Ende September wurde im Informationssystem über das öffentliche Beschaffungswesen der Schweiz (Simap) die Meldung aufgeschaltet, dass die Baufirma Marti aus dem bernischen Moosseedorf die neue dritte Gubriströhre bauen darf. Über ihre Arbeitsgemeinschaft Marti Gubrist nimmt sie so 189,9 Millionen Franken ein.

Die Inbetriebnahme der dritten Röhre ist für 2022 geplant. Ebenfalls wegen Simap wurde bekannt, dass die Firma Marti die wirtschaftlich günstigste Methode Sprengvortrieb nutzen wird. Knapp einen Monat nach dem im Simap veröffentlichten Vergabezuschlag teilte das Bundesamt für Strassen (Astra) gestern weitere Details mit.

Darin verkauft das Astra die Methode Sprengvortrieb als anwohnerfreundlich: «Da der Gubrist von bestehenden Bauwerken umgeben ist, wird beim Tunnelbau ‹schonend› gesprengt. Das heisst, die Sprengladungen und die Schallemissionen werden reduziert», schreibt das Astra. Das Bundesamt verspricht, die Anwohner rechtzeitig über Sprengungen zu informieren.

Aktuell ist geplant, auf der Seite Zürich Affoltern im September 2017 die Sprengung zu starten, auf der Weininger Seite ab Ende 2017. Ab Frühjahr 2018 sollen die Sprengungen für die Bevölkerung nicht mehr wahrnehmbar sein. Und im Herbst 2019 soll dann die ganze Röhre ausgebrochen sein.


Im Ausschreibeverfahren, bei dem sich elf von zwölf Firmen korrekt beworben hatten, erlaubte das Astra Offerten, die auf den Methoden Sprengvortrieb, Pilotstollen oder Tunnelbohrmaschine basieren. Gerade mit Tunnelbohrmaschinen lässt es sich schneller vorankommen als mit Sprengungen.

Beim Gubrist wäre dem aber nicht so, sagt eine Astra-Sprecherin: «Aufgrund der aufwendigen Montage von Tunnelbohrmaschinen würde dieser Zeitvorsprung beim Gubrist wieder wegfallen.» Mit ihren etwas mehr als drei Kilometern Länge ist die Gubriströhre also zu kurz, als dass eine Tunnelbohrmaschine einen Zeitvorsprung herausholen könnte.


Verladebahnhof ab 21. November


Für ein Teilprojekt ist zudem bereits ein konkretes Datum bekannt: Am 21. November dieses Jahres soll der Bau des provisorischen Verladebahnhofs auf der Ostseite des Gubrists beginnen, mit dem das Astra 160 000 Lastwagenfahrten einsparen will, indem die rund 700 000 Kubikmeter Ausbruchmaterial per Bahn wegbefördert werden.