Spital Limmattal

Die erste Patientin des Spital-Neubaus erwartet Zwillinge – und fühlt sich pudelwohl

Einen Strauss Blumen für die erste Patientin. Pflegedirektorin Susanne Vanini (Mitte) und Spitaldirektor Thomas Brack statten Silvia Marton einen Besuch ab.

Die hochschwangere Silvia Marton bezog gestern als erste ein Zimmer im Neubau des «Limmi». Der Spitaldirektor und die Pflegedirektorin besuchten sie persönlich und überreichten ihr einen Blumenstrauss.

Nachttischchen und Kommoden werden durch den Flur gerollt. «Wo kommt das hin?», fragt ein Zügelhelfer die im Korridor versammelten Spitalmitarbeiterinnen. Von der Hektik auf dem Flur bekommt Silvia Marton im Zimmer 303 nichts mit. Die 36-Jährige ist die erste stationäre Patientin im Neubau des Spitals Limmattal.

Gestern Morgen zügelte sie vom fünften Stock des alten Spitals in den dritten Stock des neuen «Limmi». «Es ist schon etwas Spezielles die erste Patientin zu sein und den Umzug mitzuerleben», sagt Marton. Besonders ist auch der Grund für ihren Aufenthalt im Spital. Die Geroldswilerin ist nämlich nicht krank, sondern in guter Hoffnung. «Ich erwarte Zwillinge, einen Bub und ein Mädchen», sagt sie. Der Blick auf ihren Bauch verrät , dass es wohl nicht mehr so lange dauern wird bis zur Niederkunft.

Marton ist in der 35. Schwangerschaftswoche. Der errechnete Geburtstermin ist am 25. November. Bei Zwillingen ist es häufig der Fall, dass sie nicht so lange warten wollen. Daher ist die werdende Mutter auch im Spital. «Ich hatte frühzeitig Wehen. Nun muss ich liegen und habe eine Infusion, die die Kontraktionen unterdrückt, damit die Kinder nicht schon jetzt kommen.» Das will Marton um jeden Fall verhindern.

«Mein Ziel ist es, dass die Kleinen im Spital Limmattal zur Welt kommen.» Das sei aber nur möglich, wenn die Geburt erst nach dem 22. Oktober stattfinde. «Die Kinder wären davor zu klein und weniger als zwei Kilo schwer. Dann müsste ich ins Universitätsspital nach Zürich. Dort gibt es eine Neonatologie-Abteilung und Spezialisten.»

Kurzer Besuchsweg

Marton selbst ist im Universitätsspital geboren. Warum sie mit dieser Tradition nun brechen will, hat ganz praktische Gründe. «Wir wohnen in Geroldswil im Limmattal. Mein Mann hat einen viel kürzeren Weg, um uns zu besuchen.» Zudem sei ihr das Spital Limmattal sympathischer als das Universitätsspital.

«Das Universitätsspital ist mir viel zu gross und unpersönlich. Hier im ‹Limmi› ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass man auf dasselbe Pflegepersonal trifft und nicht jeden Tag von jemand anderem betreut wird. Zudem sind alle so freundlich.» Die Geburtsvorbereitungskurse habe sie überdies ebenso im Spital Limmattal besucht. Bis spätestens am Sonntag wird Marton also noch im Spital bleiben müssen.

Langweilig wird es der Agronomin, die mit ihrem Mann im Frühling eine Firma gegründet hat, die Oldtimer-Fahrzeuge mit Elektromotoren ausrüstet, während ihres Spitalaufenthalts nicht. Immer wieder klopft es an der Türe. Der Blutdruck muss gemessen, die Infusion gewechselt werden. Und auch Spitaldirektor Thomas Brack und Pflegedirektorin Susanne Vanini schauen bei Marton vorbei und überreichen ihr einen Blumenstrauss.

Wie es ihr gehe, wie ihr das neue Zimmer gefalle und ob der Umzug gut über die Bühne gegangen sei, will Brack wissen. «Niemand ist gerne im Spital, es geht mir aber gut. Der Umzug hat gut geklappt. Ich geniesse die Aussicht», sagt Marton und blickt aus dem Fenster, das die Sicht auf den Bahnhof Urdorf und Bäume im herbstlichen Kleid freigibt.

«Es ist ein spezieller Moment, die erste Patientin im neuen Spital willkommen heissen zu dürfen», sagt Brack. Er sei als einer der ersten in sein Büro im Neubau gezogen. «Es ist schön mitzuerleben, wie sich das Spital nach und nach mit Menschen und Leben füllt.»

Sobald Brack und Vanini das Zimmer verlassen haben, taucht bereits die nächste Gesundheitsfachfrau auf, um nach dem Rechten zu sehen. Marton weiss auch schon, wie sie sich die Zeit bis zum Spitalaustritt vertreiben wird. «Ich habe ein paar Bücher eingepackt, die ich schon lange lesen will.»

Bis Ende Woche werden sich die Zimmer im Neubau füllen. Anfang nächster Woche soll der Spitalbetrieb vollständig im neuen «Limmi» aufgenommen werden.

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