Birmensdorf
Die Durchdiener können nach 300 Tagen Dienst nach Hause

Die Durchdiener der Infanterie übergaben auf dem Waffenplatz Reppischtal am Dienstag feierlich die Schweizer Fahne an ihre Nachfolger.

Florian Niedermann
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Der grosse Moment. Das 142. Infanterie-Durchdienerbataillon übergibt die Schweizerfahne an Kommandant Thomas Frey.
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Bevor die feierliche Zeremonie vollzogen wird, warten die Soldaten beim Eingang des Waffenplatzes Reppischtal
Das 142. Bataillon feiert den Dienstschluss
Dann folgen die restlichen Soldaten des alten und des neuen Durchdienerbataillons
Schliesslich stehen das 142 . (zwei Blöcke links) und das 143. Bataillon in Reih und Glied auf dem Platz.
Dann folgen die Ansprachen. Mit grünem Béret Thomas Frey, der Kommandant des Infanterie-Durchdienerkommandos 14.
Während der Zeremonie brennt die Frühlingssonne den hunderten von Soldaten auf die Uniform
Dann beginnt die eigentliche Zeremonie der Fahnenübergabe. Der Fähnrich des 142. Bataillons marschiert los.
...und übergibt die Schweizerfahne seinem Kommandanten.
Begleitet wird das Prozedere vom Militärspiel

Der grosse Moment. Das 142. Infanterie-Durchdienerbataillon übergibt die Schweizerfahne an Kommandant Thomas Frey.

Limmattaler Zeitung

Schon in Zivilkleidung kommt man in der Frühlingssonne auf dem Vorplatz der Militärakademie im Reppischtal bei Birmensdorf schnell ins Schwitzen. Dass von den Hunderten von Soldaten in Vollmontur während der rund dreissigminütigen Fahnenübergabe niemand umkippt, bringt ihnen die Bewunderung des halben Dutzends Zuschauer ein.

Zumindest einen Teil der Durchdiener-Infanteristen des 142. Bataillons dürfte ein Gefühl der Erleichterung die Hitze in ihren Vierfrucht-Anzügen aber vergessen lassen. Denn: Mit dem feierlichen Akt, dem Übergeben der Fahne an den nachfolgenden Verband, endet ihr Dienst in der Schweizer Armee. 300 Tage lang standen sie im Einsatz. Nun bleiben sie noch für zehn Jahre in der Reserve, bevor sie endgültig aus dem Militär entlassen werden.

Die eigentliche Fahnenübergabe ist schnell vorüber: Der Fähnrich des 142. Durchdienerbataillons löst sich – von Marschmusik des Militärspiels begleitet – aus den in Reih und Glied stehenden Kameraden, marschiert zu seinem Kommandanten und übergibt ihm die Schweizer Fahne. Letzterer überreicht sie dem heranmarschierten Fähnrich des 143. Bataillons, der darauf in die Reihen seines Verbands zurückkehrt. Doch vor der Übergabe richtet das Kommando der beiden Bataillone sowie der Schule einige Worte an die scheidenden Durchdiener und ihre Nachfolger.

Thomas Frey, Oberst im Generalstab und Kommandant des Infanterie-Durchdienerkommandos 14, bezeichnet die Fahnenübergabe in seiner Rede als einen symbolischen Akt der Verantwortungsübergabe und «ein Zeichen einer Schicksalsgemeinschaft». Er gratuliert den Soldaten zudem für ihre erbrachten Leistungen. Das 142. Bataillon kam etwa im Botschaftsschutz oder an Grossanlässen wie dem World Economic Forum in Davos zum Einsatz.

Und schliesslich fordert Frey sie auf, auch im zivilen Leben Verantwortung zu übernehmen, «sei es bei der Feuerwehr, in Schulpflegen oder auch Gemeinderäten». Die meisten der bald von ihrer Pflicht befreiten Soldaten würden wohl positive wie auch negative Erinnerungen an die Armee mitnehmen, sagt Frey: «Im Normalfall überwiegen die positiven, je grösser die Distanz zur Dienstzeit wird.»

Und schliesslich richtet auch der Kommandant des nachfolgenden 143. Durchdienerbataillons das Wort an seine Soldaten. Sie sollten im Dienst gemeinsam auf den guten Ruf ihres Verbands achten, mahnt er sie. «Denn ein einzelner Soldat kann in nur einer Minute das Ansehen des ganzen Bataillons zerstören.»