Dietikon
Die Eisschicht auf dem Marmoriweiher wächst und wächst

Der Marmoriweiher ist zugefroren. Die Eisschicht ist so dick, dass der Weiher freigegeben wird. Entschieden wird allerdings erst am Freitag. Dem ersten Schlittschuhplausch nach sechs Jahren Wartezeit dürfte aber nichts mehr im Wege stehen

Katja Landolt
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Bohrungen beim Marmoriweiher in Dietikon
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Letztmals war der Marmoriweiher im Jahr 2002 freigegeben worden
Noch ist die Eisfläche auf dem Marmoriweiher gesperrt
Die Eisschicht auf dem Marmoriweiher ist rund 17 Zentimeter dick
Bohrungen mit Eiswasserdusche inklusive
Laut Lorenz Fränzl, Leiter Werkhof, sieht es so aus, als könne die Eisfläche demnächst freigegeben werden

Bohrungen beim Marmoriweiher in Dietikon

Katja Landolt

Die vier Männer des Dietiker Werkhofs steigen mit schwerem Geschütz aufs Eis: Mit Bohrer und Kettensäge wollen sie die Eisdicke testen. Während die Sonne durch die Wolken drückt und die Schneekristalle aufglitzern lässt, sinkt auf dem Weiher röhrend der Bohrer ins Eis.

Ein Mitarbeiter hält die Messlatte ins Bohrloch. Lorenz Fränzl, Leiter Werkhof, markiert das Bohrloch und die gemessene Eisdicke auf einer Weiherskizze. Vor einer Woche war der Weiher noch nicht zugefroren, jetzt ist die Schicht 17 Zentimeter dick - zwingend nötig ist eine Eisstärke von mindestens zwölf Zentimetern. «In den letzten zwei Tagen ist die Eisdecke nochmals um zwei, drei Zentimeter dicker geworden», sagt Fränzl.

Sicherheit ist oberstes Gebot

Dann kommt die Kettensäge zum Einsatz: Ein Stück von etwa 30 auf 30 Zentimeter wird aus der Eisdecke gefräst und herausgehebelt. Rund 13 Zentimeter sind Klareis, die oberen vier sind wegen Schneeablagerungen und Lufteinschlüssen weisslich. Fränzl nickt zufrieden. «Das Eis ist sehr schön. Es sieht ganz so aus, als könnten wir den Marmoriweiher aufs Wochenende hin freigeben.»

Die Sicherheit ist das oberste Gebot: Die Männer tragen Schwimmwesten, am Ufer steht ein weiterer Mitarbeiter mit einem Seil bereit. Für den Notfall; die Dietiker Werkhofmitarbeiter sind gebrannte Kinder. 25 Jahre ist es her, seit einer ihrer Kollegen mit einem Traktor auf dem Marmoriweiher eingebrochen und später an den Verletzungen gestorben ist. Furchtbare Erinnerungen; einer der Männer, die jetzt auf dem Eis stehen, hat damals den Kollegen aus dem Eiswasser geborgen.

Heute wird Rampe errichtet

«So etwas darf nie mehr passieren», sagt Fränzl und betont noch einmal, dass nur der Mittelteil des Weihers freigegeben wird. Wer ausserhalb der Absperrung seinen Fuss aufs Eis setzt, tut dies auf eigene Gefahr hin.

Heute werden die Werkhofmitarbeiter eine Rampe errichten und die beiden Weiherenden absperren. Am Freitag wird die Eisdicke nochmals gemessen. Sollte sich bis dahin nichts an der Eisdicke oder den Temperaturen geändert haben, dürfte dem Schlittschuhplausch zum Ferienbeginn nichts mehr im Wege stehen - dem ersten Schlittschuhplausch nach sechs Jahren Wartezeit.