Die von 2006 bis 2009 etappenweise eröffnete Westumfahrung Zürich sowie die A4 durchs Knonaueramt haben viele Erwartungen geweckt. Eine Studie des Bundesamtes für Raumentwicklung zeigt nun, dass viele von ihnen erfüllt wurden. Allerdings haben sich durch die beiden Autobahnen auch neue Engpässe ergeben. Davon betroffen ist unter anderem das Limmattal.

Die Westumfahrung hatte unter anderem zum Ziel, die Stadt Zürich zu entlasten. Bei der A4 stand die Netzvollendung im Vordergrund. Erwartet wurden zudem eine Kanalisierung des Durchgangsverkehrs, verkürzte Reisezeiten zwischen den grösseren Zentren, eine Förderung der regionalen Wirtschaftsentwicklung sowie eine Entlastung der Siedlungsgebiete vom Durchgangsverkehr.

Gemäss Studie sind die neu eröffneten Nationalstrassen bei den Automobilisten rasch auf breite Akzeptanz gestossen. Bereits weniger als ein Jahr nach Inbetriebnahme lag beispielsweise der durchschnittliche Tagesverkehr zwischen Wettswil und Urdorf bei 84 000 Fahrzeugen. Gleichzeitig sei es dank der Westumfahrung und der A4 auf verschiedenen untergeordneten Strassen zu bedeutenden Verkehrsentlastungen gekommen. So hätten frühere Verkehrsengpässe, etwa auf der Transitachse durch die Stadt Zürich oder durch Birmensdorf beseitigt werden können. Auf der Strecke von Urdorf nach Knonau zeigt sich auf den Verkehrsachsen parallel zur Autobahn eine Entlastung von bis zu 70 Prozent.

Die neue Infrastruktur hat auch zu erheblichen Fahrzeiteneinsparungen zwischen der Zentralschweiz und dem Raum Zürich geführt. Im Durchschnitt betragen sie fünf bis zehn Minuten.

Neben diesen positiven Effekten haben die Westumfahrung und die A4 aber auch zu Verschärfungen der Situation geführt. Während an den meisten Zählstellen auf den Kantonsstrassen der Verkehr zwischen 2010 und 2012 abgenommen hat, ist dies in Urdorf nicht der Fall. Zwar hatte er dort zwischen 2005 und 2010 um rund 73 Prozent abgenommen. Danach stieg er wegen des Ausweichverkehrs infolge Staus beim Limmattaler-Kreuz aber wieder an. Die Verlagerung des Verkehrs auf die Westumfahrung hat auf dem Nationalstrassennetz zudem zu neuen Engpässen geführt oder bereits bestehende noch weiter verschärft. Davon betroffen ist insbesondere die Zürcher Nordumfahrung.

Kaum ausgewirkt haben sich die neuen Autobahnen auf die Bevölkerungs-, die Wirtschafts- und die Siedlungsentwicklung. Einzelne Siedlungskerne im Knonaueramt wurden durch die Verkehrsverlagerung aber stark von Lärm und Schadstoffen entlastet. Auf den Autobahnzufahrten hat die Belastung aber teilweise zugenommen.