Zusammenarbeit
Die erste Gemeinde sagt Ja zur Fünfer-Fusion der Schulpsychologischen Dienste

Das rechte Limmattal soll per August seine Schulpsychologischen Dienste fusionieren. Die erste von fünf Abstimmungen ist nun geschafft.

David Egger und Thomas Mathis
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Schulhaus Letten in Oetwil

Schulhaus Letten in Oetwil

Thomas Mathis

Einstimmig genehmigten die 26 anwesenden Stimmberechtigten an der Primarschulgemeindeversammlung Oetwil-Geroldswil gestern Abend den Zusammenarbeitsvertrag für den neuen Schulpsychologischen Dienst rechts der Limmat. Damit hat dieses Projekt die erste von fünf Hürden genommen. Es sieht vor, dass die heute drei Schulpsychologischen Dienste des rechten Limmattals zu einem grossen zusammengeschlossen werden. Dass die Versammlung diesem Traktandum diskussionslos zustimmte, freut Schulpflegepräsidentin Daniela Aerne. «So können die gesetzlichen Vorgaben nun umgesetzt werden», sagt sie.

Nach der Primarschulgemeinde Oetwil-Geroldswil, die bisher einen eigenen Dienst mit 60-Prozent-Pensum betreibt, müssen nun noch die Gemeinde Oberengstringen (bisher auch 60 Prozent) sowie die Primarschulgemeinde Unterengstringen, die Gemeinde Weiningen und die Oberstufenschulgemeinde Weiningen (bisher alle zusammen mit 70-Prozent-Pensum) über die Zusammenarbeit abstimmen.

12

Prozent teurer wird der Schulpsychologische Dienst rechts der Limmat in etwa, verglichen mit den drei Schulpsychologischen Diensten, die heute existieren.

Diese ist vor dem Hintergrund neuer kantonaler Mindestvorgaben zu sehen, die ab 1. August gelten. Die neue Regel besagt, dass jeder Schulpsychologische Dienst insgesamt 300 Stellenprozent aufweisen muss. Dafür sind die heutigen Dienste viel zu klein, jeder einzelne müsste darum massiv Stellen aufstocken. Aber auch nach der Fusion erreicht der neue Dienst mit knapp 200 Stellenprozent diesen Wert nicht. Das ist aber kein Grund zur Sorge, denn neben der Mindestgrösse gibt es auch noch eine Richtgrösse. Diese verlangt 8 Stellenprozent pro hundert Schüler – ein Wert, den das rechte Limmattal – mit seinen aktuell rund 2400 Schülern – bisher und künftig einhält.

Der Zusammenarbeitsvertrag sieht vor, dass der Dienst bei entsprechend steigenden Schülerzahlen auf bis zu 300 Stellenprozent für Schulpsychologie-Fachpersonen ausgebaut werden kann. Pro 100 solcher Stellenprozente sind maximal 25 weitere Stellenprozente für Verwaltungsangestellte erlaubt.

Standort wird die Fahrweid

Standort des neuen Schulpsychologischen Dienstes und dessen Verwaltung soll das geplante neue Kindergartengebäude Föhrewäldli in der Weininger Fahrweid werden. Die Gemeinde Weiningen fungiert dabei als Vermieterin.
Eine neue Kommission, bestehend aus je einem Schulpflegemitglied pro Vertragsgemeinde, wird die strategische Führung des Dienstes übernehmen. Die Zusammenarbeit bringt Mehrkosten von rund 12 Prozent gegenüber heute. Der ganze Dienst soll jährlich rund 450 000 Franken kosten. Heruntergebrochen auf die Primarschule Oetwil-Geroldswil ergeben sich so jährliche Kosten von 140 000 Franken, rund 20 000 Franken mehr als bisher.

Weiter genehmigte die Versammlung auch die Jahresrechnung. Mit zwei Gegenstimmen nahm die Versammlung die Rechnung mit einem Minus von knapp 484 000 Franken an. Aufgrund steigender Schülerzahlen werde die finanzielle Situation in den kommenden Jahren angespannt bleiben, so Aerne.