Urdorf
Die farbigen Steine müssen ins «Haus»

Am 13. Mojito-Curling-Crashkurs konnten Anfänger in der Curlinghalle gegeneinander antreten und sich über die aufsteigende Sportart informieren.

Christian Murer
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Das Team Ciao Bäse versucht, den Stein «ins Haus» zu bringen. Die Wischerei schafft einen Wasserfilm, auf dem der Stein schwerelos gleitet.

Das Team Ciao Bäse versucht, den Stein «ins Haus» zu bringen. Die Wischerei schafft einen Wasserfilm, auf dem der Stein schwerelos gleitet.

Christian Murer

In der Beiz der Urdorfer Curlinghalle erklärt Turnierleiter Marco Bundi den Ablauf des Mojito Gästeturniers. Sechzehn Teams haben sich heuer zum friedlichen Plauschanlass angemeldet. Recht fantasievoll sind denn auch die Namen der vier Gruppen: Team Mari, Ciao Bäse, Curling Furzer, Rubgy Team, Ice Luschiis, Hullabulla, Drinking Club oder Die Fantastischen Vier nennen sie sich. Die meisten von ihnen spielen erstmals Curling.

Turnierleiter Marco Bundi, der in Mutschellen-Berikon zu Hause ist, erklärt: «Das Faszinierendste an diesem Curlingsport sind die über sechzig Leute, wobei rund achtzig Prozent zum ersten Mal Curling spielen.» Nach einer kurzen Einführung können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nämlich bereits mit Turnierregeln gegeneinander spielen.

Vornehme Sportart

«So verbringen sie den ganzen Tag mit Apéro, Essen und Trinken», freut sich der 48-Jährige, der seit 18 Jahren nach einem Snowboard-Unfall Curling spielt. Auch sein Sohn Joel, der sich allerdings auf dem Fussballplatz wohler fühlt, ist an diesem Morgen in der Urdorfer Curlinghalle mit von der Partie. «So macht das Spiel noch recht viel Spass», meint der Elfjährige.

In der Tat: Der vornehmste Sport der Welt ist sicherlich Curling. Seine Wiege stand irgendwann im 16. Jahrhundert irgendwo in Schottland. Die Spielsteine stammen traditionell aus dem Granit der Vulkaninsel Ailsa Craig, die zwischen Schottland und Irland im Atlantik liegt.

Später merkte man, dass es auch von Vorteil ist, sauberes Eis nach Kräften zu wischen. Denn die so erzielte Reibung hinterlässt einen feinen Wasserfilm, auf dem der Stein schwerelos dahingleitet wie ein Tragflügelboot über dem Meer.

Entwicklung zum Breitensport

Zudem: Seit einigen Jahren wird das Spiel mit Steinen und Besen stets populärer und immer mehr auch zum Breitensport. Dies nicht zuletzt dank genügenden, gut ausgebauten Infrastrukturen und vor allem auch dank der Tatsache, dass Curling von jeder Altersstufe beiderlei Geschlechts gespielt werden kann.

Viel zur Entwicklung beigetragen hat aber auch der Umstand, dass Curling 1998 erstmals offizielle Olympiadisziplin wurde und dank guter Übertragungstechnik unzählige Zuschauer vor dem Fernseher begeistern konnte. Heute üben weltweit über eine Million Menschen diesen Sport aus.

Darunter sind an diesem frühen Sonntagmorgen auch die Mojito-Spieler, die von Marco Bundi im Schnellverfahren instruiert werden. «Sechs Grad ist hier einen Meter über dem Boden», erklärt Bundi. Für das gute Eis zeichnen mit viel Hingabe die Eismeister verantwortlich. Um die farbigen Steine ins «Haus» – sprich Kreise – zu bringen, sind Präzision und ein ruhiges Händchen gefragt. Auf dem Eis wird teilweise mit einfallsreichen Outfits gespielt. Die originellsten Teams werden später ausgezeichnet. Für den als Schotte gekleideten Jim Roser aus Bergdietikon vom Rubgy Team war der Tag «einfach super – wirklich ein echter Aufsteller».