Kinder im Mittelpunkt

Dorffäscht in Aesch bedeutet an diesem Samstag in erster Linie eines: Die Kinder in den Mittelpunkt stellen. Kaum sind die zahlreichen Attraktionen eröffnet, stürzen sich die kleinen Besucher ins Chilbi-Gewühl. Die einen wagen sich ans Luftgewehr und versuchen, sich die bunten Stofftiere zu erschiessen, andere werfen Bälle auf die Mohrenkopf-Steinschleuder, wieder andere erproben beim «Bullriding» oder auf einem der Ponys ihre Begabungen als Cowboy und Cowgirl.

Der erste Höhepunkt des Festes, das Seilziehen, steht schon kurz nach dem Mittagessen an. Auch hier treten zwei Kindermannschaften an und können sich der Aufmerksamkeit der Festbesucher gewiss sein. Die Kinder packen das für die kleineren von ihnen doch ziemlich dicke Seil und legen sich ins Zeug. «Ziehen, ziehen» wird über die Absperrung geschrien. Ein Knabe der Mannschaft, die sich in der Nähe des Apfelbaums aufgestellt hat, fällt hin, seine Mannschaft verliert nun etwas an Boden. Doch er stösst seine Schuhe wieder in die Wiese und zerrt beherzt am Seil - und siehe da, seine Mannschaft geht als Siegerin vom Platz.

Nicht nur die Kinderaugen strahlen, auch die Sonne zeigt sich an diesem Samstagnachmittag wieder einmal gütig. Es ist schon fast zu heiss, um sich sportlich zu betätigen. Aber so denkt in Aesch natürlich niemand - die Bedingungen fürs Dorffäscht sind ideal. Entsprechend strömen die Aescher in Scharen auf den kleinen Festplatz. 

Ein Wein à la Gemeinderat

Schon von Weitem riecht man die verschiedensten Gerichte. Kein Wunder, das kulinarische Angebot am Oberengstringer Weinfest ist gross und reicht vom Chnoblibrot bis zum afrikanischen Curry. Insgesamt 18 Vereine sorgen mit Essen, Musik und Spielen für eine friedliche und fröhliche Stimmung am Fusse des gemeindeeigenen Rebbergs. Wer lieber mehr Action hat, der ist bei Einsatzdemonstration der Feuerwehr richtig.

Gemütlich geht es hingegen an der Jassmeisterschaft des Frauenpodiums zu und her. «Jassen ist ein nüchternes Spiel. Wein als Inspiration für mehr Fantasie hilft da nicht, aber ein Gläschen darf schon sein für die Risikofreude», sagte die 83-jährige Oberengstringerin Felicitas Woerz.

Überhaupt ist der Wein der Hauptgrund für das Fest an diesem Wochenende. Degustieren kann man ihn am Weinstand, wo der Gemeinderat zusammen mit dem Gemeindeschreiber in Zweier-Schichten Auskunft über die neusten Tropfen gibt. Denn jedes Jahr bestimmt der Gemeinderat beim Weinproduzenten und Pächter Zweifel Wein Höngg über den Charakter der Oberengstringer Weine. «Der Gemeinderat entscheidet über das Mischverhältnis der Traubensorten für unsere Weine», erklärt Gemeindepräsident André Bender stolz.