Schlieren

«Die Fassade des Schulhauses Reitmen sieht wie eine verbeulte Wellblechhütte aus»

Diese Schulhaus-Fassade gab bei der parlamentarischen Fragestunde zu Reden.

Diese Schulhaus-Fassade gab bei der parlamentarischen Fragestunde zu Reden.

In der parlamentarischen Fragestunde gaben eine Restaurantschliessung und das Schulhaus Reitmen zu reden.

Auf der Spielwiese beim Schulhaus Zelgli, wo einst die Skateanlage geplant war, liegen derzeit Baumaterialien. Diese zeugen noch von der Sanierung des Zelgliwegs im Jahr 2013. Gemeinderat Thomas Grädel (SVP) wies in der Fragestunde des Schlieremer Parlaments vom Montagabend darauf hin, dass das Stück Land als Grün- und Abfalldeponie genutzt werde. Er wollte vom Stadtrat wissen, wann die Wiese wieder den Kindern zur Verfügung stehe. 

«Oder bleibt es bei einer wilden Deponie der Stadt Schlieren?» Finanzvorsteherin Manuela Stiefel (FDP) stimmte mit Grädel überein, dass die Wiese derzeit wirklich keinen schönen Anblick biete. «Nach dem Nein zur Skateanlage wurden Planungsarbeiten an einem Garderobengebäude und allenfalls an einem Kleinfussballfeld aufgenommen», so Stiefel. Eine Volksabstimmung sei bereits für Ende dieses Jahres denkbar.

2. Kein neuer Pächter für das Restaurant Mühleacker

Ende Mai schliesst das Restaurant Mühleacker, wie die Betreiberin auf ihrer Website schreibt. Sie konnte ein anderes Lokal pachten, wie Ressortvorsteher Alter und Soziales Christian Meier (SVP) ausführte. Auf die Fragen der Gemeinderäte Thomas Widmer (Quartierverein) und Robert Horber (SP), wie es nach der Schliessung weitergehe, sagte Meier, dass noch kein neuer Pächter gefunden worden sei.

Für die Verpflegung der Bewohner der Alterswohnungen Mühleacker zur Mittageszeit sei jedoch gesorgt, so Meier. So werde ab Anfang Juni die Kochabteilung des Alterszentrums Sandbühl den Mühleacker mit Mittagsmenus beliefern.

«Nun haben wir Zeit, damit wir beurteilen können, wie es mit der Lokalität weitergehen soll», ergänzte er. So sei es auch dem Stadtrat bewusst, dass es an dieser Lage nicht einfach sei, ein gewinnbringendes Restaurant zu führen. «Für gute Ideen sind wir offen.»

3. Ferienplanung kann sich unnötig schwierig gestalten

Für Familien, die Kinder haben, die in Schlieremer Schulhäusern und in Zürcher Privatschulen oder in der Kantonsschule Limmattal in die Schule gehen, ist die Ferienplanung kein Zuckerschlecken. Denn wie Dominic Schläpfer (FDP) bemerkte, sind die Sportferien in Schlieren im Vergleich zu jenen in Zürich und in Gymnasien um eine Woche versetzt. «Auf den ersten Blick ist das eine unnötige Erschwerung», sagte er. Ob dies nicht angepasst werden könnte, wollte er von der Schulvorsteherin Beatrice Krebs (FDP) wissen. Diese entgegnete, dass die Schule bei der Ferienplanung nur wenige Freiheiten geniesse. Die Wahl fiel auf diese Woche, weil man die Ferien gleichmässig verteilen wollte und weil die Häuser für Schullager während der Sportferienzeit stark ausgelastet seien. Deswegen sei es auch ein Vorteil, dass die Schulferien nicht in allen Zürcher Gemeinden gleichzeitig stattfänden. Wie stark das Bedürfnis nach einer Abgleichung sei, müsste zuerst abgeklärt werden. Ob die Schulpflege jedoch dazu bereit sei, könne sie nicht beantworten.

