Stadtratswahl

«Die FDP-mässige Sicht hat Dietikon nicht gut getan»: Anton Kiwic will Stadtpräsident werden

Kandidiert für Stadtrat und Präsidium: Anton Kiwic (links) mit SP-Ortspräsident Manuel Peer.

Kandidiert für Stadtrat und Präsidium: Anton Kiwic (links) mit SP-Ortspräsident Manuel Peer.

Dietikon wählt am 4. März den neuen Stadtpräsidenten. Die SP Dietikon gibt sich bereits bei der Kandidatenkür kämpferisch.

Der SVP-Stadtrat Roger Bachmann ist nicht mehr der einzige Kandidat für die Wahl zum Stadtpräsidenten am 4. März. Denn Anton Kiwic ist gestern auch in den Ring gestiegen. «Die SP Dietikon will damit nach über 20 Jahren wieder die Führung in der Stadtexekutive, um dem Stillstand in Dietikon endlich ein Ende zu bereiten», heisst es in einer Medienmitteilung der SP von gestern. Von 1990 bis 1996 stellte die SP mit Markus Notter zuletzt einen Stadtpräsidenten in Dietikon.

Auch wenn die Parteiversammlung am kommenden Montag das letzte Wort hat, zeigten sich Kandidat Kiwic wie Ortsparteichef Manuel Peer bereits gestern so ambitioniert wie kämpferisch. Sogar eine wohlausgearbeitete Prioritätenliste konnte Kiwic, der seit 2008 im Dietiker Gemeinderat sitzt, bereits vorweisen. Dietikon brauche eine Politik, die sich auf die Bewohner konzentriert und sich nicht nur ökonomische und Sparziele setzt. «Die FDP-mässige Sicht der Dinge hat der Stadt nicht gutgetan», so Kiwic.

Andererseits fehle es an Kontinuität für die Unternehmen. Er nennt als Beispiel das Gewerbegebiet Silbern, wo die Stadt zu viel versprochen habe und diese Versprechen jetzt nicht halten könne. Manuel Peer: «Dietikon braucht keinen weiteren Verwalter oder Beamten als Stadtpräsidenten, sondern einen Unternehmer.» Roger Bachmann arbeitet als Abteilungsleiter Finanzen bei der Gemeinde Dällikon. Anton Kiwic ist Inhaber einer Dietiker IT-Firma.

Seine Chancen beurteilt Kiwic optimistisch. Er wolle den Leuten zeigen, dass man die Stadt nicht nur verwalten darf, sondern sie vor allem gestalten muss. Fragt man nach seinem Wunschressort, antwortet er bestimmt: «Das Präsidium». Aber seine Fähigkeiten seien auch im Stadtrat gefordert.

Keine einzige Frau

Kiwic wird es seinem Kontrahenten Bachmann also nicht leicht machen. Dieser kann allerdings nicht nur auf die Unterstützung seiner Partei, sondern auch auf die der FDP zählen. Diese hatte FDP-Ortspräsident Werner Hogg kurz nach Bekanntwerden von Bachmanns Kandidatur zugesagt. Dass es neue Gesichter in der Dietiker Exekutive geben würde, stand fest, nachdem Stadtpräsident Otto Müller (FDP), Schulvorstand Jean-Pierre Balbiani (SVP) und Hochbauvorsteherin Esther Tonini (SP) ihren Rückzug aus der Gemeindepolitik bekannt gegeben hatten. Wie es aussieht, wird eine reine Männerriege in den Dietiker Stadtrat einziehen.

Auf die Frauenfrage angesprochen, sieht Manuel Peer seine Partei «nicht in der Pflicht»; schliesslich habe die SP mit Tonini vor vier Jahren eine fähige Frau ins Rennen geschickt. «Ich kann nicht verstehen, wie eine Partei drei Kandidaten aufstellen kann, und es ist nicht eine Frau darunter.» Überraschungskandidaten haben noch bis 1. Dezember Zeit, ihre Kandidatur bekannt zu geben. Dann läuft die Frist für Wahlvorschläge ab.

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