arbeit. Einige Schüler besuchten gar täglich die Seite, um nach neuen Jobangeboten zu sehen.

Direkt bei Betrieben melden

Christine Viljehr, Leiterin des biz Urdorf, empfiehlt, sich direkt bei den einzelnen Betrieben zu melden. Wer nur im Internet nach einer Beschäftigung suche, könne zwar ebenfalls erfolgreich sein, verpasse aber vielleicht einen interessanten Ferienjob. Die besten Chancen habe immer noch, wer seine Beziehungen spielen lasse – sei es im Malerbetrieb des Vaters oder im Baugeschäft des Onkels. Aber auch ohne Vitamin B könne man einen Job ergattern. Insbesondere kleine Betriebe, Sportplätze, Kirchen oder Schulhausabwarte seien oft froh um Unterstützung, so Viljehr. Man solle sich also ruhig getrauen und persönlich nachfragen.