4. Wiesenstrasse soll im Einbahn-Verkehr geführt werden

Der Wiesenstrasse zwischen SBB-Gleisen und Vitis Sportzentrum stehen grosse Veränderungen bevor – nicht zuletzt wegen der geplanten Überbauung der Firma Geistlich und der neuen Bahnhofsunterführung. Daniel Frey (FDP) wollte vom Stadtrat wissen, wie die Verkehrsführung dereinst gestaltet werde. Bauvorstand Markus Bärtschiger (SP) räumte ein, dass es sich um ein schwieriges Stück Strasse handle.

Dies, weil sie über kein Trottoir verfüge, die Automobilisten jedoch oft die Höchstgeschwindigkeit übertreten würden. Geplant ist, dass der Verkehr künftig im Einbahn-Regime in Richtung Dietikon bis zum Färbiplatz geführt wird. Erst nachdem die Firma Geistlich ihre Parzelle bebaut hat, werde abgeklärt, ob man ein Trottoir erstellen werde. Ein Teil könnte auch für eine Veloschnellstrasse verwendet werden. Bis es jedoch soweit ist, sollen bald Elemente den Strassenraum unterteilen, sodass Velofahrer und Fussgänger die Strasse sicher benutzen können.

5. Sprachenwirrwarr an Schlieremer Elternabenden?

An obligatorischen Informationsveranstaltungen der Schule Schlieren werden für fremdsprachige Eltern Übersetzer hinzugezogen. «Diese scharen jeweils die gleichsprachigen Eltern um sich und übersetzen das Gesagte simultan», sagte Gaby Niederer (Quartierverein). Weil dies einen erheblichen Lärmpegel zur Folge habe, sei es deutschsprachigen Eltern praktisch unmöglich, den Referenten zu folgen. Sie will wissen, ob dieses Problem bekannt ist.

Laut Schulvorsteherin Beatrice Krebs wisse man davon und: «Niemand hat wirklich Freude daran, dass solche Kulturvermittler zum Einsatz kommen müssen.» Sie betont jedoch, dass man bemüht sei, die Eltern, die von der Vermittlung Gebrauch machen, eher in den hinteren Teil des Raums setzen würde. Zudem seien lediglich zirka zwei Elternpaare pro Klasse auf einen Übersetzer angewiesen, was im Vergleich zu vor rund zehn Jahren einer Abnahme entspreche, so Krebs.

6. Soll die Reitmen-Fassade
wirklich so aussehen?

«Die Fassade des Schulhauses Reitmen sieht wie eine verbeulte Wellblechhütte aus», sagte der SVP-Gemeinderat Thomas Grädel. Was genau der Stadtrat dagegen zu unternehmen gedenke, fragte er. Die Stadt habe sich auch schon mit der Frage beschäftigt, ob die Stadt wirklich erhalte, was sie vom Bauunternehmer bestellt habe, sagte Manuela Stiefel. Als Beispiel zog sie dann jedoch die Monterosa Hütte in Zermatt herbei. «Auch bei ihr ist die Wellblech-Fassade nicht ebenmässig», sagte Stiefel. Dies werde auch jene des Schulhauses Reitmen nicht werden. Doch habe man beim Generalplaner und dem ausführenden Unternehmen eine Anfrage zwecks allfälliger Mängelbehebung deponiert. Eine Rückmeldung stehe noch aus.

7. Erhält Schlieren einen
künstlichen Badesee?

Seit einigen Jahren verfügt die Gemeinde Savognin über einen künstlichen Badesse, dessen Wasser im Winter abgelassen werden kann. Der Platz darunter kann dann für andere Zwecke genutzt werden. «Wie stellt sich der Stadtrat zur Idee, einen solchen im erweiterten Stadtpark zu realisieren?» wollte Dominic Schläpfer (FDP) wissen. Bezüglich der technischen Machbarkeit könne er keine genauen Angaben machen, sagte Bauvorstand Bärtschiger. Der Idee eines künstlichen Sees rechnet er keine grossen Chancen ein. «In Savognin nimmt dieser eine grössere Fläche ein – und Platz ist etwas, das im Schlieremer Zentrum nicht in grossen Mengen vorhanden ist.» Die Idee werde er jedoch auf dem weiteren Stadtpark-Planungsprozess mitnehmen.

8. Limmattalbahn AG
bezieht im April ihren Pavillon

Seit längerem ist der Pavillon auf dem Schlieremer Stadtplatz fertiggestellt. Doch wann die Limmattalbahn AG diesen auch beziehen wird, war bislang offen. 

Boris Steffen (FDP) erkundigte sich und Bauvorstand Markus Bärtschiger gab Auskunft. Der Bezug sei auf April dieses Jahres geplant. Zudem habe die Stadt 1160 Franken gebühren für den Pavillon erhoben. Wie viel Miete die Limmattalbahn AG für den Standplatz entrichten wird, sei noch offen. Dies weil das Stück Land im Verlauf der Bauarbeiten der Limmattalbahn vom Besitz des Kantons in jenen der Stadt wechseln wird.

9. Wie steht es um den Schlieremer Herbstmarkt?

Selbst bei schönem Wetter ziehe der Schlieremer Herbstmarkt nicht viele Besucher an, konstatierte Jürg Naumann (Quartierverein). Das kulinarische Angebot befinde sich auf tiefem Niveau, es gebe immer weniger Marktstände und viele Einwohner wüssten noch nicht mal, dass ein Markt stattfindet.

Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin (SP) erklärte, dass sich die federführende Kulturkommission schon mehrmals mit dem Kommunikationsdefizit befasst habe. «Auch diskutieren wir die Auswahl der Stände, die ihre Ware zum Kauf anbieten und stellen uns die Frage, ob politische Parteien auch ihre Stände betreiben sollen», so Brühlmann weiter. Konkrete Neuerungen könne er zwar noch keine bekannt geben, doch arbeite man daran, den Anlass wieder attraktiver zu machen.

10. Strassenübergang bei Waldkindergarten wird beobachtet

Bereits anlässlich einer früheren Fragestunde fragte Songül Viridén (GLP) beim Stadtrat nach, wie sicher die Kinder des Waldkindergartens beim Überqueren der Uitikonerstrasse sind. Denn von Uitikon her würden Fahrzeuge teils mit hoher Geschwindigkeit ins Tal fahren. «Im Nachzug sagte der Stadtrat, dass man die Situation beobachte. Was ist nun geplant, um die Sicherheit der Kinder zu verbessern?», wollte Viridén wissen. Sicherheitsvorstand Pierre Dalcher (SVP) erklärte, dass man mit der Kantonspolizei wie auch mit den Verantwortlichen des Waldkindergartens Rücksprache gehalten habe und keinen Anlass dazu sah, tätig zu werden. «Bei der von Ihnen geschilderten Gefahrensituation muss es sich um einen Einzelfall gehandelt haben», so Dalcher. Ändere sich die Situation, so werde die Stadt aktiv, versicherte er.

Stadt gibt 12 000 Franken für Stadtplatz-Gastronomie

Diverse Gastro-Betriebe wie etwa die Sommerbeiz oder das Fondue-Chalet hätten in den letzten Jahren den Stadtplatz belebt, sagte Beat Kilchenmann (SVP). Er wollte wissen, wie viel die Stadt zum Betrieb beisteuert und wie das Aufwahlverfahren für den Betrieb verlaufen sei. Ein solches habe es nicht gegeben, da es keine anderen Bewerber gegeben habe, sagte Stadtpräsident Brühlmann. Bezüglich der finanziellen Unterstützung lasse sich sagen: «Den Betreibern erliess die Stadt die Kosten für die Baubewilligung von 4000 Franken und kam für Strom im Wert von 4000 Franken auf.» Zudem wurden via Standortförderung weitere 4000 Franken gesprochen. «Mit dieser Massnahme sollte das Zentrum in Rahmen dieser Zwischennutzung belebt und somit auch attraktiv werden», so Brühlmann weiter.

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